Bassersdorf

Bassersdorfer dürfen abstimmen wie im Zentrum parkiert wird

Heute in einer Woche findet in Bassersdorf die nächste Gemeindeversammlung statt. Während die meisten Gemeinden der Region den Termin abgesagt haben, steht in Bassersdorf ein heisses Geschäft zur Diskussion.

Eine Blumenrabatte machen oder so lassen? Was aus dem Bassersdorfer Postplatz mit den 13 Parkfeldern wird, entscheidet sich in einer Woche.   Foto: Balz Murer

Eine Blumenrabatte machen oder so lassen? Was aus dem Bassersdorfer Postplatz mit den 13 Parkfeldern wird, entscheidet sich in einer Woche. Foto: Balz Murer

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Es ist das Bassersdorfer Aufregerthema schlechthin: Seit vor rund 14 Monaten plötzlich Steinquader die Zufahrt zu den 13 Parkplätzen in der beschaulichen Begegnungszone blockierten, ist die Verkehrssituation auf dem Postplatz in aller Munde. Inzwischen sind die Steine weg und die Emotionen abgekühlt.

Und nun dürfen die Bassersdorfer Stimmberechtigten etwas unverhofft sogar noch über die bevorzugte Variante des Parkierens im Ortszentrum abstimmen. Dass es so weit kommt, haben sie dem ehemaligen Gemeinderat und pensionierten Piloten Olav Brunner zu verdanken. Dieser hatte im Frühling eine Einzelinitiative eingereicht, nachdem klar wurde, was der Gemeinderat vorhat.

«Keine Änderung» gefordert

Nach dem Willen der Behörden sollen die zwölf vorwärts anzufahrenden Parkplätze vor dem ZKB-Bankomaten aufgehoben und künftig in leicht reduzierter Anzahl seitlich der Dorfstrasse entlang angeordnet werden. Nur ein Behindertenparkplatz wäre auf dem Postplatz noch, wie bislang vorwärts markiert, übrig geblieben. Direkt vor Bank, Apotheke und Post soll es stattdessen zusätzliche Grünflächen samt Blumenrabatten geben. Ausserdem würden gemäss Plänen der Gemeinde statt der Steinquader 39 Pfosten den grossen Dorfplatz zwischen Migros und Coop vom kleineren Postplatz abtrennen.

«Keine Änderung der Parkplatzanordnung auf dem Dorfplatz», fordert dagegen der Initiant mit seinem Vorstoss, der ­ohne Kostenfolge bliebe. Mehr Sicherheit ist dagegen das erklärte Ziel des Gemeinderates. An einem runden Tisch der Behörden mit Gewerblern, Anwohnern und Parteien hatten Verkehrsplaner deshalb gezielt das seitliche Parkieren propagiert.

Attraktivität hat ihren Preis

Statt mehr Sicherheit würden Längsparkfelder im engen Dorfkern aber eher für noch mehr ­gefährliche Parkiermanöver sorgen, findet hingegen der Initiant. In der Leserbriefspalte wird ihm beigepflichtet. «Heutzutage haben auffällig viele Fahrer und Fahrerinnen grosse Mühe, seitlich einzuparkieren», meinte ein Einheimischer zuletzt im ZU. Ausserdem werden auch die Kosten für die nötigen Ummarkierungen infrage gestellt. Für insgesamt 65 000 Franken wollen die Behörden aber nicht nur neue Parkplätze einzeichnen und Pfosten aufstellen lassen, sondern planen auch neue Eingangspforten sowie grossflächige ­grüne Bodenmarkierungen mit hellen Tupfen in der Begegnungszone.

Die Kommission der Rechnungsprüfer (RPK) drückt sich derweil auffällig zurückhaltend aus. Es sei primär ein politisches Geschäft, weshalb man nichts weiter sagt als: «Rein finanziell sind aus Sicht der RPK beide Varianten vertretbar.»

Die weiteren Traktanden der Versammlung

Nebst Parkplatzfragen stehen an der Gemeindeversammlung am kommenden Dienstag, 18. September (19.30 Uhr, BXA-Sporthalle), vier weitere Traktanden an. Zweimal gehts um eine Kreditabrechnung und ausserdem um einen Gestaltungsplan für eine neue Überbauung in Baltenswil sowie um die Bestätigung Wahlbüro­mitglieder.

An der Ecke Bassersdorfer-/Schinenbühlstrasse soll auf rund 4000 Quadratmetern Fläche ein Bauprojekt realisiert werden, das etwas mehr bauliche Freiheiten benötigt, als die Regelbauweise dies grundsätzlich zulässt. Bei einer Genehmigung des besagten Gestaltungsplans könnte die private Eigentümerschaft an jener ­­Stelle neben dem geschützten Bauernhaus und dem alten Spritzenhäuschen zwei «zeitgemässe Wohnbauten» ­hinstellen.

Weiter liegt die Bauabrechnungen zum Schulhausneubau (26,5 Mio.) im Chrüzacher vor. Wie sich jetzt zeigt, ist das Vorhaben 1,4 Millionen Franken günstiger gekommen (–5,1%) als budgetiert. Ebenfalls günstiger als budgetiert ist die Installation der Fuss- und Radwegbeleuchtung zur BXA-Sportanlage für rund 280 000 Franken ­gekommen (–19,6%). (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 10.09.2018, 18:59 Uhr

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