Hüttikon

Der Furtbach erhält ein natürlicheres Bett

Eingezwängt in ein Korsett fliesst der Furtbach durch Hüttikon, Otelfingen und Würenlos. Der Kanton Zürich hat sich nun einem Aargauer Projekt zur Revitalisierung des Baches angeschlossen.

Ab der Brücke zwischen Otelfingen und Hüttikon fehlt dem Furtbach die natürliche Dynamik.

Ab der Brücke zwischen Otelfingen und Hüttikon fehlt dem Furtbach die natürliche Dynamik. Bild: Johanna Bossart

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Hüttikon hat zwar kein Problem mit Hochwasser, Würenlos aber schon. Darum will der Kanton Aargau dem Furtbach mehr Raum geben und hat ein Projekt zur Revitalisierung des Gewässers angestossen. Der Kanton Zürich schliesst sich diesem an, wie Projektleiter Pascal Sieber sagte. Er hat die Pläne der beiden Kantone am Dienstag vor der Hüttiker Gemeindeversammlung vorgestellt.

Der Gewässerraum wird von 17 auf 26 Meter verbreitert, stellenweise auf 37,5 Meter. Der heutige Uferweg wird entsprechend verschoben. Der Bach soll nicht nur mehr Raum erhalten, er soll auch mal schneller und mal langsamer fliessen. «Mit Totholz schafft man Verengungen, so dass sich tiefe Stellen bilden, wo Fische laichen können», sagte Sieber. Man will Böschungen abgraben und so den Eisvogel fördern, der in weichen Uferwänden brütet.

Auch der Mensch soll Zugang zum Wasser haben: Darum sollen die Böschungen stellenweise flach verlaufen. «Die Bäume bleiben erhalten», versprach Sieber, «ihr Schatten schützt den Bach im Sommer vor Überhitzung.» Da der Bergahorn aber sehr zahlreich am Furtbach vorkommt, werde man wohl einzelne fällen und das Holz für die Verbauungen im Wasser verwenden. An anderen Stellen, wo sich der Bach zu stark ins Ufer frisst, will man Schwarzerlen pflanzen und so das Wasser bremsen.

Keine Kosten für Hüttikon

Ohne den Erwerb des Boden gerechnet, kostet die Revitalisierung des Furtbachs rund 4,48 Millionen Franken. Der Kanton Zürich trägt einen Anteil von 1,12 Millionen, der Aargau 3,36 Millionen. Der Bund übernimmt 50 bis 80 Prozent der Kosten. Laut Pascal Sieber entstehen Hüttikon keine Kosten, ausser für Brücken oder Sitzbänke, da könnte eine Beteiligung der Gemeinde verlangt werden.

Wann das Projekt umgesetzt wird, hängt vom Kanton Aargau ab, der derzeit eine Melioration durchführt, das heisst die Strukturen für die Landwirtschaft optimiert. Im Dezember ist die öffentliche Auflage geplant. Der Bau ist 2022 vorgesehen.

Für Natur und Mensch

«Der Furtbach soll dem Menschen, der Natur und der Landwirtschaft dienen», sagte Natascha Eisenhut vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL). Warum hat man den Bach denn begradigt? Früher schlängelte er sich durchs Tal und schuf eine Sumpflandschaft, die für Siedlungen und Landwirtschaft ungeeignet war. 1923 senkte man das Bachbett ab und legte das Tal mit Entwässerungskanälen trocken. Heute verlangt das Gewässerschutzgesetz die Revitalisierung der Bäche. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 12.06.2019, 18:21 Uhr

Hüttiker bestehen auf einem Werkhof im Dorf

An der Hüttiker Gemeindeversammlung haben die 57 Stimmberechtigten (9 Prozent) die Jahresrechnung genehmigt. Diese sieht bei einem Aufwand von knapp 3,5 Millionen einen Ertragsüberschuss von 171 000 Franken vor. Finanzvorsteherin Beatrice Derrer nannte drei Gründe für das Resultat: Die Steuereinnahmen und die Grundstückgewinnsteuern seien höher als budgetiert ausgefallen, bei der sozialen Wohlfahrt seien die Kosten gesunken.

Die Hüttiker sagten ebenfalls ohne Gegenstimme Ja zu neuen Räumen für die Jugendarbeit Unteres Furttal (JUF). Diese sind in Containern beim Bahnhof Otelfingen geplant. Hüttikon beteiligt sich mit 29 000 Franken an den Kosten, Otelfingen stellt das Land und die Container zur Verfügung. Keine Zusammenarbeit mit Otelfingen will die Mehrheit der Gemeindeversammlung hingegen beim Werkhof. 34 Stimmberechtigte sagten Nein zum Anschlussvertrag über die Zusammenarbeit der kommunalen Werkbetriebe, 23 sagten Ja.

Hüttikon wollte eine 60-Prozent-Stelle beim Werkhof Otelfingen einkaufen. Die Kosten wären mit 71 200 Franken zwar etwas höher als die 66 700 Franken, die Hüttikon heute für den Werkhof einsetzt. «Dafür wäre die Stellvertretung garantiert», sagte Werkvorstand Thomas Lüssi. Nach drei Jahren wollte der Hüttiker Gemeinderat Bilanz ziehen. Es war wohl die Angst vor einem Verlust an Selbständigkeit, der die Mehrheit zu einem Nein bewegte. «Die Otelfinger können die Hüttiker Gerätschaften holen – gratis wohlgemerkt», sagte ein Votant. «Unsere Gemeinde wächst und bald brauchen wir mehr Stellenprozent», meinte ein anderer.

Kritisiert wurde auch der Betrag für eine 60-Prozent-Stelle. «Für das Geld könnten wir einen Mitarbeiter zu 100 Prozent einstellen», warf jemand ein. Das Argument Lüssis, Otelfingen hätte die besseren Fahrzeuge als Hüttikon, und für das Geld bekomme Hüttikon auch mehr Leistung, konnte nicht überzeugen. (anb)

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