Kloten

36 Checks und eine Demonstration

Der EHC Kloten setzt gegen den HC Thurgau beim 5:1-Heimsieg (1:1, 1:0, 3:0) in der Eishockey-Swiss-League ein deutliches Zeichen.

Klotens Stürmer Robin Figren (rechts) zeichnet sich gegen Patrick Brändli und Thurgau als robuster Kämpfer und Torschütze aus.

Klotens Stürmer Robin Figren (rechts) zeichnet sich gegen Patrick Brändli und Thurgau als robuster Kämpfer und Torschütze aus. Bild: Leo Wyden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Solid» nannte der schwedische Stürmer Robin Figren die Leistung vor über 5000 Zuschauern. Es war sogar ein bisschen mehr. Und der Flügel hatte daran seinen grossen Anteil. Zum zweiten Mal in Folge stürmte er an der Seite von Éric Faille, das kam dem Powerplay zugute. Figren erzielte das 1:1 mit einem Gewaltsschuss, dazu bereitete er das 2:1 von Éric Faille vor. Der kanadische Center, der vom Novembertief nicht verschont geblieben war, erzielte erneut vier Skorerpunkte, wie schon am Freitag beim 5:0 in Visp.

Diese zwei letzten Partien zeigten, dass der November auch in den Köpfen der Spieler nicht mehr nachwirkt. Obwohl das Wetter weiterhin trüb ist, spielte der EHC in den zwei letzten Partien auf der Sonnenseite. Er demonstrierte gestern, dass das 5:0 vom Freitag in Visp keine Ausnahme war, sondern der wichtige Schritt aus der offensiven Krise. In den ersten sechs Partien des elften Monats hatte das Team nur gerade 12 Goals erzielt, in den zwei letzten Spielen sind es nach dem gestrigen 5:1 deren 10. Gegen den HC Thurgau, als Dritter der Tabelle angereist, gewann der EHC das zweite Spitzenspiel innert weniger als 48 Stunden. Dass er mit diesem Sieg erstmals in dieser Saison auf Platz 1 der Rangliste steht, ist eine angenehme Nebenerscheinung. Nach Verlustpunkten ist Ajoie weiterhin die Nummer 1, die Pruntruter aber waren gestern spielfrei. Auf dieses Team trifft Kloten am Samstag, morgen steht der Match gegen Sierre an, der exakt 85 Jahre nach der Gründung des EHC stattfindet.

Beeindruckende Intensität

Kloten setzte gegen den HC Thurgau ein Ausrufezeichen in Sachen Physis. Laut Assistenzcoach Björn Lidström setzten seine Spieler in den 60 Minuten nicht weniger als 36 Bodychecks, die meisten davon in der ersten Periode. Diese 20 Minuten waren von der Intensität her etwas vom Besseren, was Kloten in dieser Saison bisher geboten hat. «Wir wussten, dass sie ziemlich hart spielen wollen. Und wir haben ihnen so ziemlich entgegengehalten», sagte Robin Figren. Dass Thurgau in Führung ging, war die Folge eines individuellen Fehlers, brachte aber das Team nicht vom Konzept ab.

Diese ständige physische Präsenz des Gegners – mit Ausnahme vielleicht der ersten zehn Minuten im Mitteldrittel – zermürbte die Thurgauer. Je länger die Partie dauerte, desto müder wurden sie. «Die Drittelsresultate spiegeln ziemlich exakt den Spielverlauf» kommentierte Figren das 1:1, 1:0 und 3:0 in den einzelnen Perioden. Er ist mit seinen drei Goals in den letzten zwei Partien nun zweitbester Torschütze im Team hinter Faille. Der Wechsel an die Seite des Kanadiers habe vor allem im Powerplay positive Auswirkungen, sagt er. Faille bringt die Pucks perfekt durch die Verteidigerbox. «Ich muss noch mehr bereit sein, wenn die Zuspiele kommen.» Das Überzahlspiel brachte nur ein Tor ein, aber es sieht nun schon wieder einiges gefährlicher aus als noch im grauen November.

Erfolg erhöht taktische Disziplin

Robin Figren fühlt sich in der Zwischenzeit auch wohler, er weiss besser, was seine Mitspieler tun. «Aber ich bin noch nicht dort, wo ich sein will», sagt er. In gewissen Bereichen ist seine Mannschaft aber schon ziemlich weit. 1,96 Gegentore pro Match ist Spitzenwert, im Powerplay und in Unterzahl sind die Klotener jeweils die Nummer 2 der Liga.

«Extrem gut» hat Björn Lid­ström der Start ins Spiel gefallen. Und wie auch alle vier Linien versuchten, den Gegner unter Druck zu setzen. Dazu sei mit jedem Tor die Energie grösser geworden. «Wir wollen, dass alle Formationen mit gleicher Intensität spielen», fügte der Klotener Assistenztrainer an. «Wenn man Erfolg hat, dann glauben die Spieler natürlich mehr an den Gameplan, den wir ihnen vorgeben.»

Erstellt: 01.12.2019, 20:46 Uhr

Match-Telegramm

Kloten - Thurgau 5:1 (1:1, 1:0, 3:0)

Swiss-Arena. – 5083 Zuschauer. – SR Erard, Hungerbühler; Wermeille/Huguet. – Tore: 5. Frei 0:1. 17. Figren (Faille; Ausschlüsse Seiler/Loosli) 1:1. 37. Faille (Figren, Steiner) 2:1. 46. Ganz (Kindschi, Knellwolf) 3:1. 49. Sturny (Faille, Knellwolf) 4:1. 59. Grossniklaus (Faille; Strafe angezeigt) 5:1. – Strafen: 3×2 gegen Kloten, 4×2 gegen Thurgau. – Kloten: Nyffeler; Back, Stämpfli; Ganz, Kindschi; Grossniklaus, Steiner; Harlacher; Sturny, Sutter, Obrist; Figren, Faille, Knellwolf; Truttmann, Forget, Marchon; Krakauskas, Lemm, Füglister. – Thurgau: Aeberhard; Seiler, Parati; Scheidegger, Fevhtigh, Steinauer, Collenberg; Moser, Engeler; Kellen Jones, Connor Jones, Merola; Altorfer, Brändli, Fabio Hollenstein; Frei, Niedermaier, Janik Loosli; Zanzi, Lars Kellenberger, Bischofberger. – Bemerkungen: Kloten ohne Lehmann, Kellenberger, Kälin (verletzt); Thurgau ohne Michael Loosli, Rundqvist, Hobi, Wildhaber (verletzt).

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben