Kloten

Eishockey alleine genügt ihm nicht

Klotens Stürmer Marc Marchon sorgt dafür, dass der Altersdurchschnitt der sechs besten Skorer des EHC in der Swiss League «nur» bei 32,5 Jahren liegt.

Klotens Flügel Marc Marchon (links, hier während des Auswärtsspiels in Winterthur Anfang November) glänzt heuer nicht zuletzt durch Effizienz.

Klotens Flügel Marc Marchon (links, hier während des Auswärtsspiels in Winterthur Anfang November) glänzt heuer nicht zuletzt durch Effizienz. Bild: Madeleine Schoder

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Fabian Sutter wird dieses Jahr 37, Ryan MacMurchy 36, Jeffrey Füglister 29, Steve Kellenberger 32, René Back 37. Sie belegen in der internen Skorerliste des EHC Kloten nach 32 Swiss-LeagueRunden die Plätze 1, 2, 3, 4 und 6. In die Phalanx der Routiniers bricht nur einer ein: Marc Marchon. Der Flügel wird im Sommer erst 24 Jahre alt, mit elf Toren und zwölf Assists steht er auf Rang 5. «Einige mehr könnten es noch sein», sagt der Mann, der 2017 aus Zug nach Kloten kam.

Zwei Wochen benötigte er im vergangenen Frühjahr, um den Abstieg einigermassen wegzustecken. Dass er in Kloten bleiben würde, war schnell klar. Und er hat sich schon damals vorgenommen, eine andere Rolle als zuletzt zu spielen. Eine mit viel Präsenz und Effizienz vor dem gegnerischen Tor. «Ich spiele aggressiv, und das tut dem Team gut.» Er ist damit ein wichtiges Puzzleteil einer sehr guten Klotener Mischung. «Wenn wir unser bestes Eishockey abrufen, wird es für jedes Team schwierig, uns zu schlagen», sagt er überzeugt.

Andere Seite kennen gelernt

Zu seinen Juniorenzeiten war Marchon fast alles zu leicht gefallen, 52 und 50 Punkte erzielte er in seinen zwei letzten Wintern im Nachwuchs. In 37 NLA-Partien für den EV Zug schoss er dagegen nur einmal ins Tor, sechs Treffer mehr wurden es in der Saison 2017/18 für Kloten. «Ich musste in der NLA vor allem defensiv arbeiten, meinen Stil umstellen.»

Die Zuger Lernjahre in der damaligen NLA waren vor allem unter Trainer Harold Kreis hart, die vierte Linie war Marc Marchons Bestimmung. Wer nach oben will, der nimmt Anweisungen des Coachs manchmal auch zu wörtlich, man will sich schliesslich zeigen. «Checken, alles umfahren», so tönte es manchmal. Bei einer dieser Aktionen fügte er vor zwei Jahren dem Klotener Adam Hasani eine Gehirnerschütterung zu. Sechs Spielsperren und eine happige Busse waren die Folge. Im vergangenen Winter erlitt Marchon selbst eine Gehirnerschütterung, hat so die andere Seite kennen gelernt. Und man kann getrost sagen, dass er sich gebessert hat. «Ich bin von dummer und undisziplinierter Spielweise weggekommen», sagt er selber. Der jüngste Beweis dafür lieferte er am Dienstag im Heimspiel gegen La Chaux-de-Fonds. Zweimal wurde der Flügel ziemlich hart angegangen – beide Male blieb er ruhig und konzentrierte sich auf seine Aufgaben.

Arbeit, Schule, Sport

So wie Marc Marchon auf dem Eis ehrliche Arbeit mit viel Engagement verrichtet, so ist er auch im Leben daneben alles andere als ein Träumer. Zuerst entschied er sich für den Sport. Als ihn sein Lehrmeister nicht mehr für die Trainings in Zug freistellen wollte, brach er seine Lehre als Elektromonteur gegen den Willen seiner Mutter ab, die alleine fünf Kinder grosszog. «Geld verdienen aber musste ich trotzdem.» Also begann er als Maler auf dem Bau – und lernte dort Patrick Obrist kennen, der sich mit der gleichen Tätigkeit einen Zustupf verdiente. Im Gegensatz zu manch anderem fühlte sich Marc Marchon später durch das Leben als Eishockeyprofi nicht ausgefüllt. Er blickt auf «drei Jahre Nichtstun» zurück, als er erklärt, was er nun neben dem Eishockey macht. Er besucht eine Handelsfachschule und arbeitet im Büro. «Zwei Nachmittage pro Woche Arbeit, zweimal am Abend Schule», das ist in etwa sein Programm neben dem Sport. In einem Jahr sollte er diese Schule abgeschlossen haben.

Eine andere Schule – die ihn ziemlich prägte – hat er als Junior durchlaufen. Marchon berichtet: «Trainer Leo Schumacher war für mich die bisher wichtigste Person, die ich im Sport kennen gelernt habe. Als ich zu ihm kam, hatte ich eine ziemlich grosse Klappe, es war mir alles fast zu leicht gefallen. Leo hat mir aufgezeigt, welchen Weg ich nehmen muss.» Jeder, der bei Schumacher gewesen sei, sagt Marchon, sei abgehärtet, habe eine eventuelle Dünnhäutigkeit verloren. «Wenn mich heute ein Trainer hart kritisiert, bringt mich das nicht sofort aus dem Gleichgewicht.»

Marc Marchon steht eben mit beiden Füssen fest auf dem Boden. Im Spiel wie im Leben. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 10.01.2019, 23:49 Uhr

Auswärts in Langenthal

Kloten für einmal in Grün

Nach dem 3:1 am Dienstagabend, dem ersten Sieg über La Chaux-de-Fonds in dieser Saison, nimmt der EHC Kloten morgen Samstag um 17.30 Uhr in Langenthal Anlauf, die letzte Lücke zu schliessen: Die Oberaargauer sind das einzige Team, gegen das Kloten heuer noch nie gewonnen hat. Zu Hause setzte es ein 4:5, im Schoren ein 2:4 ab.
Die Langenthaler mussten jüngst durch eine Serie von sechs Niederlagen, sie haben sich aber wieder aufgefangen. Dabei sind sie noch immer auf der Suche nach einem zweiten Ausländer.

Beide Teams werden morgen in ungewohnten Leibchen antreten. Der Match ist ein Benefizspiel in Zusammenarbeit mit der Stiftung Greenhope zugunsten krebskranker Kinder. Die Farbe Grün wird dominieren, Kloten machte gestern erste Bekanntschaft mit den ungewohnten Dresses. jch

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