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Verkauf per Februar 2021Globus-Filialen verkauft und umgetauft

Die Geschäfte der Globus-Gruppe wechseln den Eigentümer. Alle Schild-, Herren-Globus- und Navyboot-Filialen werden künftig unter einem anderen Markennamen geführt.

Die Namen Schild und Herren Globus verschwinden.
Die Namen Schild und Herren Globus verschwinden.
Foto: Walter Bieri/Keystone

Der ehemalige Globus-CEO Thomas Herbert übernimmt gemeinsam mit Silvia und Fredy Bayard alle ehemaligen Schild-, Herren-Globus- und Navyboot-Filialen der Globus-Gruppe. Nach dem Kauf sollen die Geschäfte umbenannt werden.

Die Transaktion soll per 1. Februar 2021 über die Bühne gehen. Über den Kaufpreis hätten die beiden Parteien Stillschweigen vereinbart, teilte Globus am Freitag mit.

Die neuen Eigentümer würden alle übernommenen Geschäfte weiterführen. Zusammen mit den übrigen Mietverträgen sollen auch die etwa 320 Mitarbeiter zu den bestehenden Konditionen übernommen werden.

«Bayard Co Ltd» oder «Navyboot»

Ziel der neuen Besitzer sei es, die Filialen entweder unter dem Namen «Bayard Co Ltd» oder «Navyboot» zu sanieren sowie diese rentabel zu betreiben. Die 31 Fachgeschäfte erzielten im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von rund 90 Millionen Franken, erwirtschafteten dabei allerdings auf Stufe EBIT einen operativen Verlust, wie die neuen Besitzer in einem separaten Communiqué mitteilten.

Das soll sich aber schon bald ändern. «Durch die Zusammenlegung der Geschäfte mit Bayard werden wir von Skaleneffekten profitieren», sagte Thomas Herbert im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP am Freitag.

Er wird künftig bei dem Modehändler das Präsidium des Verwaltungsrates übernehmen und hatte 2003 gemeinsam mit Partnern die Schild-Gruppe übernommen. Die operative Leitung und das Tagesgeschäft würden hingegen durch das Ehepaar Bayard sichergestellt.

Mode Bayard betreibt in der ganzen Schweiz bisher 75 Filialen mit 350 Mitarbeitern, die 2019 einen Umsatz von 100 Millionen Franken erwirtschafteten. Neu kommen nun also 31 Standorte hinzu, «an Toplagen, mit einem ausgezeichneten Konzept sowie gutem Personal», wie Herbert sagte.

Dabei soll das Geschäft auch weiterhin ausschliesslich stationär betrieben werden. Auf Online-Kanäle setzen wolle man nicht, betonte er weiter. «Im Textilbereich wird es immer eine Nachfrage nach persönlicher Beratung vor Ort geben.»

Auch dass der Name Globus schon bald von den Filialen verschwinden wird, sieht Herbert nicht als Nachteil. Die Namen «Bayard» und «Navyboot» seien ebenfalls bekannt und stünden bei den Kunden für Fachgeschäfte. Mit Globus würde man eher die Warenhäuser verbinden, was daher gar nicht sonderlich gut gepasst habe.

Signa und Central Group

Die Warenhauskette Globus, zu der die Filialen bisher gehörten, war jahrelang Teil der Migros-Gruppe. Nachdem die Detailhandelsriesin Globus zum Verkauf stellte, meldete damals bereits Herbert selbst sein Interesse an.

Den Zuschlag erhielt im Februar dieses Jahres jedoch ein Joint-Venture der österreichischen Signa und der thailändischen Central Group. Das Gemeinschaftsunternehmen möchte sich nun aber auf den Betrieb der Warenhäuser fokussieren und in diese laut eigenen Angaben in den kommenden Jahren rund 300 Millionen Franken investieren.

Hinter der Signa-Gruppe steht der österreichische Immobilien-Investor und Milliardär René Benko. Er ist auch am angeschlagenen Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof in Deutschland beteiligt, der unlängst die Schliessung von 62 seiner 172 Warenhäuser und die Entlassung von über 5000 Mitarbeitern bekannt geben musste.

SDA