Eglisau

Eglisauer Gewerbe ärgert sich über kurzfristig angekündigte Baustelle

Während fast zwei Wochen ist der Zugang zum Städtchen von Eglisau wegen einer Baustelle nur über einen Umweg möglich. Das Gewerbe stört sich daran, dass es davon erst vor zwei Wochen erfahren hat.

Gabi Spühler und Regine Eisenegger vom Kleiderladen Picobello befürchten Einbussen.

Gabi Spühler und Regine Eisenegger vom Kleiderladen Picobello befürchten Einbussen. Bild: Sibylle Meier

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Für Walter Kreisser, Geschäftsführer des Gasthofs Hirschen in Eglisau, war es eine Hiobsbotschaft. Vor knapp zwei Wochen hatte die Gemeinde informiert, dass ab Montag bis am 26. Juli wegen Bauarbeiten an der Schaffhauserstrasse mit massivem Stauaufkommen zu rechnen ist. Und noch schlimmer: Es wird in dieser Zeit auch nicht mehr möglich sein, dass Eglisauer Städtchen durch Abbiegen nach der Brücke zu erreichen. Stattdessen muss man einen längeren Umweg in Kauf nehmen. «Für uns ist in dieser Zeit absolute Hochsaison. Juni, Juli und August sind unsere umsatzstärksten Monate», sagt Kreisser.

Zwar ist der Zugang zum Hirschen auch während den Bauarbeiten möglich, doch Kreisser befürchtet, dass viele potentielle Gäste den Weg zu seinem Restaurant nicht finden werden oder Eglisau in dieser Zeit sowieso grossräumig meiden werden. «Wir hätten viel früher wissen müssen, dass so eine Baustelle geplant ist», kritisiert Kreisser. «Dann hätte ich mir vielleicht überlegt, die Mitarbeitenden für eine Woche in die Ferien zu schicken, um Kosten zu sparen. Aber so kurzfristig kann ich eigentlich unternehmerisch kaum noch Massnahmen ergreifen, ausser vielleicht den Personalbestand ein wenig anzupassen.»

«Wir hätten viel früher wissen müssen, dass so eine Baustelle geplant ist»Walter Kreisser

Ins selbe Horn stösst Gabi Spühler vom Kinderkleiderladen Picobello, der sich ebenfalls im Städtchen befindet. «Man hätte die Gewerbetreibenden im Städtchen früher warnen sollen», bemängelt auch sie. «Der Juli ist nämlich umsatzmässig wegen der vielen Ausflügler kein schlechter Monat. Und hätten wir es früher gewusst, hätten wir zum Beispiel unsere Betriebsferien auf diese zwei Wochen legen können.» Stattdessen gerieten nun einige Gewerbetreibenden vom Regen in die Traufe: «Wer seine Ferien nach den Bauarbeiten geplant hat, hat unter Umständen mehrere Wochen hintereinander, in welchen kein Umsatz gemacht wird.»

Rohrbruch bedingte schnelle Reparatur

Hat die Gemeinde also das Gewerbe im Städtchen vergessen? Gemeindepräsident Peter Bär will diese Kritik nicht gelten lassen. Denn nötig wurden die Bauarbeiten, weil es erst vor etwas mehr als einem Monat, am 4. Juni, zu einem Rohrbruch an der Schaffhauserstrasse gekommen war. Die Leitung wurde zwar notdürftig repariert, doch gemäss Bär sei es nicht möglich gewesen, die wichtige Frischwasserverbindungsleitung noch länger nicht richtig zu ersetzen. Hintergrund der Bauarbeiten ist also kein lang geplantes Sanierungsprojekt, sondern ein Notfall. «Der Gemeinderat ist der Meinung, dass es unter diesen Umständen vertretbar ist, wenn der Zugang zum Städtchen während zwei eher verkehrsschwachen Wochen nur über einen Umweg möglich ist.»

«In den Schulsommerferien gibt es rund 10 bis 15 Prozent weniger Verkehr, weshalb sich Verkehrseinschränkungen weniger stark auswirken.»Thomas Maag, Baudirektion

Erschwerend bei der Planung hinzu gekommen ist, dass die Schaffhauserstrasse eine Kantonsstrasse ist. Reparaturarbeiten waren also nur nach Absprache mit dem Tiefbauamt möglich. Dass es trotzdem so schnell möglich war, die Sanierungsarbeiten anzugehen, liegt just an der Saison. «In den Schulsommerferien gibt es rund 10 bis 15 Prozent weniger Verkehr, weshalb sich Verkehrseinschränkungen weniger stark auswirken», sagt Thomas Maag von der Baudirektion. «Dieser Umstand müsste eigentlich auch im Interesse des Gewerbes sein.» Zudem sei die Umleitung ins Städtchen signalisiert. «Es ist aber nicht Aufgabe der Strassensignalisation, die Öffnungszeiten des Gewerbes zu kommunizieren. Zudem wäre ein spezieller Hinweis, dass das Gewerbe geöffnet hat, in der Nacht und am Sonntag irreführend.»

Erstellt: 12.07.2019, 17:13 Uhr

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