Otelfingen

Freiwillige wollen Nachbarn helfen

Die neu gegründete Nachbarschaftshilfe in Otelfingen ist startklar. Alles ist geregelt und freiwillige Helfer sind gefunden. Jetzt fehlen nur noch diejenigen, die Hilfe in Anspruch nehmen wollen.

Technische Geräte sind für Peter Scheibli (82) kein Problem. Er will gerne seinen Nachbarn in Otelfingen bei Bedarf helfen.

Technische Geräte sind für Peter Scheibli (82) kein Problem. Er will gerne seinen Nachbarn in Otelfingen bei Bedarf helfen. Bild: Francisco Carrascosa

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Peter Scheibli (82) ist pensionierter Elektroingenieur und voll motiviert. Er möchte seinen Nachbarn in Otelfingen bei Bedarf gerne helfen und freut sich darauf, dabei gleichzeitig interessante Leute kennen zu lernen. Er hat sich als einer der Ersten für die Nachbarschaftshilfe als freiwilliger Helfer gemeldet. «Mein Spezialgebiet sind sicher tech­nische Hilfestellungen, weil das mein Beruf war. Ich bin pensionierter Elektroingenieur und kenne mich immer noch ganz gut mit der neuen Technik aus. Ich kann aber auch gut auf Leute zugehen», erzählt er.

Nachbarn gezielt und individuell unterstützen

Im Sommer wurde das Projekt Nachbarschaftshilfe Otelfingen lanciert. Mit dem Besuchsdienst Furttal wurde rasch eine Trägerschaft gefunden, welche die Organisation und Koordination übernehmen konnte. Mittlerweile sind die Verträge ausgearbeitet und Helfer gefunden. Ruth Joss (51), die schon Anlaufstelle für den Besuchsdienst Furttal ist, koordiniert die Anfragen und die Helfenden. «Der Besuchsdienst im Furttal ist bereits gut etabliert. Diejenigen, die ihn kennen, möchten ihn nicht mehr missen. Aber der ist für regelmässige Kontakte und Besuche. Mit der Nachbarschaftshilfe starten wir in Otelfingen jetzt ein Pionierprojekt. Über die Nachbarschaftshilfe können punktuelle Hilfestellungen angeboten werden, die von keiner anderen Organisation übernommen werden. Wir achten aber auch darauf, ­keine lokalen Anbieter zu konkurrenzieren», sagt sie.

Marco Ackermann (40), Gemeinderat in Otelfingen und zuständig für Gesundheit und Soziales, freut sich darüber, dass jetzt alles parat ist. «Der Wunsch zu diesem Projekt ist aus der Bevölkerung gekommen. Damit können wir eine wichtige Lücke schliessen. Das Angebot ist für Hilfesuchende kostenlos und kann durchaus auch von jüngeren Personen in Anspruch genommen werden. In erster Linie ist es aber sicher so, dass damit eine Ergänzung zu Spitex und ­anderen Diensten besteht. Die meisten Menschen möchten möglichst lange ein selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden führen», meint er. Es soll ein niederschwelliges Angebot sein. Im alten Dorfkern von Otelfingen kenne man sich unter­einander noch eher und helfe sich gegenseitig. Aber das sei halt nicht mehr überall so.

Dienstleistungskatalog noch offen

Die Freiwilligen sind nicht alle aus Otelfingen, sondern kommen aus dem ganzen Furttal. Sie ersetzen keine professionellen Dienstleistungen wie Reinigungsdienste, Gartenarbeiten oder Spitex. Wenn jemand aber beispielsweise nicht klarkommt mit der Bedienungsanleitung für den neuen Fernseher: Peter Scheibli wäre der Mann für einen solchen Fall. Oder eine Lampe muss ersetzt werden und jemand traut sich nicht mehr, auf eine Leiter zu steigen. Eine andere Person ist kurzfristig erkrankt und kann ­darum nicht mit dem Hund nach draussen. In solchen Fällen kann die Nachbarschaftshilfe vielleicht einspringen.

«Der Hilfekatalog ist nicht abschliessend formuliert auf unserem Flyer. Wir sind offen für Anfragen und lassen uns gerne überraschen. Wir klären dann ab, ob wir die Helfer dazu haben und ob es passt. Es braucht also niemand Hemmungen zu haben, einfach mal anzufragen», erklärt Joss. Wichtig sei bloss, dass die Anfragen zentral bei ihr landen würden. Die zentralen Anliegen sind insbesondere wegen der Versicherung für die Helferinnen und Helfer nötig.

«Schlimmstenfalls müssen wir passen und können eine Anfrage nicht erfüllen oder müssen an einen kostenpflichtigen Dienst verweisen. Aber in der Regel finden wir eine Lösung», sagt sie weiter. Und wenn alles gut anläuft, würden andere Gemeinden vielleicht dem Beispiel von Otelfingen folgen und in Zukunft einen ähnlichen Dienst anbieten.

Erstellt: 22.12.2018, 08:45 Uhr

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