Gegen das Alleinsein – vier Frauen machen eine Weihnachtsfeier für alle

Nicht alle können oder mögen gemeinsam Weihnachten feiern. Für all jene, die allein, vergessen, verstritten, verbittert oder auch verarmt sind, organisieren vier Opfikerinnen ein Weihnachtsfest «mit Herz» – kostenlos, einfach so.

Zum dritten Mal organisieren Cindy Gehrig (von links), Monika Maurer, Franziska Driessen und Heidi Pante eine offene Weihnachtsfeier für alle in ihrer Stadt.

Zum dritten Mal organisieren Cindy Gehrig (von links), Monika Maurer, Franziska Driessen und Heidi Pante eine offene Weihnachtsfeier für alle in ihrer Stadt.

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Der Erfolg ihrer Idee bringt ein beherztes Opfiker Quartett an seine Grenzen. So viele Anmeldungen hatten sie noch nie bekommen für ihr besonderes Projekt: Kostenlos ein einfaches, fröhliches und ehrliches Weihnachtsfest.

Genau das ist das erklärte Ziel der vier Frauen. Und zwar für möglichst viele Menschen, die sonst nicht gemeinsam feiern würden, dies nicht im angestammten Rahmen tun möchten oder sich Zusatzausgaben selbst für Weihnachten schlicht nicht leisten könnten. Die vier Opfikerinnen, die sich anschicken heuer zum dritten Mal ein gemeinsames Fest für alle zu ermöglichen, sind Franziska Driessen, Cindy Gehrig, Heidi Pante und Monika Maurer.

Erstere ist ehemalige CVP-Gemeinderätin und nun als Synodalratspräsidentin quasi die höchste Katholikin im Kanton (Driessen), Zweitere wirkt in Opfikon als reformierte Pfarrerin (Gehrig), die Dritte ist FDP-Politikergattin (Pante) und die Vierte im Bunde ist die Schwester eines mittlerweile parteilosen Stadtrats (Maurer). Mit ihrer Idee von gemeinsamen Weihnachten im ursprünglichen Sinne haben die Frauen einen Volltreffer gelandet. «Ja, es ist offensichtlich ein Bedürfnis», sagt Letztere. Sie betont auch gleich, dass Politik und Religiosität für die Vierergruppe überhaupt keine Rolle spielt bei der Umsetzung dieser Idee.

Schlichte Feier mit Essen, Musik und alten Geschichten

Es wird es keine Predigt, keine schwülstigen Ansprachen oder gar einen bekehrerischem Hintergrund geben an diesem Fest. Den Organisatorinnen geht es im Kern darum, dass an diesem (Heilig)Abend, einfach alle einen Platz am einem gedeckten Tisch in der Wärme fänden – ganz egal wer sie sind, was sie tun oder woher sie kommen. Freilich ist der Gedanke ein urchristlicher und der Ort der Weihnachtsfeier ist das Kirchgemeindehaus neben der reformierten Kirche Opfikons. Aber das gemeinsame Fest an Heiligabend soll frei sein von Zwängen, Konfessionsgrenzen, Religionsquerelen und Politparolen. «Das ist uns ganz, ganz wichtig», sagt Maurer, die so etwas wie die Rolle der Pressesprecherin des Quartetts eingenommen hat. Am kommenden Montag dem 24. Dezember werden ab halb sechs Uhr am Abend alle Gäste – angemeldete und spontane – mit einem Apéro empfangen. Ein Profikoch wird einen Dreigänger auf die Tische zaubern und selbst für Unterhaltung ist gesorgt. Einerseits spielt ein Duo klassische Musik und andererseits erzählt ein ortsansässiger Lehrer Geschichten wie sie sich vor 50 Jahren zutrugen im weihnächtlichen Opfikon von 1968.

Gäste im Alter von 2 bis 98 Jahren

Heuer steht die gemeinsame Weihnachtsfeier auch in einer Veranstaltungsreihe zum Jubiläum der Stadtwerdung Opfikons vor 50 Jahren. Zur 49. von 50 Veranstaltungen hat auch Vize-Stadtpräsident Valentin Perego seine Anwesenheit angekündigt. «Es haben sich über 90 Gäste im Alter von 2 bis 98 Jahre angemeldet», heisst es von den Organisatorinnen.

Noch gibt es im Saal des reformierten Kirchgemeindehauses Halden ein paar freie Plätze. «Wir werden sicherlich niemanden abweisen, wir wollen die Leute ja zu uns holen», sagt Maurer. Falls nötig, werde man dafür gern etwas zusammenrücken. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 19.12.2018, 18:49 Uhr

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