Bassersdorf

Bassersdorfer Fasnachts-Looping wird zur Mutprobe für TV-Promis

Die Basi-Fasnacht wird bald auch in Asien bestens bekannt sein. Ein japa­nischer TV-Sender ist auf die verrückte Achterbahn-Konstruktion der Unterländer Narren aufmerksam geworden. Morgen sollen japanische Promis einsteigen.

Kopfüber im Looping gehts hier an der Winterthurer Fasnacht über die Bassersdorfer Achterbahn.

Kopfüber im Looping gehts hier an der Winterthurer Fasnacht über die Bassersdorfer Achterbahn. Bild: Archiv LB / Heinz Diener

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es ist nur eine Anfrage von vie­len, aber die hat es in sich. Für die ­derzeit meistbeachtete TV-Show ­Japans «ITTEQ – Let’s Challenge the World» soll eine Produktionsfirma an einem Drehtermin mit dem diesjährigen Bassersdorfer Fasnachtswagen – einer selber gebauten Achterbahn – interessiert sein, hiess es plötzlich. Die Bassersdorfer Fasnächtler seien jedenfalls total überrascht ge­wesen von dieser Anfrage, gibt Obernarr Rolf Zemp zu. «Unsere Achterbahn geht um die Welt», scherzt er mit Blick auf die ­jüngste Publizität.

Quelle: Youtube

Die ominöse erste E-Mail-Nachricht mit der Anfrage für einen TV-Dreh sei von einer gewissen Frau Rika Nakamura gekommen. Das Schreiben hätte auf den ersten Blick wohl auch als eines jener unsäglich nervigen Werbemails durchgehen können. Aber schnell wurde klar, dass auch wirklich Bassersdorf gemeint war und die Anfrage für einen Drehtermin ernst gemeint sein musste. «Wir haben x-mal hin und her gemailt, bis alles ­geklärt war», erzählt Rolf Zemp.

20 Millionen Japanerschauen jeden Sonntag zu

Der Aufnahmetermin ist für morgen Donnerstag am Vormittag ab 9 Uhr bis spätestens um 14 Uhr ausgemacht. Japanische Promis auf Weltreise müssen sich gemäss dem Sender NTV verschiedenen Herausforderungen stellen. Die Fahrt auf der Bassers­dorfer Achterbahn soll eine der Mutproben sein, die beim ein­wöchigen Dreh in der Schweiz auf die Kandidaten warten. «Ich weiss jedoch nicht genau, wie ­viele Leute für die TV-Produktion nach Bassersdorf kommen werden», räumt der Fasnachtschef ein. Er habe jedenfalls mit der Gemeinde schon mal geklärt, dass der Platz dann auch sicher frei sei und benutzt werden dürfe.

Ansonsten wären die Aufnahmen für die japanische TV-Show möglicherweise vor irgendeinem öden Hintergrund in der Industrie Grindel gedreht worden, wo die Fasnächtler ihren Stützpunkt haben und wo die «kleinste Achterbahn der Welt mit Looping» abgestellt ist. Immerhin werden die Aufnahmen am Ende von über 20 Millionen Zuschauern bestaunt, das sind notabene zweieinhalbmal so viele Menschen, wie die Schweiz Einwohner hat.

Videos insgesamt schon gegen drei Millionen Mal angeklickt

Dass die Bahn überhaupt noch existiert, liegt an einem entsprechenden Privatfilmchen von der letzten Basi-Fasnacht. Dieses zeigte die Achterbahn in Aktion und erreichte in der Folge ungeahnte Klickzahlen. Inzwischen kursieren im Internet verschiedene Versionen, die insgesamt gegen drei Millionen Mal angeschaut wurden. «Von solchen Klickzahlen träumen Marketingfachleute nur», sagt Zemp nicht ohne Stolz. Kommerziell vermarkten wollen die Fasnächtler ihr Meisterwerk allerdings nicht. So hätte man die Bahn gemäss Zemp auch schon nach München bringen sollen für eine TV-Show von Pro 7. «Das mussten wir ausschlagen, weil es uns gar nicht möglich ist, die Bahn mit normalem Aufwand dorthin zu transportieren», sagt Zemp.

Bei der jüngsten Anfrage sei es anders gelaufen. «Ich habe den Japanern schnell klarmachen müs­sen, dass wir mit dem Wagen in Bassersdorf bleiben müssen und nicht einfach irgendwo hinfahren können», sagt Zemp. Zwar ist der ungewöhnliche Anhänger samt Aufbau mit seinen Dimensionen vom Strassenverkehrsamt betreffend Strassentauglichkeit abgenommen, aber entsprechende Bewilligungen habe man nur für Fahrten zu den Fasnachts­umzügen im Winter eingeholt. Dass überhaupt «Gäste» im kleinen Holzwägelchen über die selbst gebaute Achterbahn brettern dürfen, ist ebenfalls aussergewöhnlich. Aus Haftungsgründen liess man bislang nur Mitglieder des Fasnachtskomitees vom meterhohen Turm durch den Looping sausen. «Mit den Japanern haben wir einen Haftungsausschluss vereinbart.»

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 13.09.2016, 20:31 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!