Fussball

GC steuert in eine ungewisse Zukunft

Der Grasshopper Club Zürich spielt fortan in der Challenge League. Beim ersten Training der Saison in Niederhasli zeigte man sich jedoch selbstbewusst.

Der Grasshoppers Club Zürich spielt fortan in der Challenge League. Beim ersten Training der Saison in Niederhasli zeigte man sich jedoch in neuer Stärke.
Video: Astrit Abazi / mcp

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Es ist kalt auf dem Trainingsplatz des Grasshopper Club Zürich in Niederhasli. Eine Regenschauer zieht vorüber, die Wolken hängen tief. Nur eine handvoll Zuschauer haben sich für den Trainingsauftakt auf die Tribüne begeben. Es ist nicht verwunderlich: Zum ersten Mal seit 70 Jahren wird der GC die Saison in der Challenge League bestreiten. Die Enttäuschung nach dem Abstieg war bei Spielern und Fans gleichermassen gross, dem Club wurde sogar der Tod vorhergesagt. Nur knapp entging er diesem Schicksal, der Schaden an der Moral war aber bereits angerichtet.

Den GC-Geist spüren

Auf dem Spielfeld ist dies jedoch kaum zu spüren: Viele neue Gesichter, die meisten vom eigenen Nachwuchs, kämpfen sich durch das rigorose Trainingsprogramm von Uli Forte. Obwohl Nati-Spieler wie Matic, Bajrami und Pusic erst später dazustossen sollen, zeigt sich hier ein frisches Team von seiner besten Seite. Falls die rund zwanzig Spieler auf dem Platz nach dem Abstieg frustriert sind, zeigen sie es nicht.

Auch neben dem Platz zeigt man sich zuversichtlich – und ein wenig demütig. «Wir wissen noch nicht wann, aber wir wollen so bald wie möglich wieder aufsteigen», sagt Interims-Präsident András Gurovits. Im Mai zeigte sich der GC deutlich ambitionierter. Kurzzeit-Präsident Stephan Rietiker liess vor seinem Rücktritt noch verlauten, dass man sofort wieder in die Super League zurück will. Dass diese Kursänderung bei manchem Fan sauer aufstossen wird, ist er sich bewusst. Das höchste Ziel sei aber, eine funktionierende Organisation aufzustellen und den «GC-Geist» wieder aufleben zu lassen.

«Wir wissen noch nicht wann, aber wir wollen so bald wie möglich wieder aufsteigen»András Gurovits, Interims-Präsident Grasshopper Club Zürich

Gurovits, selbstbezeichnend der «letzte Mohikaner», ist der Einzige, der dem GC -Vorstand erhalten blieb. Nach Rietikers Abgang fiel das Lot auf ihn. «Das ist nunmal das Schicksal das Vize-Präsidenten», sagt er. In den kommenden Monaten wird er viele wichtige und schwierige Entscheidungen treffen und seinen Kopf dafür hinhalten müssen. Von Aufgeben will er aber nichts hören: «Ich laufe nicht davon», sagt Gurovits. Stattdessen will sich auf die eigenen Stärken besinnen und den Club «von unten» wieder Aufbauen.

Schmales Kader

Forte, der zehnte Trainer in zehn Jahren, sollte ursprünglich zum sofortigen Wiederaufstieg verhelfen. Nun muss er sich zunächst in der Challenge League beweisen – vielleicht für mehrere Jahre. Das Budget kürzte man von 20 auf 13,6 Millionen Franken. Besonders die Spielerlöhne litten massiv darunter. Im Trainer-Staff behalten die Meisten ihre alten Positionen. Nicht so bei den Spielern: Es sollen künftig nicht mehr 30 Mann im Kader sein sondern nur noch 23. Transfers werden unumgänglich sein, man will dafür noch stärker auf den Nachwuchs setzen.

«Besonders die jungen Spieler haben nun die Gelegenheit sich zu beweisen.»Uli Forte, Trainer Grasshopper Club Zürich

Damit nicht jeder Spieler mit einem Damoklesschwert über dem Kopf aufs Feld geht und über seien Zukunft beim GC bangen muss, soll schnell Klarheit geschafft werden. Die Nati-Spieler sollen aber auf jeden Fall bleiben. Trainer Forte sieht die gegenwärtige Situation auch positiv: «Besonders die jungen Spieler haben nun die Gelegenheit, sich zu beweisen.»

Was beim GC geschieht, will man, zumindest gegen Aussen, als Neuanfang verkaufen. Tatsächlich setzt man zunächst auf Stabilität. Nun muss sich der Club zuerst wieder fangen und diese Krise überwinden. Bis der besagte «GC-Geist» auch auf den Rängen wieder zu spüren ist, wird es wohl noch eine Weile dauern. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 12.06.2019, 18:04 Uhr

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