Eigental

70 000 Franken Bussen im Eigental wegen Missachtung des Fahrverbots

Die erste Strassensperrung zur Hauptwanderzeitder Amphibien hat im Eigental erneut eine Bussenflut zur Folge. 700 Autolenker haben das Fahrverbot missachtet. Jetzt wird über automatische Barrieren nachgedacht.

700 Autolenker kümmerten sich nicht um das Wohlergehen der Eigentaler Frösche und Kröten (Symbolbild).

700 Autolenker kümmerten sich nicht um das Wohlergehen der Eigentaler Frösche und Kröten (Symbolbild). Bild: Paco Carrascosa

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Wenn es darauf ankommt, braucht es handfeste Massnahmen zum Amphibienschutz im Eigental. Das zeigen die neusten Zahlen der Stadtpolizei Kloten zur kürzlich abgeschlossenen Frösche- und Krötenwanderung in jenem Schutzgebiet zwischen Oberembrach und Nürensdorf, dem nationale Bedeutung beigemessen wird.

Zwischen dem 8. März und dem 19. April blieb die Eigentalstrasse während rund sechs Wochen jeweils von 18 bis 8 Uhr in der Nacht gesperrt. In dieser Zeit registrierte die elektronische Verkehrsüberwachung an den beiden Eingängen des Schutzgebietes ins­gesamt 700 Übertretungen des Fahrverbots.

Die fehlbaren Automobilisten werden gemäss Marc Osterwalder, Bereichsleiter Lebensraum und Sicherheit der Stadt Kloten, mit je 100 Franken gebüsst. Somit fallen erneut 70 000 Franken Strafgelder an.

Sinkende Bussen-Tendenz

Die Zahl der Verstösse gegen die auf digitalen Leuchtanzeigen deutlich erkennbare Verbotsregelung sei noch immer zu hoch, gibt Osterwalder zu bedenken. Dennoch sei man insbesondere mit der sinkenden Tendenz der Übertretungen im Vergleich zur letzten Sperrung im Herbst zufrieden. Damals wurden über 1000 Bussen ausgesprochen. Jetzt hätten die zusätzlich ergriffenen Schutzmassnahmen die Fauna im Tal vor einem grösseren Schaden bewahrt.

Auf der Nebenstrecke Gerlisberg–Birchwil seien Gitter und letztlich neue, automatische Barrieren zum Einsatz gekommen, während unten im Eigental die konventionellen Absperrungen montiert wurden. So konnte verhindert werden, dass im Kernstück des Schutzgebietes, auf ­Höhe des Eigentalweihers, Fahrzeuge passieren konnten.

Schon ein Auto kann eine «Sauerei» anrichten

«Wir waren zuweilen vor Ort und mussten während der Wanderungen feststellen, dass schon ein einzelnes Auto eine grosse ‹Sauerei› auf der nächtlichen Strasse verursachen kann.» Die Population der Erdkröten und Laubfrösche im Eigental wird von Fachleuten auf mehrere Tausend Tiere geschätzt.

«In der Rekordnacht hatten wir einst über 1500 Tiere über die Strasse getragen», erinnert sich Thomas Maag vom Naturschutz Bassersdorf-Nürensdorf (NBN) an die Zeiten vor dem Jahr 2000. Damals rollte der Verkehr auch nachts noch durchs Tal, dafür mussten die Tiere mit Schutz­zäunen zurückgehalten und von Hand über die Strasse gebracht werden, damit sie zu ihren Laichplätzen im Weiher kamen. Die jetzige Sperrung sei somit keineswegs eine Schikane, sondern sie verhindere ein Massaker auf der Eigentalstrasse, gibt man seitens der Amphibienschützer zu bedenken.

«In der Rekordnacht hatten wir einst über 1500 Tiere über die Strasse getragen.»Thomas Maag, Naturschutz Bassersdorf-Nürensdorf (NBN)

Eigentlich dachte man, dass nach dem Kompromiss über die künftige Nutzung der Strasse im Eigental das 2017 installierte digitale Überwachungssystem mit Kameras ausreiche, um den Verkehr im Schutzgebiet zu bändigen.

Aber dem ist ganz offensichtlich nicht so. «Wir überlegen uns, ob wir nun auch am Weiher automatische Barrieren installieren werden. Das letzte Wort wird aber der Stadtrat haben», sagt Osterwalder nun. Dazu gebe es noch ein paar technische Fragen zu klären. Die Anschaffungskosten würden bei dieser hohen Zahl von Bussen ohnehin keine entscheidende Rolle spielen. Seit der Inbetriebnahme des neuen Systems haben die unerwartet hohen Strafgeldeinnahmen die Investitionen eh schon längst amortisiert.

Erstellt: 02.05.2018, 16:52 Uhr

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