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«Lost Berlin Tapes» von Ella FitzgeraldEin Tisch ganz vorne für Marilyn Monroe

Ein wiederentdeckter Konzertmitschnitt zeigt, dass der Jazz von Ella Fitzgerald vor allem eines war: die Musik des Fortschritts und der Moderne.

Ella Fitzgerald und Marilyn Monroe bei einem Jazzkonzert im Tiffany Club in Hollywood.
Ella Fitzgerald und Marilyn Monroe bei einem Jazzkonzert im Tiffany Club in Hollywood.
Foto: Bettmann Archive

Es gibt zu dem neulich erschienenen Album mit der Aufnahme eines Ella-Fitzgerald-Konzertes im Berliner Sportpalast eine Anekdote, die ganz gut beschreibt, warum Jazz immer eine Musik der Zukunft war. Auch wenn man jetzt zwischen den Jahren hin und wieder das Gefühl bekommt, es handele sich da um eine musikalische Antiquität. Es stimmt ja auch, dass Jazz ähnlich wie Eames-Möbel und Cocktails aus Kristallschalen lediglich die Aufbruchsstimmung des amerikanischen «Midcentury Modern» beschwört.

Wobei die Jazz-Moderne in diesen Tagen gar kein so schlechter Eskapismus wäre, um sich auf die Zeit vorzubereiten, wenn die Welt nicht mehr stillsteht. Denn gerade die Vorgeschichte zu den «Lost Berlin Tapes» aus dem März 1962, denen man heute noch anhört, wie die Sängerin nur mit einem Trio einen Konzertsaal in Bestlaune trieb, in den bis zu zehntausend Leute passten, zeigt, dass Jazz immer auch der Soundtrack des Fortschritts war.

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