Regensdorf

Die Frage nach dem Surfpark füllt den Saal

Befürworter und Gegner des Surfparks riefen, und mehr als 200 Interessierte kamen. Auf dem Podium zur Gemeindeversammlung vom 25. März wurde hart, aber gesittet debattiert.

Lärm ist eines der Themen, um die es auf dem Podium zum geplanten Surfpark ging. Die Befürworter waren für die Gegenargumente gerüstet.

Lärm ist eines der Themen, um die es auf dem Podium zum geplanten Surfpark ging. Die Befürworter waren für die Gegenargumente gerüstet. Bild: Leo Wyden

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Beim Thema Surfpark geht die Spaltung der Meinungen mitten durch das Regensdorfer Quartier, neben dem das Projekt geplant ist. Und auch mitten durch die wählerstärkste Partei. So viel stand bereits vor der Podiumsdiskussion fest, die am Mittwochabend im Regensdorfer Hotel Mövenpick stattfand. Auf der Befürworterseite standen Gemeindepräsident Max Walter (SVP) und Markus Rhyner, Anwohner aus dem Hofacker-Quartier. Die Gegner waren vertreten durch den ehemaligen Regensdorfer Gemeinderat und Alt-Kantonsrat Hans Frei (ebenfalls SVP) sowie Anwohner Ernst Guggenbühl. Ebenfalls aufseiten der Befürworter stand der Verfasser des Projekts Waveup, Pascal Brotzer.

Die Organisatoren hatten 140 Stühle bereitgestellt – rund zehn Minuten vor Podiumsbeginn mussten zusätzliche Sitzgelegenheiten beschafft werden. Am Schluss waren mehr als 200 Interessierte im Saal. Mindestens doppelt so viele werden für die Gemeindeversammlung vom 25. März erwartet. An dieser wird es um eine Umzonung von Land gehen. Wird diese abgelehnt, ist auch der Surfpark gescheitert.

Angriffe und Antworten

Wohl wissend, dass der Park mit seiner künstlichen Welle schon seit längerem die emotionalen Wogen hochgehen lässt, bat Moderator Robi Frommenweiler vom organisierenden Forum 02 gleich zu Beginn um eine faire Diskussion, basierend auf Fakten. Was die Fakten sind – darüber wurde gestritten. An die Fairness hielten sich die Anwesenden – auch jene, die sich aus dem Publikum zu Wort meldeten. Die Emotionen liessen sich am Applaus auf Voten ablesen. Und an höhnischem Lachen. Beides kam von beiden Seiten.

Vorgegeben waren die fünf Themengebiete Lärm, Verkehr, Wasser, Umweltschutz und Bildung. Gleich zu Beginn brachte Hans Frei aber noch ein weiteres Thema ins Spiel: die Raumplanung. «Diese ist für mich ein Schlüsselthema», eröffnete er. Was Frei dabei als neuen Fakt brachte, klang wie eine Hiobsbotschaft für die Surffreunde: «Das Projekt wurde einer kantonalen Vorprüfung unterzogen und in der vorliegenden Form als nicht rechtmässig und nicht genehmigungsfähig betitelt.»

Max Walter relativierte das postwendend. «Am Schluss müssen die Regensdorferinnen und Regensdorfer abstimmen, ob sie einen Park wollen oder nicht. Wir müssen dann schauen, wie es möglich wird.» Der Vorprüfungsbericht sei freiwillig, und beim Projekt Bahnhof Nord sei der erste Bescheid ebenfalls negativ ausgefallen. Trotzdem fand man anschliessend einen Weg, es zu realisieren. Dieser Ablauf war symptomatisch für das Schema der gesamten Diskussion: Die Gegner brachten ein Argument ins Spiel, die Befürworter relativierten es. Hans Frei erklärte, die Gemeinde habe nach dem Bau des Surfparks keinen Einfluss mehr auf das dortige Geschehen. Walter konterte, das habe man sehr wohl – nämlich via Betriebsbewilligung.

Lösungsansätze sind da

Anwohner Guggenbühl nannte den Lärm als Knackpunkt. «Es wird ein Geräusch geben, das heute nicht da ist.» Hier entgegnete Pascal Brotzer, Lärm könne nicht einfach mathematisch addiert werden. Wahrgenommen werde jeweils die lauteste Lärmquelle. Das werde oft nicht die Welle sein, sondern der ebenfalls geplante Kinderspielplatz.

Guggenbühl brachte das wilde Parkieren in den Quartieren ins Spiel. Brotzer stellte dem das Verkehrskonzept entgegen, das sich auf den öffentlichen Verkehr stützt; es wird einen neuen Bus geben, eine bestehende Buslinie soll zudem verstärkt werden. Und geplant sind Velos, die am Bahnhof für die Besucher bereitstehen. Walter erklärte, man werde das Parkieren in der blauen Zone zeitlich begrenzen – dann ist es für Surfpark-Besucher keine Option.

Die Zahlen zum Wasserverbrauch wurden in einen grösseren Kontext gestellt. 38300 Kubikmeter würden jährlich für den Surfsee benötigt, mit einer Spitze im Januar und Februar, wenn er gefüllt wird. Das, sagte Brotzer, habe man mit den Bauern abgesprochen. Diese brauchen Wasser vor allem in der heissen Jahreszeit.

Unterschiedliche Reaktion

Entscheidend sein wird die Frage, was die Regensdorfer der nächsten Generation hinterlassen wollen. Die Antwort fiel unterschiedlich aus. Anwohner Markus Rhyner hat seine Kinder und Enkel gefragt, was sie wollen. Sie sind für den Surfpark, und Rhyner freut sich darüber: «Ich werde mit ihnen durch den Wald im Park spazieren können.» Guggenbühl sieht das ganz anders. «Wollen wir unseren Kindern einen Surfpark hinterlassen, der Energie verbraucht, während sie auf den Strassen für das Klima streiken?», fragte er. Die Initianten verwiesen auf die Nachhaltigkeit des Projekts.

Volk muss zweimal Ja sagen

Im Saal schienen die Befürworter insgesamt eine Mehrheit zu haben. Sollte die Umzonung angenommen werden, wird die Diskussion aber weitergehen. Im Dezember dieses Jahres kommt das Projekt selber vor die GV. Dann wird es um den Gestaltungsplan gehen. Und bis dann werden auch alle Details zum Betrieb des Surfparks bekannt sein, die nun noch offen sind.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 14.03.2019, 16:23 Uhr

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