Bülach

Es wird enger für Fremdparkierer

Der Bülacher Stadtrat plant ein neues Parkierungsreglement. Es soll Dauer-Parkierer einschränken und das Valet-Parking ganz verbieten. Der Ball liegt nun beim Gemeinderat

Derzeit sind die weissen Parkfelder in Bülach auch bei Auswärtigen beliegt. Das könnte sich bald ändern.

Derzeit sind die weissen Parkfelder in Bülach auch bei Auswärtigen beliegt. Das könnte sich bald ändern. Bild: Keystone

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Mit ihrer Nähe zum Flughafen ist die Stadt Bülach ist ein beliebtes Ziel für Fremdparkierer. Für die Einheimischen sind diese ein Ärgernis. Auf der Suche nach einem Parkplatz kurven motorisierte Besucher zu jeder Tages- und Nachtzeit durchs Quartier. Haben sie einmal einen Parkplatz ergattert, lassen sie ihr Auto nicht selten tagelang stehen. Denn wer in der Stadt Bülach heute ein weiss markiertes Parkfeld ohne Parkuhr findet, darf sein Auto dort 72 Stunden stehen lassen. Die Überwachung der Parkdauer und die Verzeigung sind aufwändig und schwierig. Deshalb bleiben die auswärtigen Autos oftmals länger stehen und das erst noch gratis.

Das machen sich auch findige Geschäftsleute zunutze. Sie bieten ihrer Kundschaft ein sogenanntes Valet-Parking an, bei dem sie das Auto an einem vereinbarten Treffpunkt in Empfang nehmen und die Parkplatzsuche übernehmen.

Platz für die Einheimischen

Dieses Fremd- und Valet-Parkieren möchte der Bülacher Gemeinderat René Anthon (SVP) unterbinden. Vor einem Jahr forderte den Stadtrat auf, dem Parlament ein revidiertes Parkierungsreglement vorzulegen.

«Dauerparkierer von nah und fern, die hier gratis oder günstig das Auto abstellen und dank unserer guten öffentlichen Verkehrsanbindungen an den Flughafen fahren, sind mir ein Dorn im Auge und für Bülach absolut unnütz», sagt Anthon. «Das neue Parkierungsreglement soll dafür sorgen, dass Personen, die in Bülach etwas erledigen oder kaufen wollen einen Parkplatz finden.»

Nun, ein Jahr später, liegt die Antwort des Stadtrats auf Anthons Motion vor. Diese zeigt: Er nimmt das Anliegen ernst und fordert den Gemeinderat auf, die Motion für erheblich zu erklären. Das würde es dem Stadtrat erlauben, das Parkierungsreglement für den öffentlichen Grund und die öffentlich zugänglichen Parzellen auszuarbeiten. Antrag und Weisung zeigen schon heute die Stossrichtung des Parkregimes auf. «Der Stadtrat hat bei der Ausarbeitung selbstverständlich die Reglemente anderer Gemeinden herangezogen», sagt Stadtrat Hanspeter Lienhart (SP), Verantwortlicher für das Ressort Planung und Bau .

Der Stadtrat plant unter anderem, das gesamte Stadtgebiet in fünf verschiedene Parkzonen einzuteilen. In keiner dieser Zonen dürfte auf den weissen Feldern voraussichtlich länger als sechs Stunden parkiert werden. Ausnahmen gäbe es für die Benutzer mit Parkkarte. Wer eine solche zu welchem Preis beziehen darf, müsste in einem separaten Reglement festgelegt werden.

Geld aus dem Parkraumfonds

Erhält der Stadtrat vom Gemeinderat grünes Licht für die Schaffung eines neuen Parkierungsreglements, würde er damit ein externes Ingenieurbüro beauftragen. Der Stadtrat rechnet mit Kosten von 30 000 bis 40 000 Franken die Ausarbeitung des Reglements. 10 000 bis 20000 Franken dürften die polizeilichen Anordnungen und die Beschilderungen kosten. Der Stadtrat ist der Ansicht, ein solches Reglement verbessere die Verfügbarkeit von Abstellplätzen für die Anwohner erheblich. Deshalb, so die Exekutive, könnte rund ein Fünftel dieser Kosten aus dem städtischen Parkraumfonds bestritten werden.

Breite Vernehmlassung

Erklärt der Gemeinderat die Motion von René Anthon für erheblich, geht es für den Stadtrat an die Ausarbeitung. Dafür bleibt ihm neun Monate Zeit, ehe der Gemeinderat über das Reglement befinden und allfällige inhaltliche Anpassungen vornehmen wird. «Es wird auch eine breite Vernehmlassung bei Bevölkerung, Parteien und Verbänden geben», verspricht Lienhart.

Für Gemeinderat René Anthon entsprechen Bericht und Antrag des Stadtrats absolut dem Grundgedanken seiner Motion. «Bülach wächst und ist seit diesem Jahr die erste Gemeinde im Zürcher Unterland mit mehr als 20000 Einwohner. Dieses Wachstum darf nicht auf Kosten der heutigen Bülacherinnen und Bülacher sowie des ansässigem Gewerbe passieren. «Ich werde den Antrag des Stadtrats an der nächsten Sitzung zu hundert Prozent unterstützen», sagt Anthon.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 08.11.2018, 16:21 Uhr

Infobox

Auch Höri handelt

Auch in Höri wird heute der Parkraum auf öffentlichem Grund nicht bewirtschaftet. Teilweise bestehen zeitlich unbeschränkt benutzbare weisse Parkplätze. Nun hat der Gemeinderat ein Parkierungskonzept, ein Parkierungs- und Parkkartenreglement sowie einen Umsetzungskredit von 50 000 Franken genehmigt. Die Umsetzung soll per 1. Juli 2019 geschehen. Reglement und Kredit müssen von der Gemeindeversammlung vom 5. Dezember genehmigt werden. Am 21. November, um 19.30 Uhr, im Singsaal des Schulhauses eine Informationsveranstaltung zum Thema statt. dsh

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