Glattfelden

Debatte trotz positiver Rechnung

Die Rechnung schliesst zwar mit einem Plus, doch die Gemeindeversammlung in Glattfelden ging nicht ohne Diskussionen über die Bühne. Zu reden gab vor allem die Kulturförderung.

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Dass ein Budget nicht eingehalten wird, ist grundsätzlich bei Jahresrechnungen von Gemeinden keine Seltenheit. Meistens entwickelt sich die Gemeindeversammlung dann in eine von zwei Richtungen: Machte die Gemeinde mehr Minus, als sie im Budget prophezeit hatte, muss sich der Gemeinderat kritische Fragen gefallen lassen. Resultiert die Rechnung aber «besser» oder genauer gesagt mit weniger Verlust oder mehr Gewinn als veranschlagt, lauscht die Versammlung meist brav den Ausführungen des Finanzvorstehers und nickt das Geschäft dann artig ab.

Ausgaben überschritten

Die Glattfelderinnen und Glattfelder entschieden sich am Dienstag dazu, einen anderen Weg zu gehen. Sie löcherten den Gemeinderat mit Fragen zur Rechnung – obwohl diese statt mit einem Minus von 207000 Franken mit einem Plus von 414000 Franken schloss. Die Jahresrechnung wies einen Ertrag von 37 Millionen Franken und einem Aufwand von 36,6 Millionen Franken aus. War die Gemeinde beim Budget noch davon ausgegangen, dass sich das Eigenkapital verkleinern würde, ist es nun sogar ein wenig angestiegen. Doch nach den Ausführungen von Finanzvorsteherin Michèle Dünki-Bättig (SP) meldete sich ein erster Votant. «Ich finde es ja schön, dass man über 600000 Franken gegenüber dem Voranschlag gewonnen hat. Leider steht in der Weisung aber nirgends, dass wir fast 10 Prozent mehr ausgegeben haben als budgetiert.» In gewissen Posten liege man sogar 30 bis 200 Prozent daneben. «In jeder Privatwirtschaft würde man dabei eins auf die Finger kriegen. Gibt es keine fortlaufende Budgetkontrolle?»

Eine Budgetkontrolle gebe es natürlich, sagte Dünki-Bättig. Und die Frage sei auch, wo man daneben liege und ob man überhaupt etwas dagegen hätte machen können oder ob es sich um gebunden Ausgaben handelte.

Es war indes vor allem ein Posten, der einigen Stimmberechtigten ein Dorn im Auge war: Die Kulturförderung: Statt einem Aufwand von knapp 300000 Franken gab die Gemeinde 2018 fast 400000 Franken aus und machte dadurch in diesem Bereich nicht ein Minus von 170000 Franken, sondern von 240000 Franken. «Schon seit ein paar Jahren wird an den Versammlungen bemängelt, dass nicht transparent genug ist, was uns die Kulturförderung kostet», gab ein anderer Votant zu bedenken. «Die Kulturförderung ist doch nun wirklich ein Posten, wo man sich ans Budget halten kann», warf ein weiterer Stimmberechtigter ein. «Und man kann doch nicht jedes Jahr den Umsatz in diesem Bereich hochschrauben, wenn dabei auch der Verlust ansteigt. Das ist der falsche Weg.» Gemeindepräsident Ernst Gassmann (FDP) erklärte schliesslich, man nehme die Voten und den Vorwurf auf. In der Abstimmung wurde die Rechnung dann mit grossem Mehr genehmigt. Auch im zweiten Geschäft folgte die Versammlung dem Gemeinderat. Sie genehmigte eine Revision der Abwasserverordnung, der Kubikmeter Abwasser kostet nun in der gesamten Kernzone überall gleich viel, nämlich 42 Rappen. Früher waren es 146 Liegenschaften nur 28 Rappen gewesen. Die Änderung dürfte jährlich etwa 15000 Franken betragen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 12.06.2019, 17:56 Uhr

«Glattfelder» wird digitaler

Das Mitteilungsblatt «Glattfelder» wird auch in Zukunft von der Lokalinfo AG produziert. Dies bestätigten die Stimmberechtigten an der Versammlung mit grosser Mehrheit. Der Gemeinderat hatte den Vetrag gekündigt gehabt. Dafür gab es mehrere Gründe, erklärte Gemeindepräsident Gassmann. Der Vertrag war davor schon zweimal verlängert worden, der «journalistische Spielraum» sei unklar gewesen, die Bevölkerung habe beim Inhalt des Blattes wenig Mitspracherecht gehabt und die digitalen Kanäle seien nicht mehr zeitgemäss gewesen. Obwohl die bisherigen Publizisten den «Glattfelder» nun weiter herausgeben, gibt es daher ein paar Änderungen: Yvonne Russi – sie betreibt die «Glattfelder App» – wird mit der Lokalinfo AG zusammenarbeiten. Ihre App wird in das Konzept eingebunden. Der «Glattfelder» soll dadurch insgesamt digitaler werden, mit täglich aktualisierter Website, die mit der App verbunden ist. Dadurch soll es auch neu einen einheitlichen Veranstaltungskalender geben. Jährlich wird der neue «Glattfelder» rund 160000 Franken kosten. Ebenfalls neu ist, dass ein Lenkungsausschuss gebildet wird. Dieser hat per Mehrheitsentscheid die Möglichkeit, in den redaktionellen Inhalt einzugreifen.

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