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Coronavirus in der Region«Auch schwere Fälle können geheilt werden» +++ 140 Personen wegen Covid19 in stationärer Behandlung

Wegen des Coronavirus verhängt der Bund ein Verbot für Grossveranstaltungen – wie wirkt sich das auf die Region aus? +++ Update folgt +++

Michael Caplazi
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Keystone

Zuhause bleiben - eine effektive Methode, die Verbreitung des Virus einzudämmen (Bild: Keystone).

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Bundesrat hat Notrecht erlassen: Bis am 19. April bleiben alle Läden, Restaurants und Clubs geschlossen. Ausgenommen von dieser Regel sind Geschäfte, die den Grundbedarf sicherstellen.
  • An den Schweizer Schulen darf kein Unterricht stattfinden.
  • Im Unterland sind bereits diverse Parkanlagen, Plätze und Sportplätze gesperrt. Gruppen von mehr als fünf Personen in der Öffentlichkeit drohen Bussen.
  • Der öffentliche Verkehr wird reduziert.
  • Sämtliche Gemeindeversammlungen, sowie die Volksabstimmung vom 17. Mai sind abgesagt.
  • Auswärtige dürfen Spitäler und Alterszentren in der Region nur noch in Ausnahmefällen besuchen.

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ZVV-Fahrplan wird weiter ausgedünnt

Weil die meisten Pendlerinnen und Pendler derzeit in ihren eigenen vier Wänden arbeiten, dünnt der Zürcher Verkehrsverbund ZVV sein Angebot weiter aus. Einzelne Linien werden komplett eingestellt.

Gestrichen wird etwa die S19, die seit diesem Montag nur noch in den Hauptverkehrszeiten fährt. Ab kommendem Montag fährt sie gar nicht mehr, wie der ZVV am Donnerstag mitteilte.

Gleiches gilt für die S42. Dies hat zur Folge, dass auch gewisse Zubringerlinien im Busnetz eingestellt werden. Zudem fährt die S-Bahn zwischen Winterthur und Wil ab sofort nur noch im Stundentakt. Der reduzierte Fahrplan gilt bis mindestens 26. April.

Der ZVV empfiehlt, vor jeder Fahrt den online-Fahrplan zu konsultieren. Es könne auch sein, dass es wegen Personalmangels kurzfristige Änderungen gebe.

Ohne Prüfung ins Gymnasium

Die Bildungsdirektion des Kanton Zürich hat beschlossen, dass keine mündliche Aufnahmeprüfungen für die Gymnasien und die Fachmittelschulen stattfinden. Schülerinnen und Schüler, die nach der schriftlichen Prüfung zusätzlich noch eine mündliche Prüfung hätten ablegen sollen, werden direkt ins Gymnasium aufgenommen.

Die Situation rund um das Coronavirus lasse keine verlässliche Prognose zu, heisst es in der Mitteilung des Kantons, es sei unmöglich einen Termin festzulegen, der sicher einzuhalten sei.

Betroffen ist auch das Liceo Artistico sowie das Kunst und Sport Gymnasium. Hier werde die Beurteilung basierend auf den bereits eingereichten Unterlagen vorgenommen, heisst es weiter. Die gestalterischen Eignungsprüfung am Liceo Artistico finden nicht statt.

Gar keine Prüfung ablegen müssen Schülerinnen und Schüler die die Berufsmaturität 2 ablegen wollen und zwar wenn sie das eidgenössische Fachzeugnis (EFZ) mit der Note 5.0 oder höher abgelegt haben. Oder wenn ihr schulischer Notendurchschnitt in den berufsspezifischen Fächer 5.0 oder höher ist.

Die Medienkonferenz in voller Länge

Am Mittwochnachmittag informierte Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli und Vertreter der Spitäler und der Kantonsapotheke über die Situation im Zusammenhang mit dem Coronavirus im Kanton Zürich.
Hier können Sie die Medienkonferenz nochmals nachschauen.

Ende der der Pressekonferenz

Damit ist die Pressekonferenz der Zürcher Gesundheitsdirektion beendet.

Coronavirus in den Alltag integrieren

Orsola L. Vettori betont, dass man sich im Gesundheitswesen auf eine längere Zeit einstellen müsse, in welcher das Coronavirus den Takt vorgebe. Allerdings müsse man über kurz oder lang auch anstreben, wieder in eine Form des Normalzustandes hinein zu kommen - trotz und mit Coronavirus. Das Virus müsse, so Vettori, «in den Spital-Alltag integriert» werden.

Zünd: Haben früher schwere Fälle erwartet

Gregor Zünd sagt, dass man im Kanton Zürich eigentlich schon früher eine grössere Anzahl schwerer Fälle erwartet habe. Vor allem angesichts der Berichte aus der Westschweiz. Genau erklären könne man sich diese Diskrepanz zu anderen Regionen aber nicht.

