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Umfrangreiche MilitärmanöverFrankreich mischt sich in Erdgas-Konflikt im Mittelmeer ein

Als Reaktion auf die türkischen Forschungen nach Erdgas eilt Frankreich Zypern mit einer spektakulären Militärpräsenz zur Hilfe. Auch Italien soll noch dazu stossen.

Säbelrasseln in der Ägäis: Ein griechischer F-16-Kampfjet kehrt von einer Übung auf einen Militärstützpunkt in der Nähe der Stadt Paphos zurück.
Säbelrasseln in der Ägäis: Ein griechischer F-16-Kampfjet kehrt von einer Übung auf einen Militärstützpunkt in der Nähe der Stadt Paphos zurück.
Foto: Petros Karadjias (AP/Keystone) 

Frankreich, Griechenland und Zypern haben am Mittwoch im Westen Zyperns umfangreiche Manöver in der Luft und zur See begonnen.

An diesen nehmen neben drei griechischen F-16-Kampfbombern auch drei französische Kampfjets des Typs Rafale teil. Die Flugzeuge operieren vom Flughafen Paphos im Westen Zyperns aus. Wie der zyprische Staatsrundfunk (RIK) weiter berichtete, sollen am Freitag auch eine französische sowie eine italienische Fregatten zu diesem Manöver dazu stossen.

Die Militärübungen gelten als Reaktion auf die türkischen Forschungen nach Erdgas, die ohne die Genehmigung der international anerkannten Regierung in Nikosia westlich und östlich von Zypern seit Monaten stattfinden. Die spektakuläre französische Militärpräsenz in Zypern hängt mit der Entdeckung von unterseeischen Erdgasvorkommen südlich von Zypern zusammen. Das französische Energieunternehmen Total ist an den Erkundungen beteiligt.

Diese Erdgasvorkommen haben zu schweren Spannungen zwischen Ankara und Nikosia geführt. Die Türkei erkennt Zypern nicht an und lehnt die Suche nach Erdgas vor einer Lösung der Zypernfrage und ohne die Zustimmung der türkischen Zyprer ab. Im Norden Zyperns wurde mit türkischer Hilfe eine Türkische Republik Nordzypern eingerichtet, die international nicht anerkannt, aber von türkischen Truppen geschützt wird.

«Gemeinsam mit unseren zypriotischen, griechischen und italienischen Partnern beginnen wir heute eine militärische Übung mit Mitteln in der Luft und auf See», schrieb Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly auf Twitter. Für Frankreich seien drei Rafale-Flugzeuge, eine Fregatte und ein Hubschrauber beteiligt. «Die Achtung des Völkerrechts muss die Regel und nicht die Ausnahme sein», so Parly. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gilt in der EU als Kritiker des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Türkei führt mit USA Manöver im Mittelmeer durch

Die Türkei hat nach eigenen Angaben gemeinsam mit den USA Manöver im östlichen Mittelmeer durchgeführt.

An den maritimen Übungen hätten die türkischen Kriegsschiffe TCG Barbaros und TCG Burgazada sowie der US-Zerstörer USS Winston S. Churchill teilgenommen, teilte das türkische Verteidigungsministerium am Mittwoch via Twitter mit. Die USA hatten erst in dieser Woche auch Manöver mit der griechischen Marine durchgeführt.

Trotz eines Vermittlungsversuchs Deutschlands am Dienstag blieben die Fronten zunächst verhärtet.

SDA/step

15 Kommentare
    Boris Fray

    Seit Beginn der Geschichte ist diese Region Schauplatz von Kriegen und Invasionen, von feinsten Zivilisationen, Massakern und wieder Massakern, denen fast alle Völker der Region abwechselnd zum Opfer gefallen sind. In diesem Zusammenhang ist das Hauptanliegen jeder menschlichen Gruppe, das Überleben. Deshalb müssen jene Friedensabkommen, die fortbestehen wollen, ihre Folgen für die anderen menschlichen Gruppen berücksichtigen.Die Türken und die Griechen waren immer Feinde gewesen, uns versuchen ihre Dominanz zu Unterscheichen. Dabei waren immer Kolonialisten bei der Party gewesen, Deutschland, England, Italien und Frankreich. Aber diese Zeiten sind vorbei. Die Türkei braucht keine Hilfe mehr, und zieht selber in die Kampf um die Ressourcen. Ein Paar Schiffen werden sie nie beeindrucken. Alles Speil ohne Musikus, und das wissen alle. Die Türkei ist ein Schlüssel für die NATO, und so entsprechend ist auch ein Basar.