Hüntwangen

7000 Frauen finden ihren Spass im Schlamm

Wer weiblich ist und gerne im Schlamm wühlt, war am Samstag beim Muddy Angel Run in Hüntwangen genau richtig. Ein Parcours im Amphitheater bot schlammige Hindernisse in jeder Form.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im Hüntwanger Amphitheater dominieren die Farbe Pink und der Dreck. 7000 Frauen und Mädchen liefern sich einem Hindernislauf der schlammigen Sorte. Mit Schlamm, auf Englisch «Mud», verdient sich der Muddy Angel Run schliesslich seinen Namen. Mit pinkfarbenen Kopfbändern, in pinkfarbenen T-Shirts und sonstigen rosa Accessoires bewältigen die Teilnehmerinnen aus der ganzen Schweiz eine Strecke von fünf Kilometer durch das Gelände des Amphitheaters, gespickt mit Hindernissen, die dafür sorgen sollen, dass keine Läuferin die Ziellinie trocken oder gar sauber erreicht.

Spende für ernstes Thema

Gestartet wird in 300er-Blocks alle 20 Minuten. Beim Kriechen, Tauchen, Waten und Robben im Schlamm kann man sich Zeit lassen. Sie wurde nicht gemessen.

Der grösste europäische Hindernislauf für Frauen, veranstaltet von einem deutschen Sportevent-Ausrichter, kommt nach 2017 zum zweiten Mal nach Hüntwangen. Das Ziel: So viel Spass mit Freundinnen wie möglich zu haben. Gleichzeitig soll erneut auf das Thema Brustkrebs aufmerksam gemacht werden. Der Veranstalter spendet je einen Franken pro Ticket (Preis 39 bis 69 Franken) und verkauftem Fanartikel.

Spass in der Gruppe

Vom Anlass, an dem neben den Muddy Angels auch 3000 bis 4000 Besucher erschienen, sind Daniela aus Toggenburg und ihre vier Freundinnen hellauf begeistert. «Mega geil», ist das gemeinsame Urteil. «Wir sind das erste Mal dabei und nehmen es locker», sagt Daniela. Als das härteste Hindernis bezeichneten die Frauen das Gitterbecken. Dazu musste man in ein Schlammbecken kriechen und sich durch dieses rücklings an einem Gitter haltend entlangziehen. «Aber wir sind fit genug», findet sie. Die meisten Teilnehmerinnen starten in Gruppen mit Freundinnen, Kolleginnen und Familienangehörigen, natürlich nur weiblichen. Die Männer dürfen von der Seite zusehen und Erinnerungsfotos schiessen.

Für Angela, Sarah, Hava, Jasmine und Edina, fünf Kolleginnen aus dem liechtensteinischen Schaan, passt der Event in ihre jährliche Planung. «Wir arbeiten zusammen und nehmen jedes Jahr an einem Sportanlass teil», sagt Sarah. Die fünf sind auf Facebook auf diesen Anlass aufmerksam geworden. «Es ist genial», findet Angela. Von den Startgeldern hätte aber mehr als ein Franken pro Ticket gegen Brustkrebs gespendet werden können, findet die Gruppe.

In erster Linie ein Sportevent

Das hören die Organisatorin immer wieder. Julia Heinen, Projektleiterin der Muddy Angel Run Serie sagt dazu: «Wir arbeiten total transparent und machen klar, dass wir kein Spendenlauf sind. Wir bieten eine spassige Veranstaltungsdienstleistung an, und die Spendengenerierung ist ein Teil unseres Engagements. Wenn man aber bedenkt, dass wir jährlich europaweit 120 000 Teilnehmerinnen haben, tönt die Zahl auch etwas anders», findet sie. Das im jeweiligen Land eingenommene Spendengeld Geld wird auch im gleichen Land gespendet. Den grösseren Teil des Engagements sieht Heinen aber anderswo. «Wir bieten den Organisationen eine Riesenplattform an – beispielsweise über die sozialen Medien – um mit ihrer Präventionsarbeit ihre Zielgruppe zu erreichen.» Dabei sei es das Ziel, den Fokus auf gesunde Ernährung, regelmässige Bewegung und Vorsorgeuntersuchung zu legen. Vor allem in Deutschland habe sich der Muddy Angel Run auch zu einem Solidaritätsrennen entwickelt. «Wir haben viele ehemalige Brustkrebspatientinnen, die den Lauf als Motivation nehmen, sich wieder sportlich zu betätigen sowie Gruppen, die für Betroffene rennen, um ihnen Mut zu geben.»

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 08.07.2018, 19:24 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Werbung

Branchenbox

Die wöchentliche Seite in der Printausgabe des «Zürcher Unterländer». Ihre Kontaktangaben immer online abrufbar.

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!