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Bundesliga im ÜberblickHoffenheim gelingt 4:1-Coup gegen Bayern München

Genau wie Dortmund muss auch Bayern München eine Niederlage einstecken. Unter anderen darf ein Ex-GC-Spieler hinter Manuel Neuer einnetzen.

Was war denn da mit dem Meister los?
Was war denn da mit dem Meister los?
Foto: Christian Kaspar-Bartke (Getty Images)
Bayern München verliert 1:4 gegen Hoffenheim.
Bayern München verliert 1:4 gegen Hoffenheim.
Foto: Uwe Anspach (Keystone)
Sorgte früh für klare Verhältnisse: Bas Dost bejubelt das 2:0 noch in der ersten Halbzeit.
Sorgte früh für klare Verhältnisse: Bas Dost bejubelt das 2:0 noch in der ersten Halbzeit.
Foto: Maja Hitij (Getty Images)
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Der FC Bayern München ist doch noch zu schlagen. Nur gut 60 Stunden nach dem siegreichen europäischen Supercup-Final kassierten die Münchner am Sonntag mit dem 1:4 bei der TSG 1899 Hoffenheim die erste Pflichtspiel-Niederlage im Jahr 2020. Zuletzt hatte der Rekordmeister in der Bundesliga am 7. Dezember mit 1:2 in Mönchengladbach verloren. Für Hoffenheims neuen Trainer Sebastian Hoeness, den Neffen von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeness, war die Überraschung am Sonntag ein besonderer Triumph.

Ermin Bicakcic (16. Minute) und Ex-GC-Spieler Munas Dabbur (24.) brachten die Kraichgauer in Führung. 6030 Zuschauer im Sinsheimer Stadion sahen dann den Anschlusstreffer von Joshua Kimmich (36.). Der überragende Andrej Kramaric (77.) erhöhte auf 3:1, eher er per Foulelfmeter (90.+2) auch den 4:1-Endstand markierte. .

Drei Tage vor dem deutschen Supercup-Endspiel gegen Borussia Dortmund blieben die Münchner matt und ohne Ideen im Angriff. Der etwas angeschlagene Torjäger Robert Lewandowski und Leon Goretzka hatte Chefcoach Hansi Flick bis zur 57. Minute geschont.

Auch BVB verliert

Auch Vize-Meister Borussia Dortmund hatte am Samstag schon einen kräftigen Dämpfer hinnehmen müssen. Die Mannschaft vom Schweizer Coach Lucien Favre verlor im ersten Auswärtsspiel der Saison beim FC Augsburg 0:2. Felix Uduokhai (40. Minute) und Daniel Caligiuri (54.) sorgten bei der ersten Partie seit über einem halben Jahr in der heimischen Arena wieder vor Zuschauern für grossen Jubel bei 6000 Fans. Roman Bürki und Manuel Akanji spielten auf Seiten von Dortmund durch.

Ein ratloser Captain: Mats Hummels während dem Spiel zwischen Dortmund und Augsburg.
Ein ratloser Captain: Mats Hummels während dem Spiel zwischen Dortmund und Augsburg.
Foto: Getty Images

Die von FCA-Trainer Heiko Herrlich, einst neun Jahre in Dortmund Profi, vor dem Spiel als «europäische Spitzenmannschaft» betitelte Borussia präsentierte sich zwar spielstark im Mittelfeld. Sie zeigte gegen extrem lauffreudige und einsatzfreudige Augsburger, die auf den verletzten Ruben Vargas verzichten mussten, aber zumindest in diesem Spiel, dass sie noch reichlich Entwicklungsbedarf hat.

Die Dortmunder starteten mit ihrer ballgewandten Offensive dominant. Mit vereinten Abwehr-Kräften hielten die Augsburger die ganz grosse Gefahr im von Rafal Gikiewicz sicher behüteten Tor jedoch weitestgehend weg. Dazu fehlte es bei der überlegenen Borussia zu oft an der Präzision beim letzten Pass.

Der Matchwinner ist ein ehemaliger Schalker

Schliesslich köpfelte Uduokhai zum ersten Treffer für die Augsburger ein. Roman Bürki klebte beim Gegentor aus wenigen Metern auf der Linie. Ein wenig ratlos verliessen die Gäste angesichts von 71:29 Prozent Ballbesitz in der ersten Hälfte und einem 0:1-Pausenrückstand den Rasen.

Auch im zweiten Durchgang setzte sich die Dortmunder Überlegenheit fort, doch den Punch hatten wieder die Augsburger. Nach einem Traumpass von Florian Niederlechner in den Lauf von Caligiuri setzte sich dieser willensstark durch und vollendete zum 2:0. Caligiuri kam erst auf diese Saison hin zu Augsburg, spielte davor während drei Jahren für Dortmunds Rivalen Schalke 04. Er bereitete auch das 1:0 vor.

