Wallisellen

Der Sonntagsverkauf ist für viele ein Familienerlebnis

Im Glatt gehören Sonntagsverkäufe vor Weihnachten zu den besucherstärksten Tagen des Jahres. Viele kommen aber nicht nur zum Einkaufen. Es ist das Erlebnis, das zählt.

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Um 9.45 Uhr, eine Viertelstunde vor der Öffnung des Einkaufszentrums Glatt, warteten am gestrigen Sonntag schon viele Kundinnen und Kunden vor den geschlossenen Türen auf Einlass. Noch gab es im Parkhaus viele grünen Lichter, die freie Plätze anzeigen. Bereits eine halbe Stunde später war die Hälfte der Sitzgelegenheiten im Migros-Restaurant besetzt von Gästen, die ein Frühstück genossen. Und um 11 Uhr gab es dann im Parkhaus mit den insgesamt 4500 Parkmöglichkeiten nur noch wenige freie Plätze.

Geschätzt und umstritten

Trotz Onlinehandel wird das Einkaufen in bedienten Läden weiterhin geschätzt. «Hier kann ich die Artikel anschauen, mich beraten lassen, direkt bezahlen und den Einkauf gleich mitnehmen», äusserte sich eine Kundin.

Sonntagsverkäufe gestatten auch berufstätigen Eltern, gemeinsam mit ihren Kindern einzukaufen. Besonders gesucht waren deshalb Spielsachen. Vor den Kassen im Franz Carl Weber bildeten sich längere Kolonnen. In diesem Jahr sorgt ein neues Karussell in der Mall für strahlende Kinderaugen. Hölzerne Waldtiere aus Schweizer Produktion drehen sich unter einem riesigen Christbaum mit ihren kleinen Reiterinnen und Reitern im Kreis.

Doch es herrscht nicht überall Begeisterung. Lorenz Keller, Mediensprecher der Gewerkschaft Unia betont: «Durch Sonntagsverkäufe wird das in der Weihnachtszeit ohnehin stark belastete Verkaufspersonal zusätzlich gefordert.» Alleinerziehende Mütter müssten eine ausserordentliche Kinderbetreuung organisieren. Sonntagsverkäufe würden zudem das Sozialleben der Familien des Verkaufspersonals belasten. Dem hält eine Verkäuferin in einer Modeboutique entgegen: «Ich finde Sonntagsarbeit schön, sofern es sich nur um wenige Sonntage pro Jahr handelt.»

Einpacken statt Eislaufen

Wo sich in früheren Jahren eine Eisfläche zum Schlittschuhlaufen befand, steht seit November eine Geschenkwerkstatt. Hier können Kundinnen und Kunden Geschenke selber nach ihren Ideen einpacken. 30 Kilometer Geschenkbänder in verschiedenen Farben und 100 Kilogramm Geschenkpapier stehen gratis zur Verfügung. «Wenn das Verpacken Mühe bereitet, hilft geschultes Personal», sagt Lisa Rennefahrt, Glatt-Pressesprecherin.

Für die Sicherheit sind im Glattzentrum zwölf Personen zuständig. Vier davon sind im Parkhaus im Einsatz. Die Männer und Frauen des Sicherheitspersonals beobachten nicht nur das Geschehen im Zentrum, sie geben den Kunden auf Fragen auch gerne Auskunft. Am Informationsschalter sind vor allem Geschenktaler gefragt. Im Glatt ist an den vier Sonntagsverkäufen auch die Post geöffnet. Diese Dienstleistung, die es in der Region nur noch am Flughafen gibt, wird rege benützt.

Zum Einkaufserlebnis gehört für viele Kunden auch ein Besuch in einem der 14 Restaurants oder Bars des Einkaufszentrums.

Bei Redaktionsschluss war die Tages-Besucherzahl noch nicht bekannt, sie dürfte aber nahe bei 50 000 Personen liegen.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 09.12.2018, 17:09 Uhr

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