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National LeagueEin wilder Finish zur ZSC-Revanche

Die Zürcher geben gegen Servette erneut ihren Vorsprung aus der Hand, siegen aber diesmal 4:3 nach Penaltys. Pettersson trifft in der Kurzentscheidung zweimal.

Zuletzt jubelten doch die ZSC Lions: Sie setzten sich 4:3 nach Penaltys durch.
Zuletzt jubelten doch die ZSC Lions: Sie setzten sich 4:3 nach Penaltys durch.
Foto: Pascal Muller (freshfocus)

Die periodischen Quarantänen und der Umgang damit könnten zu einem wichtigen Faktor werden in dieser Meisterschaft. Zehn Tage lang hatten die ZSC-Cracks wegen vier Corona-Fällen zu Hause bleiben müssen, nach nur einem Training machten sie sich auf ihre längste Auswärtsreise nach Genf. Immerhin zwei Punkte brachten sie nach Hause von ihrem über sechsstündigen Trip. Sie setzten sich im Penaltyschiessen mit 3:2 durch: Für die Zürcher trafen Hollenstein und zweimal Pettersson, für die Genfer nur Winnik und Fehr.

Es wäre für die Lions durchaus auch ein Sieg in 60 Minuten möglich gewesen. Doch einen Vorsprung über die Zeit zu bringen, das gelingt ihnen in dieser Saison gegen Servette offenbar einfach nicht. Im ersten Duell führten sie am 9. Oktober im Hallenstadion nach 41 Minuten 4:1und unterlagen noch 4:5 nach Penaltys. Nun schienen sie die Partie in Genf lange im Griff zu haben, führten sie bis zur 48. Minute 2:0, ehe sich die Ereignisse überstürzten. Die Servettiens glichen durch Fehr und Damien Riat (54.) aus, ehe Chris Baltisberger, offenbar gestärkt durch seine Ingwer-Shots, die Zürcher 118 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit mit seinem zweiten Tor des Abends 3:2 in Führung brachte.

Doch damit nicht genug: Omark glich nur zwölf Sekunden später mit einem kuriosen Treffer wieder aus: Der Schwede schoss neben das Tor, doch Flüeler lenkte den Puck beim Versuch, ihn mit dem Stock zur Seite zu spedieren, ins eigene Tor ab. Hätte dies der ZSC-Goalie so gewollt, er hätte es nicht geschafft. Schon das erste Duell gegen Servette hatte ihm kein Glück gebracht. Danach musste er sechsmal in Serie zuschauen, weil Ersatzmann Waeber seine Chance nutzte. In Genf rettete Flüeler den Zürchern aber immerhin zwei Punkte: In der Overtime parierte er einmal gekonnt gegen Fehr, im Penaltyschiessen stoppte er vier von sechs Schützen.

Die Zürcher wussten in ihrer ersten Partie seit dem 7. November, einem 3:2 im Cup-Achtelfinal in Lugano, durchaus zu gefallen. Sie waren lange das eindeutig bessere Team und gestanden den Genfern nur wenige klare Chance zu. Doch weil sie die ihren nicht nutzten, um den Vorsprung weiter auszubauen, wurde es eben doch nochmals spannend. Die Präzision im Abschluss war das grösste Manko im Spiel der Zürcher, die dank der Rückkehr von Suter und Bodenmann im Sturm nun recht breit besetzt sind.

Suter hatte während der Quarantäne seiner Kollegen allein trainiert. Weil er seine Corona-Erkrankung schon hinter sich gehabt hatte, konnte er sich frei bewegen. In Genf führte er einen Sturm mit Hollenstein und Bodenmann an, blieb aber meist unauffällig. Die Ausnahme war eine unglückliche Aktion: Beim Tor Fehrs zum 1:2 lenkte er mit dem Oberkörper ins eigene Tor ab. Es war der Auftakt zu einem wilden Hin und Her.