Dortmund um die eingewechselten Marco Reus und Julian Brandt drückte, blieb aber ohne Durchschlagskraft. Gikiewicz verhinderte mit einem Riesenreflex gegen Mats Hummels den Anschluss (85.) und rettete auch gegen Haaland (90.). Augsburg grätschte und rannte, hoffte seinerseits auf den erlösenden Konter. Auch ohne diesen durften sie beim Zuschauer-Comeback jubeln.

Freiburg wird nicht belohnt

Der SC Freiburg hat in seinem ersten Saison-Heimspiel den Sieg verpasst. Gut eine Woche nach dem 3:2 zum Start beim VfB Stuttgart kam die Mannschaft von Trainer Christian Streich trotz grosser Überlegenheit am Sonntagabend nicht über ein 1:1 gegen den VfL Wolfsburg hinaus. Freiburgs Rekord-Torschütze Nils Petersen (11. Minute) hatte den den SC per Kopf in Führung gebracht, Josip Brekalo erzielte vor den 3200 zugelassenen Zuschauern noch vor der Pause den Ausgleich für die Gäste (42.).

Die Schweizer Internationalen Renato Steffen und Admir Mehmedi kamen für Wolfsburg ab der zweiten Hälfte zum Zug, hatten jedoch keinen direkten Einfluss aufs Spielgeschehen.

Gladbach wartet auf den ersten Sieg

Borussia Mönchengladbach ist noch auf der Suche nach der Form. Der Tabellenvierte der vergangenen Saison kam nach der 0:3-Auftaktniederlage bei Borussia Dortmund auch im Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin nicht über ein 1:1 hinaus und wartet weiterhin auf den ersten Saisonsieg. Vor 10’383 erstmals seit mehr als sechs Monaten wieder zugelassenen Zuschauern im Borussia-Park waren die Gastgeber zwar die agilere Mannschaft und kamen durch Marcus Thuram (56.) zum Führungstreffer. Doch ein Kopfballtor von Nico Schlotterbeck (80.) rettete den Berlinern den Punktgewinn

Bei Gladbach fehlten die Schweizer Breel Embolo und Denis Zakaria verletzt. Dafür setzten die Franzosen Alhassane Pléa und Marcus Thuram im Angriff wieder Akzente. Thuram mit langen Läufen über die rechte Seite und Pléa, der sich in der 17. Minute durch die Unioner Defensive dribbelte und dessen Schuss Goalie Andreas Luthe parieren konnte. Luthe war auch in der 38. Minute bei einem Kopfball von Pléa zur Stelle und verhinderte einen Rückstand. Der Gladbacher Führungstreffer ging dann auf das Konto von Thuram, der einen Kopfball nach Ecke von Jonas Hofmann aus fünf Metern ins Tor wuchtete.

Der Vorjahresaufsteiger, trainiert vom Schweizer Urs Fischer, konnte sich aber immer wieder mal vom Druck befreien und erspielte sich durch den agilen Sheraldo Becker die beste Chance. Die Direktabnahme des 25-Jährigen überraschte Gladbachs Torhüter Yann Sommer in seinem 200. Bundesligaspiel und landete an der Querlatte. Neben Sommer spielte auch Nico Elvedi während 90 Minuten durch.

Gäste-Trainer Fischer reagierte sofort und brachte in Max Kruse und Marcus Ingvartsen zwei offensive Spieler, doch der Ausgleichstreffer gelang Abwehrspieler Schlotterbreck mit einem Kopfball ins lange Eck.

Im zweiten Spiel immerhin der erste Punkt: Urs Fischer und Union Berlin spielen gegen den Favoriten aus Mönchengladbach 1:1.
Im zweiten Spiel immerhin der erste Punkt: Urs Fischer und Union Berlin spielen gegen den Favoriten aus Mönchengladbach 1:1.
Foto: Freshfocus

Kein Sieger im Spitzenspiel

Werder Bremen hat mit seinem ersten Saisonsieg die sportliche Krise beim FC Schalke 04 verschärft. Die Norddeutschen gewannen am Samstagabend in Gelsenkirchen dank eines Dreierpacks von Niclas Füllkrug mit 3:1 (2:0). Der Stürmer erzielte seine Tore in der 22., 37. sowie per Foulelfmeter in der 59. Minute. In der Nachspielzeit traf Mark Uth zum 1:3. Schalkes Ozan Kabak sah in der 84. Minute Gelb-Rot. Für Schalke war es saisonübergreifend das 18. Spiel in Serie ohne Sieg, wodurch Trainer David Wagner das Aus droht.

