Embrach

Das Parkieren auf dem Pausenplatz bleibt verboten

Der Embracher Gemeinderat hat eine Unterschriftensammlung für die Wiedereröffnung abgewiesen.

Das Parkieren auf dem Pausenplatz ausserhalb der Schulzeiten ist nicht mehr erlaubt.

Das Parkieren auf dem Pausenplatz ausserhalb der Schulzeiten ist nicht mehr erlaubt. Bild: Sibylle Meier

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Ist ein Pausenplatz auch ein guter Parkplatz? Nein, findet der Gemeinderat von Embrach und setzte dem Parkieren beim Schulhaus Dorf ein Ende. Wo man bisher sein Fahrzeug ausserhalb der Schulzeiten abstellen durfte, ist das nun gänzlich untersagt. Dies kam nicht überall gut an: Zwei Initianten aus Embrach sammelten 627 Unterschriften gegen die Schliessung und übergaben diese dem Gemeinderat. Dieser bleibt aber bei seiner Entscheidung.

Seit Anfang Jahr gelten auf dem Embracher Gemeindegebiet deutlich strengere Regeln für Autofahrerinnen und Autofahrer. Fast überall darf man nur noch vier Stunden lang parkieren, für längere Parkzeiten fallen Gebühren an. Die Parkkarten können für einen Tag, einen Monat oder ein ganzes Jahr bezogen werden. Im Dezember 2018 erklärte der Gemeinderat, dass die Massnahme ergriffen wurde, um das Problem mit den Fremd- und Dauerparkierern in den Griff zu bekommen. In diesem Zusammenhang bestimmte die Planungs- und Verkehrskommission (Plaveko) verschiedene Zonen, wo die neuen Regelungen geltend gemacht wurden.

Für Kinder reserviert

«Der Spielplatz beim Schulhaus Dorf war nur ein kleiner Teil des Parkplatzkonzepts», erklärt Nicole Jung, Abteilungsleiterin Bevölkerungsdienste und stellvertretende Geschäftsführerin. «Die Planungskommission, bestehend aus Mitgliedern des Gemeinderates, Vertretern des Gewerbes, Mitgliedern der Ortsparteien sowie der Embracher Bevölkerung, hat sich aber sehr ausführlich damit beschäftigt. Man kam zur Erkenntnis, dass es im südlichen Teil von Embrach nur sehr wenig Spielraum für Kinder hat.» Auf dem Pausenplatz kam es aber oft vor, dass Autos am Abend, an den Wochenenden und vor allem während grösseren Anlässen parkiert wurden. «Selbst wenn nur ein einziges Auto auf dem Spielplatz parkiert ist, wirkt das sehr einschränkend auf die Kinder, die dort spielen wollen.»

«Was der Gemeinderat hier tut, sehe ich als Ungerechtigkeit. Ich will nicht mehr als Bösewicht dargestellt werden.»Jürg Müller, Co-Initiant und Inhaber Restaurant Freihof

Was für Auswirkungen die Schliessung haben wird, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Laut Jung habe man aber bereits feststellen können, dass der Platz mehr von Kindern benutzt wird. Wegen der zentralen Lage, kommt die Schliessung nicht allen gelegen. Jürg Müller, Co-Initiant der Unterschriftensammlung und Inhaber des anliegenden Restaurants Freihof zeigt Unverständnis für die Schliessung. «Der Platz wurde 40 Jahre lang gut genutzt», sagt er. «Besonders für Besucherinnen und Besucher der Restaurants und der Kirche war er sehr praktisch. Auch während Gemeindeversammlungen haben viele auf dem Platz parkiert.» Ausweichparkplätze in der Nähe des Zentrums gibt es seiner Ansicht nach nicht genügend. Das sei besonders für ältere Personen ein grosses Problem.

Für Müller ist die Frustration auch deshalb gross, da er in den späten 70er-Jahren mehrere Parkplätze kaufen musste: von Gesetzes wegen ein Parkplatz pro vier Plätze in seinem Restaurant. Durch die Schliessung des Spielplatzes als Parkplatz, müsse er seine eigenen Parkplätze noch stärker kontrollieren und Falschparkierer wegweisen. «Was der Gemeinderat hier tut, sehe ich als Ungerechtigkeit. Ich will nicht mehr als Bösewicht dargestellt werden.»

Diskussion vom Tisch

Der Gemeinderat hat die Unterschriftensammlung entgegengenommen und die Argumente der Initianten überprüft. Am Parkplatzkonzept ändert sich vorerst aber noch nichts: Der Schulhausplatz des Schulhauses Dorf bleibt weiterhin für Autos gesperrt. Man wolle aber die Verkehrssituation beobachten. «Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass Parkplatzprobleme in Embrach entstehen, wird der Gemeinderat versuchen, Alternativen anzubieten», sagt Jung. «Die Wiedereröffnung des Schulhausplatzes als Parkplatz steht aber nicht zur Diskussion.»

Auf die Entscheidung des Gemeinderats reagiert Jürg Müller resigniert: «Ich habe damit gerechnet, dass nichts geschieht», sagt er. Nun werde er das direkte Gespräch mit dem Gemeindepräsidenten suchen.

Erstellt: 12.02.2020, 16:45 Uhr

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