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ZUgespitztFreuen wir uns – der Zukunftstag findet statt

In der Kolumne «ZUgespitzt» greifen die ZU-Redaktoren Themen aus dem Unterländer Alltag auf.

Martin Liebrich, Redaktionsleiter.
Martin Liebrich, Redaktionsleiter.
Foto: Johanna Bossart

Da surfte ich neulich auf die Website der Schule meiner Kinder. Eigentlich, um Informationen zu bekommen für den Fall, dass ein Kind erkältet ist. Rein präventiv, zum Glück, aber die Situation wird kommen. Zu Corona-Prävention finde ich auf der Website kaum etwas, dafür aber einen Link zum nationalen Zukunftstag. «Wir freuen uns, dass der Zukunftstag dieses Jahr stattfindet», heisst es da als Erstes. Der Zukunftstag feiert sein 20-jähriges Bestehen. Die Kinder sollen Erwachsenen einen Blick über die Schultern werfen und ihnen beim Arbeiten zusehen können.

Eine gute Idee, eigentlich. Aber heuer kein Grund zum Jubel, wenn Sie mich fragen. Termin des Zukunftstags ist der 12. November. Haben sich die Organisatoren wohl gefragt, wie es am 12. November in der Schweiz aussehen könnte? Mein Tipp: Es gilt ein generelles Maskenobligatorium in der Öffentlichkeit, wer aus der Schweiz in ein anderes Land reist, muss dort erst einmal in Quarantäne, wer hustet oder auch nur mehr als einmal stündlich die Nase schnäuzt, darf seine Wohnung für zehn Tage nicht verlassen. Oder muss sich einem Corona-Test unterziehen. Clubs werden geschlossen sein, Zuschauer an Sportveranstaltungen nur sehr eingeschränkt erlaubt. Die Zahl der täglichen Neuansteckungen wird zu hoch sein für alles andere.

Aber: «Wir freuen uns, dass der Zukunftstag dieses Jahr stattfindet.» Haben sich die Organisatoren wohl gefragt, wie das dann funktionieren soll? «Liebe Kinder, willkommen bei mir daheim. Ihr kennt das von euren Eltern: Das nennt sich Homeoffice. Von dem, was ich euch heute erzähle, werdet ihr nicht viel verstehen, dafür ist meine Maske dicht. Ihr werdet auch nicht besonders viel sehen, denn bitte haltet die eineinhalb Meter Abstand trotz Maske ein. Und ihr solltet nichts berühren, da immer noch die Gefahr einer Schmierinfektion besteht. Fasst euch ausserdem nicht ins Gesicht. Wenn ihr aufs WC müsst, sagt es frühzeitig, damit euch eure Mama oder euer Papa kurz abholen kommen kann.»

Aber freuen wir uns, «dass der Zukunftstag dieses Jahr stattfindet». Ich frage mich nur noch, wo man seine Kinder am sinnvollsten hinschickt. Es fallen mir nur zynische Dinge ein wie das Unispital – denken Sie sich selbst, in welche Abteilung.

Fazit: Vermutlich haben die Kinder die besseren Zukunftsaussichten, wenn sie am 20. Zukunftstag daheimbleiben.