Traumtore, Fussball auf höchstem Niveau im Spitzenspiel – nur kein Sieger: Bayer Leverkusen und RB Leipzig haben auch ohne ihre abgewanderten Ausnahmespieler Kai Havertz und Timo Werner gezeigt, dass sie in dieser Bundesliga-Saison wieder ganz oben mitmischen wollen. Die letztjährigen Champions-League-Teilnehmer trennten sich 1:1.

Vor allem die Tore waren für die offiziell 6042 Zuschauer, die dieses Duell in der BayArena besuchen durften, ein Geschenk. Leipzigs Spielmacher Emil Forsberg vollendete nach einer kurzen Finte mit links zur Leipziger Führung (14. Minute). Kerem Demirbay gelang mit einem Distanzschuss für Leverkusen der Ausgleich (20.).

Schon davor ging es furios los. In der 4. Minute musste Leipzigs Dayot Upamecano nach einer Flanke von Moussa Diaby vor Leverkusens Neuzugang Patrik Schick retten. Die Gäste aber übernahmen nach dem ersten Aufreger die Initiative und waren immer wieder mit schnellen Vorstössen gefährlich, so durch Kevin Kampl, der in der 8. Minute aus elf Metern das Tor verfehlte. Dann hatte der auffällige Forsberg seinen grossen Auftritt, als er Lars Bender mit einem Haken versetzte und mit links hoch ins kurze Eck vollendete.

Die Leverkusener antworteten schnell. Nach einer verunglückten Befreiung aus dem Leipziger Strafraum landete der Ball beim kurz zuvor verwarnten Kerem Demirbay, der den Ball aus 17 Metern mit links unter die Latte zum 1:1 schnibbelte.

Mainz bereits in der Krise, Bielefeld siegt

Nach dem Trainingsstreik unter der Woche verlor der FSV Mainz 05 trotz einer 1:0-Führung auch sein Heimspiel. Das Team von Trainer Achim Beierlorzer unterlag dem Aufsteiger VfB Stuttgart 1:4. Nicht zum Einstaz kam der Schweizer Nationalspieler Edimilson Fernandes. Bei Stuttgart hingegen stand ein Schweizer im Tor: Gregor Kobel darf auch im zweiten Saisonspiel ran.

Die neue Nummer 1 in Stuttgart: Gregor Kobel.
Die neue Nummer 1 in Stuttgart: Gregor Kobel.
Foto: Freshfocus

Aufsteiger Arminia Bielefeld ist nach über elf Jahren Bundesliga-Abstinenz ein erfolgreiches Heim-Comeback gelungen. Die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus setzte sich 1:0 gegen den 1. FC Köln durch. Dabei spielte der Schweizer Rechtsverteidiger Cédric Brunner durch. Seinem Kollegen Joan Simun Edmundsson gelang zwölf Minuten nach seiner Einwechslung das entscheidende Tor (78. Minute). Für die punktlosen Kölner war es hingegen wie schon in der vergangenen Saison bereits die zweite Niederlage im zweiten Spiel.

Frankfurt gewinnt mit Zuber und Sow

Eine mutige und effektive Eintracht hat den perfekten Saisonstart der aufstrebenden Berliner verhindert. Die Frankfurter siegten zum Auftakt des 2. Runde am Freitag in Berlin 3:1 und überholten in der Tabelle mit vier Punkten den Hauptstadtclub, der drei Zähler hat. Von den beiden Schweizern bei Frankfurt wurde Steven Zuber bereits in der 15. Minute für den verletzten Filip Kostic eingewechselt. Djibril Sow stand ab der 85. Spielminute im Einsatz.

André Silva mit einem verwandelten Penalty (30. Minute), über den sich die 4000 zurückgekehrten Zuschauer mächtig aufregten, Angriffskollege Bas Dost (36.) und Sebastian Rode (71.) sorgten am Freitag für den Sieg.

Erst nach der Pause aktiv

Hertha konnte erst nach dem Rückstand und drei Halbzeit-Wechseln für kurze Zeit an die Leistung beim 4:1-Erfolg zum Liga-Start in Bremen anknüpfen – mehr als der Anschluss durch ein Eigentor von Martin Hinteregger aber kam nicht mehr heraus (76.).

Die 4000 Hertha-Fans im eigentlich über 74’000 Besucher fassenden Olympiastadion, die vor dem Anpfiff von ihrem Team begrüsst wurden, sahen gleich eine aktive Eintracht. Die Gäste attackierten früh, mussten aber schon in der Anfangsphase einen heftigen Ausfall wegstecken. Der gefährliche Offensivspieler Kostic musste verletzt ausgewechselt werden – Zuber kam.

