Oberglatt

640-Kilo-Hengst wird «Mister Kamel»

Sahara-Stimmung inmitten von Oberglatt: Farmbesitzer Ben Salem lud am vergangenen Wochenende zum Kamelfest ein. Neben verschiedenen Aktivitäten und Präsentationen fand auch die Taufe von zwei Jungtieren und die Wahl zum «Mister Kamel» statt.

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Nach einem etwas kühleren Samstag kamen Tierliebhaber am Sonntag wieder in den Genuss von sonnigem Wetter. Besonders die jungen Besucher erwartete beim Kamelfest ein reichhaltiges Programm. So konnten sie zum Beispiel auf Kamelen reiten. Wem die anmutigen Tiere doch ein bisschen zu unheimlich waren, konnte sich anderweitig beschäftigen: Kinderschminken, Kamelmalen und eine Hüpfburg wurden angeboten. Die Gäste der Geflügelfarm Oberglatt hatten zudem ein Gehege mit jungen Küken aufgestellt. Dank der orientalischen Küche kamen die Gäste auch kulinarisch auf ihre Kosten. Experimentierfreudige durften gar Kamelmilch probieren. Musikalisch untermalt wurde das Fest von der Musikerformation Just Two.

Soran (16) hat sich zum Titel geschleimt

Die Besucher hatten während des Festes Stimmen für die «Mister Kamel»-Wahl eingereicht und erwarteten gespannt die Bekanntgabe des Resultats: Wer wird zum schönsten Kamel-Mann gekürt? Am Sonntag um 16.30 Uhr war es dann so weit.

Der Anlass nahm eine unerwartete Wendung, als zuerst der falsche Hengst angekündigt wurde. Die Verwirrung klärte sich jedoch schnell: Soran konnte sich knapp gegen seine vier Kontrahenten durchsetzen. Mit 16 Jahren ist der 640 Kilogramm schwere Kamelhengst der Älteste unter Salems Tieren und lebt seit 2004 auf dessen Farm. Ob Soran tatsächlich wegen seinem Aussehen gewann, ist nicht sicher. «Weil wir in der Schweiz sind, wurde demokratisch abgestimmt», sagt Salem und lacht. Soran sei ein sehr anhängliches Tier und habe deshalb beim Publikum gepunktet, glaubt er. Für den Sieger ändert sich nicht viel. Der Titel «Mister Kamel» wird weder mit mehr noch mit besserem Futter belohnt. Ben Salem bekräftigt: «Wir behandeln alle unsere Tiere gleich.» Bei speziellen Anlässen will er den Hengst jedoch als «Mister Kamel» präsentieren.

Die Glückliche und das kleine Teufelchen

Als Zwischenprogramm bot Farmbesitzer Salem den Zuschauern eine musikalische Darbietung: Beduinenmusik gespielt auf einer Zurna, einer Art Flöte, und Trommeln inklusive Bauchtanz-Show. Das enthusiastische Publikum liess sich zum Mittanzen verleiten, darunter auch Salem selbst. «Das ist Musik aus meiner Heimat Südtunesien», erklärt er stolz. Mit einer halben Stunde Verspätung fand zum Abschluss die heiss ersehnte Taufe der knapp einen Monat alten Kamelfohlen statt. Die Besucher konnten zuvor Namensvorschläge einreichen. Die Jungstute von Muttertier Subaia erhielt den Namen Sada, was im Arabischen «die Glückliche» heisst. Der neugeborene Hengst der Stute Saba dagegen wurde passend zu seinem ungestümen Charakter Saitan, das kleine Teufelchen, getauft. Die Siegervorschläge wurden mit einem Gutschein belohnt. Wieso aber beginnen alle Namen mit dem Buchstaben «S»? «Ich komme aus der Sahara und lebe nun in der Schweiz», erklärt Salem. «Das soll ein Symbol sein, dass hier alle willkommen sind.» Das zeigt sich auch an den hohen Besucherzahlen, über die sich Salem glücklich zeigte.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 27.08.2018, 18:00 Uhr

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