Eishockey

Devaja will mit Bülach den «Chübel» holen

Obschon er erst 24-jährig ist, hat Dominik Devaja in seiner Karriere schon einiges erlebt. Mit dem EHC Bülach will er in die Top 3 in der MSL. Sein nächstes Ziel ist ein Engagement in der Swiss League.

Mit dem EHC Bülach auf gutem Weg Richtung Playoff: Dominik Devaja (links) hier im Testspiel gegen den EHC Kloten. Bild: Christian Merz

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Allein der Blick auf seine bisherigen Stationen zeigt: Dominik Devaja hat eine bisher äusserst abwechslungsreiche Karriere hinter sich. Ausgebildet wurde er in der Organisation der ZSC Lions, wo er bereits als 17-Jähriger zu seinem ersten Einsatz in der Swiss League kam (mit den GCK Lions). Dann wechselte er nach Kloten zu den Elite-A-Junioren, wo er in 36 Spielen 35 Skorerpunkte erzielte.

Der Lohn: Fünf Einsätze in der ersten Mannschaft in der Nationalliga A und ein Cupspiel. Sein emotionaler Höhepunkt war der Auftritt mit Kloten im Hallenstadion gegen die ZSC Lions. Er war zudem sehr nahe an einer Teilnahme mit der Schweiz an der U-20-WM. Er stand auf Pikett, zu einem definitiven Aufgebot reichte es indes nicht. Es folgte eine weitere, unvergessliche Zeit für den physisch starken Stürmer in den USA, wo er eine Saison in der USPHL Premier League spielte. «Es war eine tolle Erfahrung», blickt Devaja zurück. Eishockey dort sei fast eine andere Sportart, «viel schneller, härter, aggressiver, ein kleineres Spielfeld, mehr Konkurrenz im Team. Es gab nur Hockey», sagt er.

Verletzungen zur Unzeit

Nach seiner Rückkehr in die Schweiz folgte eine Zeit, auf die er weniger gerne zurückschaut. Er hatte im Sommer 2016 wieder Kontakt mit Kloten, damals noch in der höchsten Liga, und erhielt die Chance sich im Sommertraining für einen Vertrag aufzudrängen. Dann geschah das Unheil: Auf dem Heimweg nach dem Training wurde er unverschuldet in einen Autounfall verwickelt (Auffahrunfall). Die Folge war eine Fraktur an der Wirbelsäule. Er fiel lange Zeit aus, der Vertrag kam nicht zustande, Weg war die Chance, sich in der NLA zu beweisen.

Nach überstandener Verletzungspause war es schwierig, in den beiden höchsten Spielklassen nach Beginn der Saison noch irgendwo unterzukommen. Deshalb durfte er mit Dübendorf in der 1. Liga mittrainieren und nahm dort auch die Saison mit einer Ausstiegsklausel in Angriff. Der nächste Rückschlag liess nicht lange auf sich warten: unglückliche Handverletzung im vierten Spiel und eine erneute Zwangspause. Dennoch ist Dominik Devaja immer positiv geblieben.

«Mein Ziel ist
noch immer eine Profikarriere.»

Dominik Devaja
Stürmer EHC Bülach

Via Kloten kam es vor der Saison 2017/2018 zum Kontakt mit dem EHC Winterthur. Der damalige Trainer und Sportchef Michel Zeiter wollte ihm eine Chance in der Swiss League geben. Es erwies sich als ein leeres Versprechen. «Ich bekam kaum Einsätze und konnte mich nicht beweisen.» So machte sich Devaja erneut auf Clubsuche. Es kam zum Engagement bei Martigny. Mit den Wallisern verbrachte eine «super Zeit», mit dem Final in der MSL gegen Sierre als Höhepunkt. Der Kampf um den Aufstieg in die Swiss League ging erst im Penaltyschiessen des letzten, entscheidenden Spiels verloren. Bitter für Devaja war, dass auch er einen Penalty verschoss. Dennoch blickt er nicht ohne Stolz auf die Zeit beim Vize-Amateur-Schweizermeister zurück.

Traum noch nicht begraben

Dass er nicht im Wallis geblieben ist, hatte einzig mit der Distanz zu tun, «alles andere wäre super gewesen.» So fand er den Weg zu Bülach in die MSL, wo er noch einmal einen Anlauf machen will, sich für die Swiss League zu empfehlen. «Mein Ziel ist noch immer eine Profikarriere», sagt er, «das ist auch mit 24 Jahren noch möglich.» Er wolle seinen Traum noch nicht begraben. Das Potenzial sei vorhanden, ist Devaja überzeugt. In seinem Hinterkopf: der EHC Kloten.

Vorerst aber will er sich in Bülach beweisen. Er will Verantwortung übernehmen, gehört er doch mit 24 Jahren in dem jungen Team schon zu den Routiniers. Dies unterstreicht er auch mit bisher 15 Skorerpunkten in 18 Partien. Er wolle einer jener Spieler sein, die den Unterschied machen können. Sein Tempo, sein Schuss und sein Spielverständnis helfen ihm dabei. Angesprochen auf seine Schwächen, sagt er: «Manchmal habe ich zu wenig Geduld.» Dass er ambitioniert ist, zeigt er auch im Berufsleben: Mit 24 ist er bereits selbständiger Unternehmer.

Der bisherige Saisonverlauf lässt sich gut mit seiner bisherigen Karriere vergleichen: Auf und Ab. Nach einem guten Start hatte Bülach einen Durchhänger. «Wir haben aber hart an Details gearbeitet und uns wieder gefangen.» Die Siege gegen das zweitplatzierte Dübendorf um die Weihnachtszeit seien wichtig fürs Selbstvertrauen gewesen. «Die Stimmung im Team ist gut, alle sind bereit.»

Verfolgerduell gegen Basel

Obschon in der Tabelle viele Teams nahe beieinander liegen, ist Devaja überzeugt, dass Bülach in die Playoffs kommt. Er schaue auf jeden Fall lieber nach oben als nach unten. Sein Ziel ist wie das der Mannschaft: Ein Platz unter den ersten drei. «Das wäre für die Ausgangslage in den Playoffs wichtig.»

Die Gelegenheit dazu, einen Schritt in diese Richtung zu machen, bietet sich heute mit dem Heimspiel gegen den EHC Basel (20.00 Uhr). Die Basler liegen mit 46 Punkten auf dem 3. Platz, Bülach, mit nur drei Zähler weniger, könnte mit einem Sieg näher rücken. Vorne weg sind Martigny (52) und Dübendorf (51).

Nach dem geglückten Start ins neue Jahr ist er für die Partie gegen Basel zuversichtlich. «Wir haben gegen jedes Team eine Chance», sagt Devaja und formuliert gleich sein Wunschszenario: Mit Bülach den «Chübel» holen, sprich Schweizer Amateurmeister werden – und dann ein Vertrag in der Swiss League.

Erstellt: 14.01.2020, 23:14 Uhr

Dominik Devaja, Stürmer EHC Bülach

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