Ebensowenig exakt abschätzen lasse sich, wann der befürchtete Ansturm auf die Spitäler beginnen werde - und ober er überhaupt so massiv erfolgen werde. Im Kanton Zürich rechne man mit einem Höhepunkt in den kommenden 10 Tagen, sagt Zünd. Prognosen seien aber schwierig.

Kanton kauft Maschine für Schutzmasken

Wie Natalie Rickli erläutert, hat sich die Zürcher Gesundheitsdirektion dazu entschlossen eine Maschine zu kaufen, die sogenannte FFP2-Schutzmasken produziert.

Die Maschine kostet 740'000 Franken und soll gut 30’000 Masken pro Tag produzieren können, rechnet die SVP-Regierungsrätin vor. Bei Bedarf kann der Kanton Zürich auch andere Kantone mit den begehrten Masken beliefern.

Unispital: Auch schwere Fälle wurden geheilt

Gregor Zünd, Direktor des Unispitals Zürich betont, dass auch schwere Fälle Chancen auf Heilung hätten. So habe das Universitätsspital unlängst vier Personen, die schwer erkrankt waren, wieder von den Beatmungsgeräten nehmen können «(Extubieren»). 44 Personen liegen derzeit im Unispital wegen Covid19 stationär im Spital.

Anspannung und Solidarität

Die Stimmung im Spital Zollikerberg sei derzeit angespannt. Man warte auf die Welle der Covid19-Infizierten. Das sagt Spitaldirektorin Orsola L. Vettori. Gleichzeitig spüre man aber auch eine enorme Welle der Solidarität. Dies schweisse das Personal stärker zusammen als üblich.

Effektiv vier- bis fünfmal so viele Fälle wie positiv getestet

Gemäss Natalie Rickli gibt es im Kanton Zürich derzeit über 1300 positiv auf Covid19 getestete Personen. Die effektive Zahl der Infizierten dürfte gemäss Rickli aber wesentlich höher sein - sie rechnet mit vier- bis fünfmal so vielen Fällen. 7 Personen sind wegen der Krankheit gestorben.

Bettenkapazität massiv erhöht

Die Bettenkapazität in den Züricher Spitälern wurde in den letzten Wochen massiv erhöht. Gemäss Natalie Rickli hab es noch Ende Februar in den Zürcher Spitälern 194 Betten, die zur Behandlung eines Covid19-Erkrankten geeignet sind. Mittlerweile sind es 366. Das entspricht einer Erhöhung um 88 Prozent.

140 Personen im Spital

Insgesamt liegen derzeit (25.3.2020) 140 Personen in den Spitälern des Kantons Zürich, die wegen einer Covid19-Erkrankung gepflegt werden. 25 Personen müssen künstlich beatmet werden. Das sagt Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) am Mittwoch.

Am Anschlag seien die Spitäler deswegen aber nicht, betont Rickli. Die grösste Belastung für die Spitäler erwartet sie in einer bis eineinhalb Wochen.

1363 Personen im Kanton Zürich erkrankt

Im Kanton Zürich sind zurzeit 1363 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt meldet die kantonale Gesundheitsdirektion sieben Todesfälle (78-jährig, 78, 80, 88, 90, 96, 97).

Helvetic Airways legt gesamte Flotte still

Die Fluggesellschaft Helvetic Airways leidet stärker als zuvor gedacht unter dem Nachfrageeinbruch aufgrund der Corona-Krise. Nach Stellenstreichungen erfolgt nun die Stillegung der gesamten Flotte.

Zürcher Gefängnis wird als Corona-Station wieder geöffnet

Das Coronavirus schafft es auch hinter Gefängnismauern. Deshalb nimmt der Kanton Zürich das seit Dezember stillgelegte Gefängnis Horgen wieder in Betrieb, als Corona-Station für Zürcher Häftlinge.

Der Kanton Zürich werde im Gefängnis Horgen vorsorglich eine Art Krankenstation für infizierte Häftlinge einrichten, teilte Justizvollzug und Wiedereingliederung auf Anfrage mit. Die Behörde bestätigte damit eine Meldung von Radio SRF1 vom Dienstag.

Grundsätzlich sollen Infizierte zuerst in dem Gefängnis betreut werden, in dem sie ihre Strafe absitzen. In Horgen sollen jene Häftlinge betreut werden, die intensivere Pflege brauchen.

Wie viele Betten die Station bieten soll, ist offen. Man sei erst in der Planungsphase. Die Station ist ausschliesslich für Häftlinge aus Zürcher Gefängnissen vorgesehen. Eine Zusammenarbeit mit anderen Kantonen sei geplant, so die Behörde weiter.

Zürcher Kantonsrat will nach wie vor Ratssitzung abhalten

Am Montag will der Kantonsrat über das Hilfspaket des Regierungsrats debattieren. Nach Ansicht des Bundes ist dies jedoch eine Versammlung mit mehr als 5 Personen und somit verboten. Die Rats-Verantwortlichen wollen nun am Donnerstag über die Durchführung entscheiden.

