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Porträt eines EinbrecherkönigsEr war der Schweizer Robin Hood

Warum ein nur 1,57 Meter grosser Gauner um 1930 eine beträchtliche Wirkung auf Frauen hatte – und wie er seinem Leben später eine neue Richtung gab.

Elegant von Kopf bis Fuss: Einbrecherkönig Johann Stoffel, 1930.
Elegant von Kopf bis Fuss: Einbrecherkönig Johann Stoffel, 1930.
Foto: Staatsarchiv Graubünden

Am 24. Februar 1931 drängeln sich vor dem Gerichtsgebäude in Chur die Menschen. Frauen mit Kinderwagen, Ausläufer, Handwerker, Professoren. Alle wollen einen Blick auf jenen Mann erhaschen, der an diesem Tag vor dem Richter steht: Johann Stoffel, 31-jährig, stets elegant gekleidet, schmächtig, redegewandt. Der Einbrecherkönig, der die Polizei immer wieder zum Narren hält, ist in der ganzen Schweiz bekannt.

Und Stoffel weiss, was er dem Publikum schuldig ist, wie «Der freie Rätier» schreibt. Er erscheint in «Grand Tenue», schwarze Kleidung, schwarze Krawatte, schwarze Glanzlederschuhe. 50 Monate seines Lebens hat er zu diesem Zeitpunkt schon hinter Gittern verbracht. Und er weiss: Dieser Tag wird für sein weiteres Schicksal richtungsweisend sein.

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