Flughafen

3041 neue Parkplätze

Im Waldstück bei der Haltestelle Balsberg der Glattalbahn plant der Flughafen ein neues Parkhaus.

Vom neuen Parkhaus P10 wird eine Brücke aus dem 3. Obergeschoss direkt zur Glattalbahnhaltestelle Balsberg führen.

Vom neuen Parkhaus P10 wird eine Brücke aus dem 3. Obergeschoss direkt zur Glattalbahnhaltestelle Balsberg führen. Bild: Visualisierung Flughafen Zürich

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In rund zwei Jahren wird an der Tramhaltestelle Balsberg das Parkhaus P10 eröffnen. Die 3041 Parkplätze sind für Mitarbeiter und Langzeitparkierer gedacht. Preislich soll es günstiger werden als die Parkhäuser am Flughafen und damit auch die wilden Valet-Parking Anbieter in der Region konkurrieren. Durch die Glattalbahn, die man über eine Brücke direkt erreichen kann, ist das P10 mittels zweiminütiger Tramfahrt mit dem Flughafen erschlossen.

Über 60 Millionen Franken Investitionen

Der Flughafen wird neu über 23 400 Parkplätze verfügen, davon 18 000 in Parkhäusern. Das 2012 vom Bund bewilligte Kontingent wird damit bis auf 800 Plätze aufgebraucht sein. In das Parkhaus investiert der Flughafen rund 50 Millionen Franken. Dazu kommen 12,3 Millionen Franken für das Land, welches der Flughafen der Stadt Kloten abkauft. Das Klotener Parlament hat dem Verkauf des Waldstücks bereits im November 2013 zugestimmt. Der zu rodende Wald im Gebiet Oberhau soll an zwei Orten wieder aufgeforstet werden: Einerseits in der Kiesgrube «Gwerfi» zwischen Kloten und Bassersdorf. Dies in Absprache mit dem Naturschutz. Und zwischen den Pisten, nördlich des Docks E, wo der Wald für die dritte Ausbauetappe einst gerodet wurde.

Zufahrt stoppt Freizeitsportler

Wer mit dem Velo oder den Inline Skates rund um den Flughafen fährt, wird künftig wegen der Zufahrt zum Parkhaus gestoppt. Diese erfolgt bei der bestehenden Ampel auf Höhe der Avis-Autovermietung, wo die Flughofstrasse abzweigt. In beiden Fahrrichtungen wird eine zusätzliche Abzweigespur erstellt. Von dort führt ein Strässchen durch das Oberhau-Waldstück zum Parkhaus. Es dient dazu, dass sich die Autos bei hohem Verkehrsaufkommen dort stauen und nicht direkt im Parkhaus. Der Radweg wird von dieser Zufahrt unterbrochen, es entsteht ein dreiteiliger Fussgängerstreifen mit Druckknopf. Hobbysportler müssen dort also eine Zwangspause einlegen.

Flughafen verhandelt mit ZVV

Besser haben es die Parkhausbenützer. Sie können vom 3. Obergeschoss über eine Brücke direkt zur Glattalbahn gelangen und von dort in zwei Minuten an den Flughafen. Tagsüber fährt alle 7,5 Minuten ein Tram. Der Flughafen verhandelt derzeit noch mit dem ZVV über die Kosten für diese Fahrt, sagt Mediensprecherin Sonja Zöchling. Denkbar wäre beispielsweise, dass diese über das Parkingticket abgegolten werden und die Passagiere für die zwei Minuten in der Glattalbahn nicht extra bezahlen müssen.

Weil das erste Tram morgens erst um 5.25 Uhr fährt, soll zu den Randzeiten zudem ein Shuttle dafür sorgen, dass die Reisenden rechtzeitig für die ersten Flüge am Check-in sind. An der Flughofstrasse wird das Parkhaus Mehrverkehr generieren, gemäss der Bauausschreibung sollte das Strassennetz diesen aber aufnehmen können.

Günstiger als Parkhäuser am Flughafen

Für den Flughafen sind die Ziele des neuen Parkhauses klar: Billigere Plätze im Kampf gegen wilde Valet-Anbieter. Diese nehmen den Passagieren ihr Auto auf der Flughafenvorfahrt ab und parkieren es irgendwo in der Region. Das verursacht aber doppelte Fahrten und drückt damit den Modalsplit des Flughafens. Dieser erhebt, wie viele Besucher mit dem Auto und wie viele mit dem ÖV anreisen. Die Valet-Anbieter haben Erfolg, weil sie eine Woche Parking für rund 120 Franken anbieten können. Im Flughafen-Parkhaus kostet eine Woche 200 Franken, mit Vorreservation allerdings auch mal nur 170 Franken. Auf dem offenen Parkfeld P60 an der Autobahn sind es gar nur 80 Franken, allerdings muss der Passagier von dort noch mit dem Bus an den Flughafen.

Beim neuen Parkhaus P10 wird das dank Tramanbindung angenehmer und der Flughafen kann wilde Valet-Anbieter effektiver bekämpfen. Bei der Preisgestaltung muss er aber auch den Modalsplit im Auge behalten. 42 Prozent muss dieser im Jahr 2020 betragen, dies eine Auflage für den Bau der neuen Parkhäuser P6 Ost und P10. Derzeit beträgt er 43 Prozent, wird das Parkieren am Flughafen aber zu attraktiv, könnte er wieder sinken.

Autovermietung könnte ausgelagert werden

Ausgebaut wurde auch der Shopping-Bereich am Flughafen. Nach dem Circle-Bau sollen weitere Flächen für noch mehr Verkaufsläden erschlossen werden. Mit der Vergrösserung der Migros ist aber gerade im Shopping-nahen Parkhaus P3 eine Ebene umgenutzt worden. Das neue P10 könnte es möglich machen, im P3 wieder mehr Plätze exklusiv für Besucher zugänglich zu machen, die nur den Einkaufsbereich des Flughafens benutzen.

Denkbar wäre auch eine Auslagerung der Mietautostation in das externe P10. Dies wird an vielen Grossflughäfen so gehandhabt. «Für die Zuweisung von fixen Plätzen z.B. an Autovermietungen haben wir noch genügend Zeit», erklärt Zöchling im Hinblick auf die frühestens in zwei Jahren geplante Eröffnung des P10. ()

Erstellt: 16.11.2015, 17:56 Uhr

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