Für die Verantwortlichen ist bis jetzt eigentlich klar, dass das Parlament seine Sitzung vom kommenden Montag abhalten wird. Man werde die Situation aber am Donnerstag neu beurteilen, hiess es am Dienstag auf Anfrage beim Parlamentsdienst.

Gemäss neuester Covid-Verordnung des Bundesrats sind Anlässe mit mehr als 5 Personen verboten. Nach Ansicht des Bundes fällt darunter auch eine Parlamentssitzung mit 180 Kantonsrätinnen und Kantonsräten.

FDP-Kantonsratspräsident Dieter Kläy ist jedoch anderer Meinung. Der Kantonsrat sei schliesslich nicht einfach eine Veranstaltung, liess er sich im «Landboten» zitieren. Bei der Sitzung vom Montag steht das Hilfspaket der Regierung auf der Traktandenliste. Damit das Geld fliessen kann, muss das Paket noch vom Rat genehmigt werden.

Um die Social Distancing Regeln einzuhalten, verschob der Kantonsrat seinen Sitzungsort bereits in eine Messehalle in Oerlikon. Dort tagte er bis jetzt aber noch nie. Die Gesundheitsdirektion entzog ihm vergangenen Sonntag die Bewilligung für die Sitzung vom 16. März.

Töss-Stafette fällt aus

Die Töss-Stafette von Anfang Juni wird aufgrund der Corona-Krise abgesagt, das schreibt die Stadt Winterthur in einer Mitteilung. Zum Entscheid habe auch die zu kurze Vorbereitung, die Schulen sind im Kanton Zürich bis zum 26. April geschlossen, geführt. An der Stafette laufen jedes Jahr rund 3000 Schülerinnen und Schüler mit. Der Schulsportanlass wird nicht verschoben, die nächste Töss-Stafette findet voraussichtlich im Juni 2021 statt.

143 neue Fälle

In den letzten 24 Stunden sind im Kanton Zürich 143 weitere positive Corona-Test bestätigt worden. Insgesamt zählt der Kanton laut Angaben der Gesundheitsdirektion nun 1211 Fälle (Stand, 24.3. 9.30 Uhr). Weitere Todesopfer hat es seit dem Wochenende nicht gegeben: Insgesamt sind in Zürich fünf Personen im Alter von 78, 80, 88, 96 und 97 gestorben.

Sportunterricht per Video für Zürcher Schülerinnen und Schüler

Sport und Bewegung sollen nicht zu kurz kommen für Zürcher Schülerinnen und Schüler, auch wenn der Sportunterricht zurzeit ausfällt. Die Stadt lanciert einen Youtube-Kanal mit Videos für Sport in den eigenen vier Wänden.

Ab sofort stehen 40 Videos zum Nachmachen zur Verfügung, wie das Sportamt der Stadt Zürich am Dienstag mitteilte. Das Angebot wird laufend erweitert und richtet sich an verschiedene Schulstufen.

Ein Redaktionsteam des Sportamts sorgt dafür, dass die Inhalte verschiedene Aspekte wie Kondition, Koordination und Beweglichkeit in den Bereichen Sport, Spiel, Gesundheit und Ausdruck abdecken, wie es in der Mitteilung heisst. Publiziert werden die Videos unter dem Hashtag #loop_it.

Sportlehrpersonen, Trainerinnen und Trainer, Sportlerinnen und Sportler sind eingeladen, Videos an loop-it@zuerich.ch zu senden. #loop it ist eine Initiative der Stadt Zürich, von mobilesport.ch, Schule bewegt und dem Schweizerischen Verband für Sport in der Schule.

Milchhütte in Schleinikon bietet Lieferservice an

Daniel Hirt und seine Schwester Christine Gabler, die zusammen mit Jacqueline
Gardelle und Carole Schöb die Milchhütte betreiben, haben reagiert. Weil das im Lade
integrierte Café nicht mehr geöffnet sein darf, haben sie den Platz umgenutzt. Auf der Fläche,
wo Tische und Stühle für die Gäste bereit standen, ist nun ein Markt für Früchte-, Gemüse- und
Salat aufgebaut worden. «Die Öffnungszeiten sind gleich geblieben», sagt Christine Gabler. Die
Kundinnen und Kunden haben die Möglichkeit, sich mit Lebensmitteln für den täglichen Bedarf
und einem erweiterten Frischeangebot von Dienstag bis Samstag einzudecken. «Zudem haben
wir einen Lieferservice eingerichtet. Gerne bringen wir bestellte Ware auch nach Hause»,
ergänzt Gabler. Bewusst konzentriere man sich auf telefonische Bestellungen, damit soziale
Kontakte auch auf diese Weise gepflegt werden können, Telefonnummer 044 875 03 13.