Die Frankfurter liessen sich aber nicht beeindrucken. Nach einem Zweikampf von Silva mit dem neuen Hertha-Captain Dedryck Boyata entschied Schiedsrichter Bastian Dankert auf Penalty – eine strittige Angelegenheit, die vom Video-Assistenten nicht als grob falsch gesehen wurde. Silva selbst verwandelte vom Punkt sicher.

Herthas Neuzugang Jhon Cordoba, zunächst nur auf der Bank, durfte dann zu Beginn der zweiten Hälfte den wirkungslosen Angreifer Krzysztof Piatek ersetzen. Labbadia hatte von einer «Gefühlssache» gesprochen bei der Entscheidung zunächst für den Polen – und lag damit falsch. Auch Arne Maier und Neuzugang Deyovaisio Zeefuik kamen – und nun kam Schwung und Leidenschaft in die Hertha-Aktionen.

Frankfurt verteidigte mit Leidenschaft und Glück. Lukebakio scheiterte knapp (58.), alles andere entschärfte der starke Goalie Trapp. Mit einem Schuss aus 16 Metern ins lange Eck erstickte dann Rode Herthas Hoffnung auf eine Wende. Hinteregger traf zwar nach einer Torunarigha-Eingabe ins eigene Tor. Am Ende wurde das erste Stadion-Liveerlebnis nach 202 Tagen für die 4000 Hertha-Fans aber zur grossen Enttäuschung.

Hoffenheim - Bayern München 4:1 (2:1)

6030 Zuschauer. – Tore: 16. Bicakcic 1:0. 24. Dabbur 2:0. 36. Kimmich 2:1. 77. Kramaric 3:1. 92. Kramaric (Foulpenalty) 4:1.

Freiburg – Wolfsburg 1:1 (1:1)

3200 Zuschauer. – Tore: 11. Petersen 1:0. 42. Brekalo 1:1. – Bemerkung: Wolfsburg mit Steffen (ab 49.) und Mehmedi (ab 59.), ohne Mbabu (verletzt).

FC Augsburg – Borussia Dortmund 2:0 (1:0)

6000 Zuschauer. – Tore: 40. Uduokhai 1:0. 54. D. Caligiuri 2:0. – Bemerkungen: Augsburg ohne Vargas (verletzt). Dortmund mit Akanji und Bürki, ohne Hitz (Ersatz).

Borussia Mönchengladbach – 1. FC Union Berlin 1:1 (0:0)

10’383 Zuschauer. – Tore: 56. Thuram 1:0. 80. N. Schlotterbeck 1:1. – Bemerkungen: Mönchengladbach mit Elvedi und Sommer, ohne Zakaria, Embolo (verletzt) und Lang (nicht im Aufgebot).

FSV Mainz 05 – VfB Stuttgart 1:4 (1:1)

3403 Zuschauer. – Tore: 13. Quaison 1:0. 45. Wamangituka 1:1. 61. Didavi 1:2. 80. Klimowicz 1:3. 86. Kalajdzic 1:4. – Bemerkungen: 77. Gelb-Rote Karte gegen Niakhaté (Mainz). 91. Gelb-Rote Karte gegen Stenzel (Stuttgart). Mainz ohne Fernandes, Stuttgart mit Kobel.

Bayer Leverkusen – RB Leipzig 1:1 (1:1)

6042 Zuschauer. – Tore: 14. Forsberg 0:1,. 20. Demirbay 1:1.

Arminia Bielefeld – 1. FC Köln 1:0 (0:0)

5460 Zuschauer. – Tor: 78. Edmundsson 1:0. – Bemerkung: Bielefeld mit Brunner.

Hertha Berlin – Eintracht Frankfurt 1:3 (0:2)

4000 Zuschauer. – Tore: 30. André Silva (Foulpenalty) 0:1. 37. Dost 0:2. 71. Rode 0:3. 78. Hinteregger (Eigentor) 1:3. – Bemerkung: Eintracht Frankfurt mit Zuber (ab 15.) und Sow (ab 85.).

Tabelle: 1. Hoffenheim 6. 2. Augsburg 6. 3. Eintracht Frankfurt 4. 4. RB Leipzig 4. 5. SC Freiburg 4. 6. Arminia Bielefeld 4. 7. Bayern München 3. 8. VfB Stuttgart 3. 9. Hertha Berlin 3. 10. Borussia Dortmund 3. 11. Werder Bremen 3. 12. Wolfsburg 2. 13. Bayer Leverkusen 2. 14. Union Berlin 1. 15. Borussia Mönchengladbach 1. 16. 1. FC Köln 0. 17. Mainz 05 0. 18. Schalke 04 0.

dpa/lai/mro