Handball

Die erste Niederlage im neuen Heim

Pfadi Winterthur verpasst den Einzug in die 3. Runde des EHF-Cup vor 1300 Zuschauern mit einem 24:29 (14:16) gegen Aalborg.

An Ideen fehlte es Pfadi nicht: Roman Sidorowicz versucht die Abwehr Aalborgs unkonventionell zu überwinden.

An Ideen fehlte es Pfadi nicht: Roman Sidorowicz versucht die Abwehr Aalborgs unkonventionell zu überwinden. Bild: Deuring Photography

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Das 29:31, das Finale in Dänemark, in dem die Pfader einen Sechstore-Rückstand sehr gut geschönt hatten, hatte die Hoffnungen auf eine grosse Überraschung geweckt. Doch die gab es im Rückspiel der 2. Runde im EHF-Cup nicht. Oder wie es Trainer Adi Brüngger richtig sagte: «Um diesen Gegner auszuschalten, hätten wir zwei Wunder benötigt. Es blieb nur bei dem einen.»Die Winterthurer starteten zwar extrem gut in den Match, sie setzten den Gegner mächtig unter Druck. Und sie führten nach einer guten Viertelstunde 9:7, die zwei Treffer Rückstand also waren wettgemacht. Doch danach folgten die ersten «goldenen Minuten», wie Aalborg-Trainer Stefan Madsen das beschrieb, des Gegners. Der machte mit fünf Toren ohne Pfadi-Antwort aus dem Rückstand ein 12:9.

«Um diesen Gegner auszuschalten, hätten wir zwei Wunder benötigt. Es blieb nur bei dem einen.»Pfadi-Trainer Adi Brüngger

Bis zur Hälfte blieben die Winterthurer am Gegner dran. Dann aber zeigten sie, wie schon am Donnerstag im Aarauer Schachen gegen den HSC Suhr, einen unguten Start zur zweiten Hälfte. Aaalborg legte vier weitere Treffer zwischen sich und Pfadi. Damit war die Sache im Prinzip entschieden. «Sie hatten einfach mehr Qualität als wir», sagte Trainer Brüngger. Und: «Sie haben sich besser auf unser Spiel eingestellt.»

Die Isländer

Ja, das Spiel der Pfader. Das hatte sich bereits gegen Suhr-Aarau gezeigt: Wenn die Linkshänder fehlen, ist der Cupsieger relativ einfach auszurechnen. Die Zone, in der etwas Gefährliches für die verteidigende Mannschaft geschehen kann, verringert sich um rund einen Drittel. Und Aalborg spürte nicht nur, dass auf der rechten Angriffsseite von Pfadi relativ wenig gelang, sondern nahm auch eine weitere taktische Anpassung vor: Die Defensive ging immer weiter zurück - und das machte es den nicht gerade grossgewachsenen Pfadi-Rückraumspielern extrem schwer, gefährliche Schüsse aufs Tor zu bringen. Die taktische Variante, mit sieben Feldspielern anzugreifen, griff da auch nicht mehr.

Aalborg konnte sich erneut auf die zwei starken Isländer Janus Smarason und Omar Ingi Magnusson verlassen, die Brüngger als «überragend» einstufte. Sidorowicz mit einer starken ersten Hälfte und Schulz im Tor waren bei den Pfadern gut. Und wichtig für sie war auch, dass Markus Dangers mittun konnte. Die Wunde des bayrischen Kreisläufers, die er sich am Donnerstag in der Schachenhallte zugezogen hatte, war noch am gleichen Abend in einem Spital in Aarau genäht worden.

Dangers und seine Kollegen sorgten wenigstens für die schönsten Treffer der Partie. Diese Niederlage war klarer zu begründen als jene drei Tage zuvor in der Meisterschaft. Der gestrige Gegner war tatsächlich besser als die Pfader. Die verloren deshalb zum ersten Mal in ihrer neuen Halle. Im Supercup hatten sie Wacker Thun, danach in der Meisterschaft die Kadetten und Fortitudo geschlagen - Aalborg beendete diese Serie.

Die Linkshänder-Frage

Und wunderte sich auch ein bisschen: «Warum habt ihr eigentlich keine Linkshänder?», fragte Aalborg-Trainer Stefan Madsen verwundert. Die Antwort ist eine einfache: Beide (Pascal Vernier und Cédrie Tynowski) sind verletzt. Ob es einer der zwei überhaupt schafft, rechtzeitig für die EM-Qualifikationsspiele der Schweiz gegen Kroatien und Serbien in der übernächsten Woche fit zu werden, ist fraglich. Die letzte Aufgabe der Winterthurer ist das Cupspiel vom Donnerstag gegen die «besonderen» Zweitligisten des HC Küsnacht. Ehemalige Grössen wie Elio Bucher, Gabor Vass, GC-Amicitia-Präsident Philippe Hohl oder der frühere Pfadi-Kreisläufer Mathias Oltmanns spielen in dieser Mannschaft.

Die Oktoberfest-Atmosphäre war auch den Dänen positiv aufgefallen. Sie liessen sich zu einer sehr guten Leistung inspirieren. Der 18-jährige Europacup-Neuling Frederik Bech zum Beispiel erzielte fünf Tore. Aalborgs nächster Gegner wird am Dienstag ausgelost, der THW Kiel, Füchse Berlin oder Magdeburg sind mögliche nächste Hürden. Das wäre auch für Pfadi eine interessante Aufgabe geworden. (Der Landbote)

Erstellt: 14.10.2018, 21:52 Uhr

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Pfadi Winterthur - Aalborg 24:29 (14:16)

1223 Zuschauer. - SR Manea/Iliescu (ROU). - Strafen: je 3-mal 2 Minuten. - Pfadi Winterthur: Schulz/Schelling); Dangers (5), Lier, Quni (1), Freivogel (1), Sidorowicz (8), Bräm, Jud (5/2), Svajlen, Schramm (1), Ott (2), Maros (1), Pecoraro. - Aalborg: Aggefors/Saeveraas; Smarason (5), Bech (5), Holst (4,) Magnússon (4), Antonsen (3), Saugstrup (3), Strandgaard (1), Aggefors (1)1, Ellevæk (1), Norlyk (1), Møllgaard (1). - Bemerkungen: Verschossene Penaltys: 1:0.

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