Stadel

150 Kinderzeichnungen bringen Stadler Schulhauswand zum Leuchten

Die Aussenfassade des Primarschulhauses Stadel wurde am Freitagabend zur Projektionsfläche von 150 Kinderzeichnungen – in Szene gesetzt vom international bekannten Lichtkünstler Gerry Hofstetter.

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Insgesamt 26 Primarschulen aus der gesamten Deutschweiz beteiligten sich am Projekt «Bildung für alle – Schulen im Rampenlicht» der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH). «Zur Umsetzung dieses Projekts durften alle Kinder vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse auf ihre individuelle Art und Weise in einer Zeichnung sichtbar machen, was sie unter Integration verstehen und wie sie sich diese in der Schule vorstellen», erklärt Mirjam Loeliger von der Primarschule Stadel. «Allen Jahrgangsklassen wurde eine Farbe und eine passende Redewendung zugeteilt.»

«Zur Umsetzung dieses Projekts durften alle Kinder in einer Zeichnung sichtbar machen, was sie unter Integration verstehen.»Mirjam Loeliger, Primarschule Stadel

Mirjam Loeliger und Martina Weber waren massgeblich an der Umsetzung des Projekts in Stadel beteiligt. Die Primarschule Stadel arbeitet seit Jahren eng mit der HfH zusammen.

Redewendungen farblich in Szene gesetzt

Drei Projektoren mit je 6000 Watt Leistung waren auf die lange Fassade des Primarschulhauses in Stadel gerichtet. Zwei der massiven Projektoren standen auf einem Brett auf dem Brunnen des Pausenplatzes, gegen Nässe geschützt unter einer Zeltvorrichtung. Der dritte war im Transportfahrzeug untergebracht. Einer dieser Projektoren würde reichen, um eine Pyramide in Ägypten zu beleuchten.

Das helle Licht der Projektoren lenkte die Aufmerksamkeit der rund 250 anwesenden Schülerinnen und Schüler sowie Eltern, Lehrpersonen und Gäste auf die Schulhauswand. Immer drei Projektionen zeigten die Zeichnungen der Kinder. Dabei wurden Redewendungen wie «Das Gelbe vom Ei», «Mit einem blauen Auge davon kommen» oder «Ein rotes Tuch» den Farben entsprechend umgesetzt und zeichnerisch individuell interpretiert.

Für die Stromversorgung haben der international bekannte Lichtkünstler Gerry Hofstetter aus Zumikon und sein Team rund 25 Meter Kabel verlegt. Ein eigener Dieselgenerator sorgt dafür, dass das Team mit seinem Strom arbeiten kann. Die 150 Zeichnungen der Kindergärtnerinnen und Kindergärtner, Schülerinnen und Schüler aus Stadel wurden in Dias verwandelt, zwischen Glasplatten gepresst und bereit, den kalten Winterabend bunt zu erhellen.

«Mit jeder Zeichnung gewährte mir ein Kind einen ganz persönlichen Einblick in sein Denken und Fühlen.» Gerry Hofstetter

«Isch das dini Zeichnig?» oder «Wänn chunt mini?» war immer wieder zu hören. Die Kinder waren sichtlich stolz auf ihre Werke. Für sie war es auch etwas ganz Besonderes, ihre Zeichnungen so gross auf der Schulhauswand zu sehen. Die Projektionen wurden auf unzähligen Handys festgehalten. Musikalisch begleitet wurde die Lichtshow von der Blasmusik Glattblä.ch.

Die drei Schülerinnen Angelina (10) aus Windlach, Sydney (11) und Lara (10) aus Stadel würden bei einem nächsten Zeichnungsprojekt wieder mitmachen. Angelina hat in ihrer Zeichnung die Redewendung «Sich schwarz ärgern» umgesetzt. Sie ist ein wenig enttäuscht, dass ausgerechnet sie ihre Zeichnung nicht an der Schulhauswand bewundern kann. «Es hat mir trotzdem Spass gemacht, auch die anderen Zeichnungen zu sehen», sagte sie. Angelina hat ihre Zeichnung mit Stabilos und Farbstiften gemalt. Sie hat gerne an diesem coolen Projekt mitgemacht.

Sydney (11) hat eine Zeichnung zum Thema «Schwarz-Weiss-Malen» angefertigt. «Ich habe mit Farbstiften Kreise in Schwarz und Weiss gemalt.» Zur Redewendung «Der rote Faden» hat Lara (10) Wollknäuel, Linien und Herzchen gemalt. «Ich finde das Projekt sehr spannend. Auch, dass die Zeichnungen so gross an die Schulhauswand projiziert werden.»

«Zeichnungen zeigen Denken und Fühlen der Kinder»

Der Lichtkünstler Gerry Hofstetter hat in der Antarktis Eisberge beleuchtet, er hat das Matterhorn und Schweizer SAC-Hütten ins Rampenlicht gerückt. Für ihn war die Arbeit mit den Kindern etwas ganz Besonderes: «Mit jeder Zeichnung gewährte mir ein Kind einen ganz persönlichen Einblick in sein Denken und Fühlen. Es offenbarte seine innersten Wünsche und Träume. All dies zeigt mir wiederum, wie individuell doch jeder Mensch auf diesem Planeten ist.» Das nächste Projekt von Hoffstetter verspricht ebenfalls spannend zu werden. Geplant sind Zeichnungen von Kindergarten- bis Sekundarstufe zum 50. Jubiläum der ersten Mondlandung 1969. Die erste Beleuchtung wird im April 2019 zu sehen sein.

Erstellt: 13.01.2019, 16:52 Uhr

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