Dielsdorf

Der Pferderennsport ist auf Nachwuchs angewiesen

Ein kommentiertes Morgentraining auf der Rennbahn gab interessierten Gästen einen Einblicke in die Welt des Pferdesports.

Der Brunch lockte auch viele Gäste an, die noch nie auf einer Pferderennbahn waren.

Der Brunch lockte auch viele Gäste an, die noch nie auf einer Pferderennbahn waren. Bild: Paco Carrascosa

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Es wirkte, als würden die schnaubenden Pferde mit wehenden Mähnen über die Sandbahn im Dielsdorfer Horse Park fliegen. Pilotiert von jungen Frauen, in den Steigbügeln stehend, die Zügel fest in den Händen. «Einmal so schnell und frei galoppieren zu können, war mein Mädchentraum», erklärte Manuela Renggli aus Luzern, die mit ihren beiden Töchtern und 150 anderen Rennsportinteressierten gestern das Morgentraining mit Brunch verfolgte.

Eingeladen hatten der Pony Club Schweiz, der Schweizer Rennreiterverband, Galopp Schweiz, der Club der Rennpferdebesitzer und der Rennverein Zürich, um den Besuchern die Welt des Turfs zu erläutern. Dass dies nötig ist, zeigte eine kurze Umfrage am Anlass. Viele Pferdefreunde waren noch nie auf einer Rennbahn und konnten sich kam vorstellen, wie viel Aufwand es braucht, um ein Pferd und seinen Reiter optimal für ein Rennen vorzubereiten, und was dies kostet.

Cindy Meier aus Affoltern am Albis ist Pferdefachfrau und betreut acht Pferde. Die 24-Jährige war begeistert: «Das Training zu zweit im vollen Galopp können wir im Gelände nie erleben. Das zu sehen, ist faszinierend und weckt Emotionen, es einmal selbst auf einer so schönen Rennbahn zu versuchen.» Auch die beiden Töchter von Manuela Renggli als Juniorenreiterinnen möchten später einmal auf die Vollblüter umsatteln, wie auch die elfjährige Nadin Landolt aus Elgg, die mit ihrem Vater kam und sich ein Rennpferd wünscht.

Frisches Blut im Pferdesport

Der Pferderennsport in der Schweiz stagniert, auch wenn in Dielsdorf noch immer über hundert Vollblüter trainiert werden. «Es braucht frisches Blut im Pferderennsport. Bei den Pferden und den Reitern», betonte Rolf Gossweiler aus Dällikon. Er ist Präsident des Clubs der Rennpferdebesitzer (CRB); er freute sich über den Aufmarsch zum Rennbahnbrunch und fügte an: «Wenn nur einer von hundert bleibt, ist dies schon ein Erfolg.» Besitzer eines Rennpferdes zu werden, ist auf verschiedene Arten möglich.

Gutbetuchte kaufen sich ein eigenes Pferd. Das kostet etwa so viel, wie wenn man ein Auto erwirbt, in der Preisspanne vom VW bis zum Ferrari ist alles dabei. Günstiger ist es, sich einer Besitzergemeinschaft anzuschliessen. Mit wenigen Hundert Franken im Jahr ist man Teilhaber eines Rennpferdes.

«Wenn nur einer von hundert bleibt, ist dies schon
ein Erfolg.»
Rolf Gossweiler, Präsident des Clubs der Rennpferdebesitzer

Betreut werden die Rennpferde meist von einem Profitrainer wie Andreas Schärer aus Niederhasli. Er erklärte, dass Rennsport nichts für Morgenmuffel ist. «Wir sind Frühaufsteher und schon um 5 Uhr im Stall.». Individuell ist das Training der Galopper, die je nach Eignung auf längere oder kürzere Strecken vorbereitet werden. Im Training wie auch im Rennen werden die Galopper von Profis oder Amateuren geritten. Der Einstieg kann bereits ab 12 Jahren erfolgen.

Reiterliche Vorkenntnisse und Freude am Umgang mit sensiblen Vollblütern ist Voraussetzung. Bereits ab acht Jahren können Kinder Ponyrennen bestreiten. Schon am nächsten Samstag, am Kid’s Day, können die Akteure und Besucher des gestrigen Morgentrainings auf der Dielsdorfer Rennbahn ab 12 Uhr ein spannendes Meeting mit zwölf Galopp- und Ponyrennen und After-Race-Konzert erleben.

Erstellt: 11.08.2019, 21:09 Uhr

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