Kloten

70-Jährige aus Kloten ist beim Rotkreuz-Fahrdienst aktiv

Rosmarie Hunziker ist für den Rotkreuz-Fahrdienst tätig. Sie chauffiert Menschen zum Arzt, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.

Gelassenheit am Steuer in jeder Situation ist eine Stärke der Rotkreuz-Fahrerin Rosmarie Hunziker.

Gelassenheit am Steuer in jeder Situation ist eine Stärke der Rotkreuz-Fahrerin Rosmarie Hunziker. Bild: Sibylle Meier

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Mehr als 1500 Freiwillige waren im vergangenen Jahr im Kanton Zürich für den Rotkreuz-Fahrdienst im Einsatz. Eine davon ist Rosmarie Hunziker aus Kloten. Seit eineinhalb Jahren fährt sie mit Frauen und Männern, für die eine Fahrt mit dem ÖV zu umständlich ist, in eine Arztpraxis, ins Spital oder zu einer Therapie. «Das ist eine sehr befriedigende Aufgabe», sagt sie. Sie ist sehr froh, diese Aufgabe zu haben. «Nachdem ich vor ein paar Jahren an Krebs erkrankt war und glücklicherweise wieder gesund geworden bin, kann ich mich sehr gut in die Patientinnen und Patienten einfühlen.» Nach ihrer körperlichen Genesung sei sie in ein Loch gefallen und brauchte eine Beschäftigung.

Spass am Autofahren

Die 70-Jährige hat vor rund 50 Jahren bereits den Führerschein gemacht. «Ich war immer gern mit dem Auto unterwegs, auch lange Strecken habe ich nie gescheut», erklärt sie. Weder die wöchentlichen Fahrten an den Neuenburgersee, um ihre Mutter zu besuchen, noch Hunderte von Kilometern, die sie in jungen Jahren zurückgelegt hat, um ihren Freund in Norwegen zu sehen, haben ihr je etwas ausgemacht.

«Auch im Stadtverkehr habe ich überhaupt keine Probleme.»Rosmarie Hunziker
freiwillige Fahrerin beim Rotkreuz-Fahrdienst

«Auch im Stadtverkehr habe ich überhaupt keine Probleme », sagt sie. Im Gegenteil, sie mag die Herausforderung, einen möglichst schnellen Weg zu finden. Deshalb fährt sie gerne in die Zürcher Spitäler wie das Hirslanden oder das Unispital. Manchmal sei es etwas schwierig, einen Parkplatz zu finden. Aber auch dann gerät sie nie in eine Stresssituation. «Ich bleibe immer gelassen.»

Durch ein Inserat im Klotener Stadtanzeiger ist Rosmarie Hunziker auf den Rotkreuz-Fahrdienst aufmerksam geworden. «Ich habe nach einem Engagement gesucht, um für andere da zu sein. Dieser Fahrdienst passt perfekt.» Sie erfahre viele Geschichten von den Menschen, die sie zu einem Termin fährt. Sie warte jeweils, bis diese von sich aus anfangen zu reden und hört einfach zu. So seien nette Kontakte entstanden. «Anderen eine Freude zu machen, bringt auch mir etwas. Manchmal nehme ich auf Wunsch meines Fahrgastes zum Beispiel den Weg über die Landstrasse, statt die Autobahn, weil es mehr von der Umgebung zu sehen gibt.»

Spazieren während Wartezeit

Gemäss den Richtlinien des Schweizerischen Roten Kreuz Kanton Zürich (siehe Kasten), warten die freiwilligen Fahrerinnen und Fahrer vor Ort auf ihre Fahrgäste, um sie wieder nach Hause zu bringen. «Diese Wartezeit macht mir gar nichts aus», sagt Rosmarie Hunziker. «Im Gegenteil, ich nutze sie oft für einen Spaziergang. So komme ich immer zu genügend Bewegung.»

Die aktive Frau ist fast täglich für den Rotkreuz-Fahrdienst im Einsatz. «Sogar am 24. Dezember war ich unterwegs», sagt sie. Hat sie einmal einen privaten Termin, muss sie das frühzeitig melden, damit sie nicht für Fahrten eingeplant wird. Mittlerweile gibt es nämlich Anfragen bei der Zentrale von Leuten, die am liebsten mit Rosmarie Hunziker fahren.

Erstellt: 12.02.2020, 11:39 Uhr

Rotkreuz-Fahrdienst

Im ganzen Kanton Zürich waren im vergangenen Jahr 1558 freiwillige Fahrerinnen und Fahrer unterwegs. Sie haben mit mehr als 173000 Fahrten über 10000 Fahrgäste mit ihrem eigenen Auto transportiert. Dabei haben sie nahezu 2,2 Millionen Kilometer zurückgelegt. Diese Freiwilligen, die bis 80-jährig beim Fahrdienst dabei sein können, begleiten Personen, die in der Mobilität eingeschränkt sind ins Spital,
zum Arzt oder in die Therapie. Sie erhalten die Kilometerentschädigung zur Deckung der Unkosten direkt von den Fahrgästen.

Lokale Fahrdienste an zahlreichen Standorten organisieren die Einsätze.

Im Zürcher Unterland braucht es aktuell für folgende Gebiete Unterstützung: Bülach dazu gehören auch Bachenbülach, Freienstein-Teufen, Hochfelden und Höri; Dielsdorf mit Regensberg; Opfikon-Glattbrugg; Regensdorf. Weitere Infos sind erhältlich auf www.srk-zuerich.ch/mit-dem-eigenen-auto-andere-zu-terminen-fahren, telefonisch über die Nummer 044 388 25 65 oder per E-Mail fahrdienst@srk-zuerich.ch.

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