Lufingen

Deponie soll vergrössert werden

Nur sieben Jahre nach der Eröffnung zeigt sich, dass die Lufinger Reststoffdeponie Häuli bereits zu klein ist. Ein Ausbau ist in Planung. Das gefällt nicht allen.

Etwas oberhalb von Lufingen breitet sich seit 2012 die neu angelegte Deponie Häuli aus. Nun soll diese Anlage zur Ablagerung von Reststoffen wie Kehrichtschlacke deutlich vergrössert werden. Wo genau und wie viel grösser, ist noch nicht näher bekannt. Foto: Madeleine Schoder (Archiv)

Etwas oberhalb von Lufingen breitet sich seit 2012 die neu angelegte Deponie Häuli aus. Nun soll diese Anlage zur Ablagerung von Reststoffen wie Kehrichtschlacke deutlich vergrössert werden. Wo genau und wie viel grösser, ist noch nicht näher bekannt. Foto: Madeleine Schoder (Archiv)

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Der Lufinger Gemeindepräsident nimmts gelassen. Deponie ist für Jürg Badertscher (parteilos) schliesslich kein Reizwort. «Wir haben ja bald 30 Jahre Erfahrung mit Deponien», sagt er, als er auf die neusten Pläne für einen Ausbau der Reststoffdeponie in seinem Dorf angesprochen wird.

Was genau geplant ist oberhalb des Wohngebietes im Gebiet Häuli, weiss man in Lufingen nämlich noch gar nicht. Der bislang einzige Hinweis auf ein neuerliches Projekt im Zusammenhang mit der Deponie ist ein Flugblatt, das auch dieser Zeitung vorliegt. Die Überschrift lautet «Geplante Erweiterung Deponie Häuli». Weiter ist dem Schreiben zu entnehmen, dass die Betreiberfirma der Anlage am 26. März zu einer Informationsveranstaltung einlädt. «Gerne informieren wir die Einwohnerinnen und Einwohner von Lufingen vor Ort über das geplante Projekt», heisst es, ohne weitere Angaben zum Umfang des Deponieausbaus zu machen.

Land wurde bereits gesichert

Seit der Deponiezweckverband (DEZU) der Zürcher Unterländer Gemeinden die vormalige Deponie Leigrueb aufgegeben hat, betreibt die Firma DHZ die neue Reststoffdeponie Häuli gleich nebenan. Sie liegt rund 600 Meter Luftlinie von den nächstgelegenen Häusern Lufingens entfernt. Die Firma DHZ ist ein Tochterunternehmen der Eberhard-Gruppe, weshalb deren Geschäftsleitungsmitglied Stefan Eberhard zum geplanten Ausbau Stellung nimmt. Er bestätigt die Ausbaupläne in Lufingen, verweist aber für weitere Details auf die öffentliche Informationsveranstaltung vor Ort. «Wir haben in einem ersten Schritt Land gesichert, stehen aber ansonsten noch ganz am Anfang dieses Vorhabens.» Bis ein Ausbau tatsächlich erfolgen dürfte, gelte es noch zahlreiche weitere Abklärungen zu treffen. Aber zunächst wolle man nun die Bevölkerung aus erster Hand informieren, betont der Geschäftsführer der DHZ.

Schon genauer im Bild ist Lufingens Gemeindepräsident. Dieser spricht von einer «wesentlichen Vergrösserung» und meint: «Es hat sich gezeigt, dass die Deponie Häuli schneller gefüllt sein wird, als erwartet.» Deshalb sei rasch die Idee einer Erweiterung aufgekommen bei den Betreibern. Diese gingen bei der Inbetriebnahme der neuen Deponie im Gebiet Häuli einst von einer Betriebsdauer von bis zu 40 Jahren aus, doch nun sind seit der Eröffnung 2012 gerade einmal sieben Jahre vergangen.

Geologie scheint zu passen

Aber schliesslich scheine die Geologie in Lufingen geeignet zu sein – auch für einen grösseren Deponiestandort, vermutet Badertscher. Das würden die Spezialisten des Kantons ohnehin noch ganz genau unter die Lupe nehmen. Der Gemeinderat sei jedenfalls informiert und wolle aktiv mit den Betreibern und dem Kanton kooperieren. Sein Motto lautet: «Lieber mit allen Beteiligten auf Augenhöhe zusammenarbeiten, statt sich dagegen zu sperren.» Denn wenn sich das Gebiet eigne – und danach sieht es aus – dann würde man einen Ausbau letztlich sowieso aufs Auge gedrückt bekommen, auch wenn es der Gemeinde nicht passt. Schliesslich sei man im Kanton froh, wenn es genügend Ablagerungskapazitäten gebe für Reststoffe. «Da müssen wir uns alle selber an der Nase nehmen, wenn wir immer mehr Abfälle produzieren», findet Badertscher. Mehr Einzelheiten will auch er noch nicht verraten.

Während der Gemeindepräsident betont wohlwollend mit der Nachricht umgeht – schliesslich generiere die Deponie auch Einnahmen für die Gemeinde – sieht Clemens Eberle die Sache nicht so entspannt. Der Präsident des lokalen Naturschutzvereins ärgert sich über den neuerlichen Ausbau. Er findet: «Irgendwann ist auch mal genug. Bei uns in Lufingen liegen bald die Abfälle des halben Kantons vergraben.» Und besonders sauer macht ihn, dass die alte Leigrueb-Deponie zwar längst geschlossen, aber bis heute nicht – wie versprochen – renaturiert worden sei.

Informationsveranstaltung – Die Deponiebetreiberfirma DHZ lädt die Bevölkerung am 26. März zur allgemeinen Info. Beginn ist um 19 Uhr im «Lehmhüsli» am Eingang der Deponie in Lufingen. Es wird um eine vorgängige Anmeldung via E-Mail info@dhz.ch gebeten. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 14.03.2019, 18:34 Uhr

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