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Kampf gegen Klimawandel Fotovoltaik-Ausbau soll Tausende neue Jobs bringen

Die Energiewende könnte neue Stellen schaffen beim Ausbau von Fotovoltaik. Allerdings nur, wenn der Zubau forciert wird. Eine Studie macht neue, brisante Vorschläge, wie das finanziert werden könnte.

Das Installieren und Planen von neuen Fotovoltaikanlagen soll zu einem Jobmotor werden.
Das Installieren und Planen von neuen Fotovoltaikanlagen soll zu einem Jobmotor werden.
Foto: Keystone 

Wer füllt die Lücke, welche die Atomkraft hinterlässt? Wie kann eine steigende Nachfrage nach Strom aufgrund von mehr Elektroautos gestillt werden? Wie können die Klimaziele erreicht werden? Auf diese Fragen sucht die Strombranche derzeit eine Antwort. Sie steht und fällt mit der Antwort darauf, wie viel Potenzial in der Fotovoltaik steckt. Und: wie schnell deren Ausbau gelingt.

Eine Studie der Schweizerischen Energiestiftung, einer Lobbyorganisation für erneuerbare Energien, zeigt, mit welchem zusätzlichen Nutzen ein schneller Ausbau von Fotovoltaik verbunden ist. Ein rascher Ausbau könnte laut der ZHAW-Studie in den nächsten fünf Jahren 14000 Montagejobs bringen. Hinzu kommen 2500 Fotovoltaikplaner.

Nach 2040 sei die Prognose schwierig, sagt Studienautor Jürg Rohrer. Denn neben einem möglichen weiteren Ausbau müssen auch alte Anlagen ersetzt werden. Jedoch: Die Abnahme der Anzahl Vollzeitstellen komme nach 2030 nicht durch Entlassungen zustande, sondern über natürliche Fluktuation.

Die Krux an der Sache: Es gibt diese neuen Jobs nur, wenn das Ausbautempo massiv beschleunigt wird. Die Studie geht von einer Steigerung der Kapazität aus, die ausreicht, um die Klimaziele zu erreichen. «Gegenüber dem heutigen Ausbautempo bei der Fotovoltaik ist für die Erreichung von netto null bis 2050 eine Steigerung um mindestens den Faktor 4 nötig», sagt Rohrer.

Subventionen, Strafe oder Zertifikate

Solch ein massiver Ausbau kostet. Daher soll eine neue Finanzierung her. Momentan läuft die Vernehmlassung zur Revision des Energiegesetzes, bei der es unter anderem auch um die Finanzierung des Ausbaus der Fotovoltaik geht.

Die Studie macht dazu brisante Vorschläge. Eine Idee: Mit einer Abgabe sollen Besitzer von Liegenschaften dazu gebracht werden, neue Anlagen zu installieren. Dachflächen, die als gut geeignet für Solaranlagen eingestuft werden, müssten demnach in den nächsten zehn Jahren mit einer Anlage versehen werden. Wer das nicht macht, soll eine Strafe zahlen.

Ein weiterer Vorschlag nimmt die Kantone in die Pflicht. Er sieht vor, dass bei neu zugebauter Produktion in einem Markt handelbare Zertifikate vergeben werden. «Kantone, welche das Ausbauziel verfehlen, müssen von anderen Kantonen mit Übererfüllung Zertifikate abkaufen», heisst es in der Studie.

Wie realistisch diese Vorschläge sind, steht auf einem anderen Blatt. «Ob diese Massnahmen umsetzbar sind, ist schwer zu beurteilen, da sie in der Politik noch kaum diskutiert wurden. Mit der Studie möchten wir einen Diskussionsbeitrag leisten», sagt Felix Nipkow von der Energiestiftung Schweiz.