Eglisau

«Eine Eglisauer Nabelschau ist gefährlich»

Silvester wird in Eglisau auch der Auftakt zum 100-Jahr-Jubiläum der Strassenbrücke über den Rhein sein. Christoph Hagedorn koordiniert dazu verschiedene Anlässe – und dabei geht es ihm nicht nur ums Festen: Er ist um eine Aussenansicht bemüht und sucht darum auch ausserhalb des Dorfes nach Ideen.

2019 feiert Eglisau das 100-jährige Bestehen seiner Autobrücke. Wer künstlerische, philosophische oder gesellige Veranstaltungen oder Denkanstösse fürs Jubiläumsjahr beitragen möchte, ist aufgerufen seine Ideen mitzuteilen – insbesondere auch von ausserhalb der Gemeinde.

2019 feiert Eglisau das 100-jährige Bestehen seiner Autobrücke. Wer künstlerische, philosophische oder gesellige Veranstaltungen oder Denkanstösse fürs Jubiläumsjahr beitragen möchte, ist aufgerufen seine Ideen mitzuteilen – insbesondere auch von ausserhalb der Gemeinde. Bild: Madeleine Schoder

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im September 1919 kommen Anne-Marie Blanc und Trudi Gerster zur Welt, die Holländer gründen die Fluggesellschaft KLM – und in Eglisau wird die Autobrücke über den Rhein dem Verkehr übergeben. Die mehr als 20 000 Fahrzeuge, die sich heute pro Tag durch dieses Nadelör des Rheinstädtchens quälen, legitimieren für das kommende Jahre mehr als nur eine Dorffeier. Darum sind, abgesehen vom offiziellen Brückenfest vom 13. bis am 15. September, übers ganze Jahre hin Anlässe und Aktionen vorgesehen. Solche Festivitäten zu planen und zu koordinieren hat Christoph Hagedorn jüngst von der Gemeinde den Auftrag gefasst.

Alsdann hat er sich auf die Suche nach Ideen begeben – und wurde rasch fündig. «Schon jetzt haben wir einen ganzen Ideenstrauss zugesandt bekommen», sagt er. Fix eingetragen ist allerdings noch nicht viel, «klar sind erst das Brückenfest als Höhepunkt, der Jubiläumsstartschuss am Silvesterapéro 2018/2019 – und dass der Silvesterapéro 2019/2020 der offizielle Schlussakt sein soll.»

Angedacht allerdings ist schon vieles. Kulturveranstaltungen etwa, generationenübergreifende Podien, «viele Autoren haben sich gemeldet, die Stoff rund um die Brücke suchen, um Geschichten erzählen zu können.» Auch wenn schon viele Vorschläge eingetroffen sind, appelliert Hagedorn im Editorial des aktuellen Mitteilungsblatts des Dorfes: «Also keine Hemmungen, melden Sie sich!» Wer wolle, der könne auch, schreibt er. Kulturelles, Verrücktes, Geistiges, Kulinarisches – «Alles ist erlaubt. Es soll einfach die Brücke, den Rhein oder deren Betroffene zum Inhalt haben.»

Blick von aussen ist gefragt

Gesucht seien freilich nicht nur die Ideen, sondern auch Vorschläge für die konkrete Umsetzung. Weil Hagedorns Koordinationsstelle, im Unterschied zum Brückenfest-OK, über kein eigenes Budget verfügt, stehen keine grossen finanziellen Mittel zur Verfügung. Und noch ein weiterer Aspekt ist Christoph Hagedorn wichtig: Er addressiert seinen Kreativitätsappell explizit auch an Auswärtige, an Nicht-Eglisauer.

«Bis jetzt machen wir hier nur eine Nabelschau. Das ist gefährlich.» Gerade im Bezug auf die Brücke und den Verkehr sei es mindestens ebenso interessant, was die Schaffhauser denken, das Rafzerfeld, die Bülacher oder die Deutschen. «Diese Aussensicht ist wirklich wichtig.»

Mobilität und Zukunft

Für zusätzliche Perspektiven sollen auch externe Experten sorgen, die Eglisau vielleich im Kontext einer Gesamtentwicklung sehen. «Da könnte es etwa um die Frage der Mobilität gehen», macht er ein Beispiel. «Stichwort Verbrennungsmotor oder öffentlicher Verkehr – Wie wichtig ist die Umfahrung Eglisau in 20, in 30 oder in 50 Jahren noch?»

Man wolle hier, ob all der 100-jährigen Geschichte, ebenso bewusst den Blick in die Zukunft wagen, gehe es nun um den Verkehr und die Mobilität, um die Dorfkultur, um den Fluss als Naherholungsgebiet oder aber um das Brückenschlagen im bildhaften, vielleicht auch im gesellschaftsphilosophischen Sinne. Ideen sind im Rheinstädtchen auf jeden Fall auch weiterhin gefragt. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 07.12.2018, 16:29 Uhr

Infobox

Ideen für Anlässe, Projekte sind zu richten an die Koordinationsstelle Brückenjahr, Christoph Hagedorn, chhagedorn@bluewin.ch, oder an Telefon 079 403 78 21.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.