Dielsdorf

5 Jahre Haft für Fusskick gegen Kopf

Das Bezirksgericht hat einen 22-jährigen Mann wegen versuchter vorsätzlicher Tötung schuldig gesprochen. Nach der Haft könnte ihm auch die Ausschaffung drohen.

Ein junger Türke erhält vom Bezirksgericht Dielsdorf eine 5-jährige Gefängnisstrafe aufgebrummt.

Ein junger Türke erhält vom Bezirksgericht Dielsdorf eine 5-jährige Gefängnisstrafe aufgebrummt. Bild: Christian Wüthrich

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Im Mai 2016 endete ein Streit zwischen zwei Männern am Bahnhof Dielsdorf mit einem Fusskick gegen den Kopf. An der Verhandlung vor Bezirksgericht Dielsdorf am vergangenen Mittwoch wurde noch einmal aufgerollt, wie ein damals 20-jähriger Türke einen 50-jährigen Schweizer mit ausländischen Wurzeln gezielt ausser Gefecht gesetzt hatte, nachdem dieser ihn unablässig angebrüllt und angeblich mit dem Tod bedroht hatte (siehe Box rechts).

Auslöser war ein unbeabsichtigter Rempler beim Aussteigen aus der S-Bahn gewesen. Nun ist das Urteil da: 5 Jahre Gefängnis und eine ambulante therapeutische Massnahme. Ausserdem kassiert der Täter eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 10 Franken weil er sich mit einem falschen Ausweis der Verhaftung entziehen wollte.

Rekurs angekündigt

Das Bezirksgericht bleibt damit ein Jahr unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die 6 Jahre Haft verlangt hatte. Die Verteidigung hatte auf Freispruch wegen Notwehr plädiert und kündigte gestern an, den Fall weiterzuziehen.

Der psychisch und körperlich angeschlagene Täter war der Urteilseröffnung am Donnerstag entschuldigt fern geblieben, da er nicht mehr verhandlungsfähig war. Er sitzt in Einzelhaft in der Regensdorfer Pöschwies zum vorzeitigen Strafvollzug. Der Türke hatte beantragt nach Rheinau verlegt zu werden. Das würde jedoch einer stationären Massnahme gleichkommen, was nun aber nicht angeordnet wurde.

Tat reicht für Ausschaffung

Eine stationäre Massnahme wäre vielmehr einer «kleinen Verwahrung» gleichgekommen, was dem Täter somit erspart bleibt. Allerdings könnte ihm nach Verbüssen seiner Strafe ein Landesverweis drohen. Nur fünf Monate nach seiner Tat trat im Oktober 2016 nämlich das neue Ausschaffungsgesetz inkraft. Die automatische Ausschaffung nach einer Verurteilung mit diesem Delikt greift somit nicht, wobei die Migrationsbehörden auch von sich auch tätig werden könnten. Dies komme in solchen Fällen durchaus vor, bestätigte die Staatsanwältin.

Erstellt: 19.01.2018, 16:26 Uhr

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