Handball

Eine geballte Ladung an internationalem Format

Im ersten Heimspiel der Gruppenphase des ­EHF-Cups trifft Pfadi Winterthur morgen Sonntag ab 16 Uhr auf Bjerringbro-Silkeborg, die aktuelle Nummer 2 Dänemarks.

<b>Einer der Topspieler von Bjerringbro-Silkeborg</b> ist Mads Christiansen (hier an der EM 2016 gegen den späteren deutschen Europameister Finn Lemke).

Einer der Topspieler von Bjerringbro-Silkeborg ist Mads Christiansen (hier an der EM 2016 gegen den späteren deutschen Europameister Finn Lemke). Bild: Keystone

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Alexander Lynggaard, Kreisläufer aus Dänemark, brachte es auf den Punkt, als er Saint-Raphaels Niederlage vor einer Woche beschrieb: «Bjerringbro-Silkeborg war ein oder zwei Levels über uns.» Lynggaard und sein Spitzenklub aus Frankreich unterlagen in der Startrunde der Gruppenspiele des EHF-Cups in Dänemark 26:31 (12:15). Torhüter Kasper Larsen wehrte hinter einer starken Defensive rund 40 Prozent der Würfe ab.

«Es hat mich überrascht, dass sie Saint-Raphael so locker geschlagen haben», sagt Pfadi-­Trainer Adrian Brüngger über die Dänen, die morgen Sonntag zum zweiten Durchgang der Gruppe C in der Eulachhalle antreten werden. «Man hatte nie das Gefühl, sie seien in Gefahr. Und Saint-Raphael ist schliesslich auch keine schlechte Mannschaft.» Sondern momentan die Nummer 2 Frankreichs. Auf der gleichen Position liegt Bjerringbro-Silkeborg in der dänischen Herreligaen, wobei man letzten Mittwoch mit dem 28:28 im Heimspiel gegen den Tabellenneunten Skanderborg einen Dämpfer hinnehmen musste.

Dänen von internationalem Format prägen das Team. Da wären: Kreisläufer Michael Knudsen (37), 244-facher Internationaler, EM- und WM-Medaillengewinner, 2007 im WM-Allstar-Team, 2012 Olympiasechster und 2014 Champions-League-Sieger mit Flensburg-Handewitt. Rückraum-Linkshänder Mads Christiansen (29), aktueller Nationalspieler, 2012 Europameister und ab nächster Saison beim Bundesligisten Magdeburg unter Vertrag. Aufbauer Nikolaj Markussen (27), 2012 spanischer Cupsieger mit Atletico Madrid sowie Europameister und Olympiasechster. Spielmacher Allan Damgaard (29), der letzten Sommer zum HSV Hamburg wechselte, nach dessen Insolvenz aber im Januar in die Heimat zurückkehrte. Oder Torhüter Sören Rasmussen (39), 41-facher Nationalspieler und 2014 Champions-League-Sieger. Dazu kommen, wie Brüngger sagt: «Sehr effiziente Flügel.»

Zwei Slowenen tummeln sich unter lauter Dänen: Peter Pucelj (33), ein Defensivspezialist mit zehn Europacupsaisons im Rücken, und Nationalspieler Sebastian Skube (28), ein Aufbauer. Skube? Sebastians jüngerer Bruder Stas hat vor einem Jahr in der EHF-Cup-Gruppenphase als Spielmacher von Gorenje Velenje Pfadi zweimal fast im Alleingang demontiert. Sebastian soll sogar noch etwas besser sein.

«Trotzdem gewinnen»

Bjerringbro-Silkeborg, der Klub, bei dem sich Andy Schmid, der Schweizer Weltklassespieler, in der Saison 2009/10 für den Sprung in die Bundesliga vorbereitete, trat vor drei Jahren letztmals im Europacup an, als er im Achtelfinal der Champions League am FC Barcelona scheiterte. Nach zwei Jahren internationaler Absenz ist offenbar ein Schritt nach vorne geglückt.

Die Dänen sind, zumal nach diesem Auftakt gegen Saint-Raphael, die Favoriten in der Gruppe. «Eine ganz starke Mannschaft. Aber gewinnen wollen wir trotzdem», bemerkt Brüngger. «Wir brauchen einen Sondereffort von allen, von jedem einzelnen Spieler, jedem Mannschaftsteil und vom Publikum.»

Personell kann Brüngger wieder auf Linksaussen Marvin Lier zurückgreifen, am Mittwoch bei der Niederlage in Thun fehlte er. Linkshänder Pascal Vernier, der vor einer Woche in Minsk überzeugte und seine ersten Europacuptore erzielte, bleibt wegen der dort erlittenen Hüftverletzung fraglich. Angeschlagen ist auch Marcel Hess: Der Captain und Schlüsselspieler fing in Thun eine schwere Prellung ein – in jener Szene, in der er von den Schiedsrichtern wegen einer Schwalbe eine Zeitstrafe kassiert hatte ...

Wer etwas fürs handballerische Auge will, der sollte sich in der Eulachhalle zuerst Bjerringbro-Silkeborg und dann Saint-Raphael sowie SKA Minsk zu Gemüte führen. Pfadi bewegt sich auf einer Bühne, die der Champions League nahekommt. (Landbote)

Erstellt: 20.02.2016, 10:24 Uhr

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