Bülach

An Visionen für die Stadtentwicklung fehlt es nicht

Die dritte von insgesamt vier Stadt-Werkstätten fand im Guss 39 statt. 50 Teilnehmende diskutierten über Wachstum und Identität der Gemeinde, entwickelten Visionen und schlugen konkrete Massnahmen vor.

In der Gruppe diskutierten die Teilnehmer der Stadt-Werkstatt die Entwicklung von Bülach.

In der Gruppe diskutierten die Teilnehmer der Stadt-Werkstatt die Entwicklung von Bülach. Bild: Francisco Carrascosa

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Im Guss 39 schienen die Köpfe der Frauen und Männer an den vier Gruppentischen gegen Samstagmittag zu rauchen. Seit zwei Stunden waren die rund50 Teilnehmenden der dritten Stadt-Werkstatt damit beschäftigt, ihre Ideen und Visionen rund ums Thema Wachstum und Identität der Stadt Bülach in Worte zu fassen und zu konkretisieren.

«Es ist mir ein Anliegen, die Thematik der Stadtentwicklung nicht nur aus baulicher Sicht ­anzugehen», betonte Stadtpräsident Mark Eberli. «Wir haben diese Werkstätten ins Leben ­gerufen, damit die Bevölkerung mit ihren zahlreichen Ideen die nächste Legislaturperiode mitprägen kann.» Ein kunterbunter Mix aus Ideen sei gefragt, welche kurz-, mittel- oder langfristig umgesetzt werden könnten.

1600 Wohnungen werden in den nächsten Jahren gebaut, davon 1000 in Bülach Nord und weitere 600 auf anderen Gebieten in der Stadt. «Dieses Wachstum löst Befürchtungen aus.» Genau aus diesem Grund habe man die Stadt-Werkstätten ins Leben gerufen. «Wir nehmen die Ängste und ­Befürchtungen der Bevölkerung ernst», sagte Pascal Sidler, stellvertretender Stadtschreiber. Bereits an den letzten zwei Stadt-Werkstätten zu den Themen Grünflächen und Freiräume ­sowie lebendiges Zentrum und attraktives Kleingewerbe sei konstruktiv gearbeitet worden.

Von Urban Gardening bis zu Radio Bülach

Auch am vergangenen Samstag versuchten die Teilnehmenden mit viel Engagement Nägel mit Köpfen zu machen. Nach mehr als zwei Stunden Diskussionen, Prioritätensetzungen und Konsensfindungen wurden die Ergebnisse der vier Gruppen präsentiert. So plädierte die erste Gruppe dafür, «Fuss in Bülach zu fassen». Neuzuzügeranlässe würden sich anbieten, um Kontakte zu knüpfen und vermehrt Leute in Gemeinschaftsräume einzuladen. Auch ein Waldkindergarten sowie Gemeinschaftsgärten in den Quartieren standen auf der Wunschliste.

Bei der zweiten Gruppe kristallisierten sich die Forderungen nach einem Grünflächenkonzept mit Urban Gardening sowie der Optimierung des Städtlibus-Angebots heraus. Wünsche nach einem Flohmarkt im Quartier, einem «roten Sofa», auf dem jeder, der möchte, mit anderen ins Gespräch kommen kann, und gar einem Radio Bülach tauchten auf.

Mehr Arbeitsplätze im Verhältnis zu der Bewohnerzahl ­lautete das Anliegen der dritten Gruppe. Gewünscht würde ­zudem eine Anlaufstelle für die Bevölkerung – «für Leute, welche innovative Ideen haben, aber nicht wissen, wie sie diese umsetzen können». Auch kurze, sichere Verbindungen aus den Quartieren ins Städtli seien wichtig. Die vierte Gruppe beschäftigte sich mit dem Thema «Identität und Heimatgefühl». «Geht dieses Heimatgefühl verloren, wenn wir weiterhin so schnell wachsen?», fragte Gemeinderätin Andrea Spycher.

«Wir wünschen uns ein Begegnungszentrum unter professioneller Leitung mit Unterstützung der Stadt, aber unter Mitarbeit der Bevölkerung.» Mehr Veloparkplätze sollten zudem am Bahnhof zur Verfügung stehen. «Schön wäre es auch, wenn sich einige der heute An­wesenden für ein politisches Amt zur Verfügung stellen wollten», bemerkte sie.

Werkstatt-Teilnehmer Norbert von Euw wollte vor allem aus erster Hand erfahren, wie es mit Bülach Nord weitergeht. Auch die Schulraumplanung sowie die Gestaltung der öffentlichen Plätze interessieren den Bülacher. Der heutige Tag habe ihm vieles gebracht. «Ich habe neue Bülacher kennen gelernt, darunter auch viele Neuzuzüger.»

Erstellt: 29.01.2018, 10:26 Uhr

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