Bülach

Bülach wird Ausbildungszentrum für «Stromer»

Der Kanton regelt die Zuteilung der Lernenden an die Berufsschulen neu. In Bülach werden die Bereiche Technik und KV gestärkt. Der Maschinenbau geht verloren.

Technikberufe werden in Bülach gestärkt, dafür geht der Maschinenbau verloren.

Technikberufe werden in Bülach gestärkt, dafür geht der Maschinenbau verloren. Bild: Daniel Kellenberger

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Der Kanton hat bei den Berufsschulen aufgeräumt. Die einzelnen Berufe werden in Zukunft an weniger Standorten angeboten. Davon erhofft man sich klarere Profile der Schulen, die sich zu Kompetenzzentren entwickeln sollen. Der Bildungsrat hat nun den Entscheid für die Neuzuteilung der Berufe gefällt und am Dienstag vorgestellt. Für verschiedene Schulen bringt er mehr oder weniger einschneidende Veränderungen mit sich. So wird Bülach zu einem von neu nur noch drei Standorten für Elektroinstallationsberufe.

An der Berufsschule Bülach werden künftig nur noch zwei, statt wie bis anhin drei Berufsfelder angeboten: Kaufmännische Grundbildung und Elektroberufe. Maschinenbau fällt weg. Er wird nur noch an der Berufsbildungsschule Winterthur und der Berufsschule Rüti angeboten. Diese Rochade ist das Ergebnis der Neuorganisation der Zürcher Berufsschulen. Das Ziel: Die Berufe werden an weniger Standorten angeboten, und die Schulen können sich aufgrund ihrer klaren Profile zu Kompetenzzentren entwickeln.

Bülach steht hinter Neuorganisation

Für den Rektor der Berufsschule Bülach (BSB), John Coviello, kommt der Entscheid der Bildungsdirektion zum Standort Bülach nicht überraschend. «Er hat sich abgezeichnet.» Angesichts der Entwicklung im Maschinenbau habe es in diesen Berufen schlicht an der Anzahl Lernender gefehlt. Das treffe Bülach insofern hart, als Unternehmen im Bereich Maschinenbau historisch in der Region stark verwurzelt sei.

Coviello kann die Schaffung der neuen Kompetenzzentren jedoch sehr gut nachvollziehen. Die Berufsschulen seien bisher historisch gewachsen und teils suboptimal zusammengesetzt gewesen. «Die Idee zur Neuausrichtung stammte ursprünglich ja aus den Schulkommissionen und von den Rektoren der Berufsschulen.» Die BSB stehe deshalb hinter der Neuorganisation.

Die Fliegerei darf vorerst bleiben

«Wir sind froh, aus Bereich Maschinenbau zumindest die Fliegerei behalten zu können», sagt der Rektor. Voraussichtlich darf die Schule weiterhin Polymechaniker mit internationaler Flugzeugmechanikerlizenz unterrichten. Bedingung ist, dass bis 2022 weiterhin zwei Klassen pro Jahr gebildet werden können. «Das steht und fällt natürlich mit den strategischen Entscheiden der Flugzeugindustrie», sagt Coviello. Die Swiss-Technics habe jedoch mehrfach grosses Interesse an einem Weiterbestehen der Ausbildung in Bülach angemeldet. «Jetzt sind wir unglaublich froh, dass wir das gemeinsam weiterziehen können.»

Abgeben muss die BSB dagegen die Berufe Automatikmonteur (98 Lernende), Produktionsmechaniker (91), Polymechaniker (85), Konstrukteur (34) und Oberflächenveredler (2). Während die Automatikmonteure fortan in Uster und die Oberflächenveredler in Winterthur die Schule besuchen, werden die restlichen Lernenden über eine Verteilplattform den Schulen Winterthur oder Rüti zugewiesen. Um diese Abgänge zu kompensieren, wird die Zahl der Lernenden in den Berufen Montage-Elektriker (105) und Elektroinstallateure (262) verdoppelt. Sie kommen aus der Berufsbildungsschule Winterthur und dem Bildungszentrum Zürichsee in Horgen.

Aufstockung auch bei den kaufmännischen Berufen

Damit wird die BSB zum Kompetenzzentrum für «Stromer», wie diese beiden Berufsgruppen umgangssprachlich genannt werden. Aufgestockt wird auch bei den kaufmännischen Berufen. In diesem Bereich können gemäss Rektor Coviello voraussichtlich zwei zusätzliche Klassen mit 50 Lernenden gebildet werden, wobei in diesem Bereich noch viel von der Neuausrichtung der Ausbildungen abhänge.

Derzeit unterrichtet die BSB an ihren beiden Standorten an der Schwerzgruebstrasse und an der Lindenhofstrasse über 1100 Schülerinnen und Schüler. Die Neuorganisation dürfte gemäss Plänen der Bildungsdirektion unter dem Strich zu einer Zunahme zirka 100 Lernenden führen.

Erstellt: 11.02.2020, 16:03 Uhr

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