Flughafen

1000 zusätzliche Starts und Landungen wegen des WEF

Auch wenn Trump, Macron und May ihre Teilnahme am Weltwirtschaftsforum in Davos abgesagt haben, wird der Flughafen in der kommenden Woche überdurchschnittlich ausgelastet sein.

Spotter beobachten den Flugverkehr am Flughafen auf der Aussichtsplattform bei Rümlang (Januar 2018).

Spotter beobachten den Flugverkehr am Flughafen auf der Aussichtsplattform bei Rümlang (Januar 2018). Bild: Keystone

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Das diesjährige Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos beginnt am Dienstag, 22. Januar und dauert bis Freitag, 25. Januar. Während vier Tagen werden zahlreiche Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik aus aller Welt erwartet, von denen auch dieses Jahr viele über den Flughafen Zürich anreisen. Deshalb ist bereits ab Anfang der kommenden Woche mit zusätzlichen Flugbewegungen zu rechnen.

Gesamthaft bewegen sich die zusätzlichen Starts und Landungen während der WEF-Woche im Umfang der letzten Jahre. «Insgesamt rechnen wir während des WEF täglich mit 130 zusätzlichen und für die gesamte WEF-Zeit mit 800 bis 1000 zusätzlichen Flugbewegungen», sagt Philipp Bircher, Mediensprecher beim Flughafen. Durchschnittlich gebe es in Kloten übers ganze Jahr gerechnet täglich rund 750 Starts und Landungen (zusammengezählt).

«Die Flugbewegungen während des WEF werden sicherlich auch dieses Jahr auf grosses Interesse stossen.»Philipp Bircher, Mediensprecher Flughafen Zürich

Für bereits angemeldete Delegationen stehen in Zürich reservierte Standplätze zur Verfügung, die je nach Grösse des Flugzeuges zugeteilt werden. Bircher: «Die Anzahl Standplätze, die man reservieren kann, ist beschränkt und variiert jedes Jahr je nach Verfügbarkeit. In diesem Jahr sind es rund 65 Plätze.» Die Maschinen der weiteren WEF-Besucher erhalten Zeitfenster von je maximal zwei Stunden für das Ein- und Ausladen. Danach müssen sie den Flughafen Zürich verlassen und auf einen Flughafen ihrer Wahl ausweichen.

Aufwand auch ohne Anreise von Trump sehr hoch

Einer der Standplätze wäre für die Air Force One reserviert gewesen. Diese wird für das diesjährige WEF aber nicht in Zürich landen. US-Präsident Donald Trump hat seine Teilnahme kürzlich abgesagt. Grund ist der Haushaltsstreit mit einem teilweisen Regierungsstillstand, einem sogenannten «Shutdown». Sarah Sanders, Sprecherin des Weissen Hauses, äusserte sich in einer Stellungnahme: «Angesichts der 800 000 grossartigen amerikanischen Arbeiter, die nicht bezahlt werden, und um sicherzustellen, dass sein Team dort helfen kann, wo es gebraucht wird, hat Präsident Trump die Reise seiner Delegation zum Weltwirtschaftsforum nach Davos, Schweiz, gestrichen.»

Ist man beim Flughafen glücklich über diese Entscheidung, da der Aufwand dadurch deutlich geringer ist? Bircher entgegnet: «Die Landung der Air Force One ist natürlich immer ein aussergewöhnliches Ereignis am Flughafen Zürich, das inbesondere auch für die Spotter interessant ist und zu hohem Medieninteresse führt. Unabhängig davon, ob der US-Präsident kommt, führt das WEF bei uns als Flughafenbetreiberin und bei den Flughafenpartnern zu vielen Zusatzaufgaben.»

Dazu würden unter anderem die Standplatzplanung, diverse Meetings betreffend Sicherheitsdispositiv sowie Spezial-Services zählen. «Vor allem die VIP-Services sind während der WEF-Tage fast ununterbrochen im Einsatz. Aber auch die Flughafenpartner Kantonspolizei und Zoll haben während der WEF-Woche viele Spezialeinsätze.»

Staatsoberhäupter stellen verschiedenste Bedingungen

Starts und Landungen von Staatsoberhäuptern führen an Flughäfen immer zu einem grösseren Aufwand. Die Absage von US-Präsident Donald Trump hat aber dennoch grössere Auswirkungen, als zum Beispiel jene von Emmanuel Macron (Präsident Frankreich) oder Theresa May (Premierministerin des Vereinigten Königreichs). «Der Besuch des US-Präsidenten unterscheidet sich hinsichtlich Sicherheitsdispositiv, Anzahl Meetings oder auch der Anzahl Flugbewegungen.»

Bei Staatsbesuchen werden meist viele und sehr unterschiedliche Anforderungen von Seiten der Staaten beziehungsweise der Botschaften gestellt. Laut Mediensprecher Philipp Bircher sind diese von Land zu Land unterschiedlich. «Auf jeden Fall ist das WEF für unsren VIP-Service am Flughafen Zürich eine sehr intensive Zeit. Hier gibt es sicher den einen oder anderen Spezialwunsch, aber aus Diskretionsgründen kommentieren wir diese nicht im Einzelnen.»

Vorteile für Spotter, Drohnen verboten

Für Spotter und Interessierte stehen die regulären Besucherangebote am und um den Flughafen Zürich zur Verfügung – etwa der Spotter-Platz beim Heligrill auf der Westseite des Flughafens Zürich oder die Zuschauerterrasse B. Diese hat während des WEF länger geöffnet, von Montag, 21. Januar, bis Samstag, 26. Januar, täglich von 8 bis 20 Uhr (statt von 10 bis 17 Uhr).

Als im letzten Jahr die Air Force One in Kloten landete, war das Interesse riesig. Kein Wunder: Zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 besuchte ein US-Präsident wieder die Schweiz. Auch wenn die Spotter dieses Jahr wieder auf Bilder der Präsidentenmaschine verzichten müssen glaubt Bircher: «Die Flugbewegungen während des WEF werden sicherlich auch dieses Jahr auf grosses Interesse stossen.»

Spotter wissen genau, was rund um den Flughafen erlaubt ist und was nicht. Je näher sie den Flugzeugen kommen, desto besser werden die Bilder. Wer das per Drohne versucht, kann dafür hart bestraft werden. Dadurch stört man absichtlich den Flugverkehr. Die Strafen, welche das Bazl verhängen kann, reichen von Bussen in der Höhe von 300 bis zu 20 000 Franken. Die kantonale Staatsanwaltschaft kann gar Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren Gefängnis aussprechen, etwa wenn der Tatbestand von «Gefährdung von Leib und Leben» erfüllt ist.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 18.01.2019, 17:50 Uhr

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