Dietlikon

Die stärkste Partei im Dorf wird 100-jährig

Heute Freitag feiert die Bürgerliche Vereinigung Dietlikon (BVD) ein grosses Fest.

Ein Grund zum Feiern: Die BVD feiert ihr 100-jähriges Bestehen.

Ein Grund zum Feiern: Die BVD feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Bild: Pixabay

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Als eine «kleine Sensation» bezeichnet es Verena Fischer. Sie ist aktuell Vizepräsidentin der Bürgerlichen Vereinigung Dietlikon und stolz auf ihre Partei, die es nur in Dietlikon gibt. Und zwar seit über 100 Jahren. Heute Abend soll das Jubiläum denn auch gebührend gefeiert werden. Auf der Piazza der Schulanlage Hüenerweid findet ein grosses BVD-Fest statt.

«Wir sind breit aufgestellt und sehr frei in unseren Themen», sagt die Vizepräsidentin und meint, «bei uns gibt es auch keine Mutterpartei, die uns dreinredet». Gemeint sind damit SVP, FDP oder auch die SP. Diese national bekannten Parteien bestimmen die Politik in Dietlikon mit, die Bürgerliche Vereinigung ist aber nach wie vor die stärkste Kraft vor Ort wie Verena Fischer gern betont. Nicht nur habe man mit über 80 Mitgliedern die grösste aktive Basis, sondern sei in den beiden Exekutivgremien der Politischen Gemeinde sowie auch der separat organisierten Schulgemeinde Dietlikon am stärksten vertreten. Zwei von jeweils fünf Behördenmitgliedern sind BVD-Vertreterinnen oder -Vertreter.

«Sieht etwas merkwürdig aus»

In der Schulpflege sind das Christa Taverney und Heidi Schaad, im Gemeinderat sind es Roger Würsch und Cristina Wyss-Cortellini. Letztere ist auch im Kantonsrat vertreten, dort politisiert sie allerdings als Vertreterin der Grünliberalen Partei (GLP). Was etwas merkwürdig aussehen möge, sei indes überhaupt kein Problem, heisst es aus den BVD-Reihen. «Das geht absolut in Ordnung», sagt die Vizepräsidentin der rein lokal tätigen Vereinigung, «wir haben das statuarisch sogar so festgelegt». Und zum Namensbestandteil «bürgerlich» meint Fischer, dies bedeute eben nicht, dass man politisch stramm «rechts» sei.

«Egal, was in der Politik passiert, wichtig ist, dass man sich am
nächsten Tag noch in die Augen sehen kann.»
Verena Fischer 
Vizepräsidentin BVD

Eigentlich hiess die Bürgerliche Vereinigung Dietlikon zunächst «Bürgerpartei». Am 11. Februar 1919 wurde die Partei im damaligen Restaurant zum Feldhof, dem heutigen Bahnhöfli, gegründet. Stolze 37 Personen waren anwesend, wovon 9 in den Vorstand gewählt wurden, das geht aus den ersten Protokollen hervor. Zu jener Zeit hatte Dietlikon 740 Einwohner (heute ca. 7800). Die Politik bestimmten damals jedoch nur gerade 195 wahlberechtigte Männer im Dorf. Vor bald 30 Jahren war es dann die Bürgerliche Vereinigung, welche mit Antoinette Fierz die erste Gemeinderätin stellte.

Überhaupt sei man meistens gut aufgestellt gewesen. Und das gilt noch heute. Ausser im Gemeinderat und in der Schulpflege sitzen gewählte BVD-Leute aktuell auch in den Kommissionen, wo es um Rechnungsprüfung, Soziales und Bauen geht. «Unser Einfluss ist sicherlich vorhanden», gibt sich Fischer zurückhaltend. Sie spricht nicht gern von Macht und legt denn auch grossen Wert auf Fairness, Aufrichtigkeit und Ausgleich. «Egal, was in der Politik passiert, wichtig ist, dass man sich am nächsten Tag im Dorf noch in die Augen sehen kann.» (cwü)

(red)

Erstellt: 23.08.2019, 10:46 Uhr

Das BVD-Fest

Am Freitagabend ab 18.30 Uhr zunächst für geladene Gäste. Ab etwa 20.30 Uhr öffentliche Veranstaltung mit Musik der Dietliker Band Künschtler-Päch. Morgen am grossen Dorfmärt in Dietlikon ist der BVD ebenfalls vertreten.

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