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Bericht schlägt AlarmEs gibt viel mehr Corona-Tote als offiziell ausgewiesen

Die «New York Times» hat sich Daten aus verschiedenen Ländern genauer angeschaut, darunter auch der Schweiz. Das Ergebnis ist besorgniserregend.

In vielen Ländern werden nur solche Fälle gezählt: Mitarbeiter eines Bestattungsinstituts holen einen Corona-Toten in einem Lausanner Spital ab.
In vielen Ländern werden nur solche Fälle gezählt: Mitarbeiter eines Bestattungsinstituts holen einen Corona-Toten in einem Lausanner Spital ab.
Foto: Keystone

Gebannt schauen wir jeden Tag auf die Zahlen zu den neu gemeldeten Corona-Infektionen und -Todesfällen. Gehen sie hoch oder runter? Fast 177’000 Menschen sind gemäss offiziellen Statistiken weltweit schon an den Folgen von Covid-19 gestorben. In Wahrheit dürften es aber noch viel mehr sein, wie eine Analyse der «New York Times» nahelegt.

Die amerikanische Zeitung hat sich Daten aus zehn verschiedenen Städten und Ländern genauer angeschaut, darunter auch der Schweiz. Sie schätzt, dass es allein in den untersuchten Orten innerhalb eines Monats fast 25’000 Opfer mehr gegeben hat als ausgewiesen. So gross ist die Differenz zwischen der aktuellen Übersterblichkeit (excess deaths) und den offiziell gemeldeten Corona-Todesfällen (reported Covid-19 deaths).

Grafik: «New York Times»

Von Übersterblichkeit spricht man, wenn mehr Leute sterben als durchschnittlich in derselben Periode in den Vorjahren. Im Moment ist das in vielen Städten und Ländern der Fall. In Frankreich starben zwischen dem 9. März und dem 5. April 21 Prozent mehr Menschen als üblich, in England und Wales waren es 33 Prozent, in Spanien sogar 66 Prozent.

Abweichungen von der Norm gibt es bei den Todesfallstatistiken immer wieder. Fallen sie deutlich aus, ist das aber auf spezielle Ereignisse zurückzuführen, wie zum Beispiel eine starke Grippewelle. Die aktuelle Übersterblichkeit ist vielerorts so gross, dass sie eindeutig im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie steht.

Auch in der Schweiz gab es gemäss der Berechnung der «New York Times» 21 Prozent mehr Tote als normalerweise zwischen Anfang März und Anfang April. Die Übersterblichkeit betrug 1000 Fälle.

Grafik: «New York Times»

Das Bundesamt für Statistik meldete in dieser Zeitspanne aber nur 712 Corona-Todesfälle in der Schweiz, also fast 300 weniger. Zählt man diese Zahl bei allen zehn untersuchten Ländern und Städten zusammen, kommt man auf die 25’000 zusätzlichen Opfer, die das Coronavirus wohl allein hier gefordert hat.

Mittlerweile gibt es in 185 Ländern bestätigte Infektionen. Die Dunkelziffer dürfte also noch viel höher sein. Obwohl noch unklar ist, wie gross der Anteil der Covid-19-Fälle an der Übersterblichkeit ganz genau ist, zeichnen die allgemeinen Todesfallstatistiken laut Experten ein klareres Bild der Pandemie als die Corona-Statistiken vor allem auch deshalb, weil viele Länder nur Corona-Todesfälle zählen, die sich in Spitälern ereignen.

Zumindest in der Schweiz gibt es diesbezüglich aber eine gute Nachricht: Die Übersterblichkeit durch Covid-19 geht hierzulande zurück.

304 Kommentare
    Thomas Oettli

    Zuerst brauchen wir jetzt einmal regulär validierte Tests. Selbst bei den PCR Tests gibt es nur per Ausnahme provisorisch von der WHO zugelassene Tests. Eine reguläre Validierung wie bei anderen Tests haben diese noch nicht durchlaufen. Bei Antikörper Tests läuft die Validierung in der Schweiz schon einige Zeit ohne zu einem Abschluss zu kommen. Wenn wir dann einmal regulär validierte Grundlagen haben, können wir mit Statistiken und Vergleichen beginnen. Donald Trump weist aktuell darauf hin, dass in den USA 30 Staaten bessere Werte haben als die Schweiz (nachdem unsere Daten zuerst von den USA zuerst "bereinigt" wurden).