Dielsdorf

Die Aufräumarbeiten gehen voran

Bis zur Wiedereröffnung der Sportanlage Erlen könnte es noch eine Weile dauern. Der Technikbereich im Untergeschoss wurde beim Unwetter von letzter Woche überflutet. Seither hat die Anlage geschlossen. Lüftungen, Pumpen und diverse Schaltkasten müssen ersetzt werden.

Die blauen Pumpen am Tag nach dem Unwetter. Durch sie wird das Wasser im Freibad umgewälzt.

Die blauen Pumpen am Tag nach dem Unwetter. Durch sie wird das Wasser im Freibad umgewälzt. Bild: Paco Carrascosa

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Der Scheidbach, der an der Sportanlage Erlen vorbei fliesst, ist beim Unwetter von vergangener Woche über die Ufer getreten. Dies hat Konsequenzen für den Betrieb von Frei- und Hallenbad. Geschäftsführer Peter Müller schildert: «Das Wasser gelangte über eine Rampe runter in den Technikbereich.» Als er an jenem Abend um 23 Uhr in der Anlage eintraf, sei das ganze Untergeschoss unter Wasser gewesen. «Wir standen knietief in der schlammigen Masse.»

Im Technikbereich der Sportanlage befinden sich Pumpen, Lüftungen, Schaltkasten und allerlei Chemikalien. Die Situation war demnach heikel. «Vertreter des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL), die ebenfalls noch am Abend des Unwetters nach Dielsdorf kamen, nahmen Wasserproben», sagt Geschäftsführer Müller. Denn wäre das Wasser verunreinigt gewesen, hätte es mit einem Spezialtransport weggebracht werden müssen. Glücklicherweise vermischten sich aber keine gefährlichen Substanzen mit dem Wasser, sodass es zurück in den Bach gepumpt werden konnte.

Für diese Arbeiten benötigte die Feuerwehr knapp zwei Tage. Übrig blieb eine Schlammschicht, welche den ganzen Boden bedeckte. Dieser ist aber inzwischen wieder vollständig gesäubert. «Über 20 Leute halfen mit und haben eine unglaubliche Arbeit geleistet», sagt Müller. Das Resultat: «So sauber wie jetzt, war es hier unten noch nie.»

Tiefkühlwaren futsch

Die erste Massnahme, die Peter Müller ergriff war, den Strom der gesamten Anlage auszuschalten. Denn ansonsten wäre die Gefahr von Stromschlägen zu gross gewesen. «Nur so konnten wir den Technikbereich betreten, um uns ein Bild der Schäden zu machen.»

Wenn der Strom in einer solch grossen Sportanlage ausfällt, hat das Folgen. Weil durch den Unterbruch alle Kühlräume ausgeschaltet wurden, schmolzen Glacés und auch viele eingefrorene Fleischwaren sind nicht mehr zu gebrauchen. Glück im Unglück hatte das Erlen-Team aber beim Eisfeld. «Nur wenige Tage vor dem Unwetter haben wir den Eisbetrieb gestoppt.» Wäre die Kühlung während der Eishockey-Saison ausgefallen, hätte dies laut Peter Müller noch grössere Konsequenzen gehabt.

Es bildet sich Pilz

Die Schäden, welche das Unwetter in der Erlen angerichtet hat, sind weder in den Kabinen, noch im Hallen- oder Freibad zu erkennen. Mit der Technik ist aber der empfindlichste Bereich der Anlage betroffen.

So müssen beispielsweise alle Lüftungsanlagen vom Schlamm befreit werden. «Es wäre fahrlässig, Gäste ins Hallenbad zu lassen, wenn die Lüftung nicht funktioniert.» Weil die Luft dort extrem feucht ist, würden nämlich schnell Pilze wuchern. «Anhand unserer Massnahmen können wir aber einen solchen Befall verhindern», sagt Müller.

Weiter funktionieren die Pumpen zurzeit nicht. Ihre Aufgabe wäre es eigentlich, das Wasser in den zahlreichen Becken umzuwälzen. «Wir müssen die Teile, die unter Wasser standen, auswechseln.» Und auch die Maschinen, die für die Chlorierung des Wassers benötigt werden, laufen zurzeit nicht und müssen teilweise ersetzt werden. Deshalb besteht die Gefahr, dass alle Becken ausgeleert und neu gefüllt werden müssen. Dies würde wiederum einige Tage Zeit in Anspruch nehmen.

«Es haben sich teilweise schon Algen gebildet.» Dies sei zwar nicht gefährlich, dennoch möchte Peter Müller die Gäste nicht in dreckigem Wasser baden lassen. «Wir versuchen die Becken mit kleinen Reinigungsgeräten sauber zu halten und chlorieren das Wasser soweit möglich von Hand.» Zurzeit sieht es gut aus. «Können wir die Wasserqualität auf diesem Niveau halten, wird es nicht nötig sein, dieses auszutauschen.»

Noch kein Eröffnungstermin

Christian Müller ist Verwaltungsratspräsident der Sportanlage Erlen AG. Weiter ist er FDP-Kantonsrat und Gemeinderat in Steinmaur. An der Gemeindeversammlung am Dienstagabend sagte er: «Wir müssen damit rechnen, dass die Erlen noch einen Monat geschlossen bleibt.» Geschäftsführer Peter Müller bestätigt dies, hofft aber, dass es nicht ganz so lange dauern wird. «Unser Ziel ist es, dass zumindest das Freibad in einer Woche wieder öffnen kann.»

Gegen die Schäden, welche rund eine Million Franken betragen dürften, sowie gegen die Umsatzeinbussen ist die Erlen versichert. «Ganz so schlimm trifft es uns nicht, aber wir bluten trotzdem ein wenig», sagt Peter Müller. Sein grösstes Anliegen ist jedoch, dass die Gäste bald wieder in ihrer Lieblingsbadi schwimmen können. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 07.06.2018, 18:04 Uhr

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