Stadel

Gemeinde plant Turmbau zu Stadel

Weil die Sanierungen am Stadler Aussichtsturm nicht mehr tragbar sind, soll dieser ersetzt werden.

Die Stadler reagierten positiv auf den Vorschlag des Gemeinderates zum Neubau eines Aussichtsturmes.

Die Stadler reagierten positiv auf den Vorschlag des Gemeinderates zum Neubau eines Aussichtsturmes. Bild: Sibylle Meier

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Seit 1964 können Wanderer vom Aussichtsturm Stadlerberg das Unterland überblicken. Eine Grillstelle am Fuss lädt ein zum Grillieren, ein Leuchtfeuer an der Spitze hilft den vorbeifliegenden Flugzeugen zur Orientierung. Der 25 Meter hohe Turm, ein Geschenk des verstorbenen Stadler Bürgers August Briner, ist heute fester Bestandteil des Landschaftsbildes.

Nun will man den Turm abreissen - und an seine Stelle einen Neuen bauen. An der Gemeindeversammlung vom Mittwoch streckte der Gemeinderat seine Fühler aus um zu erfahren, was die Stadler Bevölkerung davon hält.

Keine temporäre Lösung

«Längerfristig müssen wir einen Ersatz in Betracht ziehen», erklärte Gemeinderat Rico Barandun (FDP). In den vergangenen Jahren wurden wiederholt kleinere Reparaturen zum Erhalt des Turmes vorgenommen. Wegen dem Alter des Holzes sei nun aber eine grössere Sanierung fällig geworden. Kostenpunkt: 30000 Franken.

Laut Barandun wäre das jedoch nur eine temporäre Lösung, das Problem damit noch nicht beseitigt: «Damit hätten wir Ruhe für die nächsten zwei bis drei Jahre und müssten uns dann wieder etwas Neues überlegen.» Ein neuer Turm würde länger erhalten bleiben, kostet dementsprechend auch mehr. Bei gleicher Höhe 500 000 Franken schätzt Barandun.

«Längerfristig müssen wir einen Ersatz in Betracht ziehen»Rico Barandun, Gemeinderat

Mit Investitionen von Privaten und Firmen könnten die Kosten auf 400 000 Franken reduziert werden. Weil Stadel gut finanziell abgestützt sei und der Turm in der Region sehr geschätzt wäre, erwartet der Gemeinderat, dass eine Finanzierung kein Hindernis darstellen sollte. Alternativ will man sich von ähnlichen Projekten inspirieren lassen und beispielsweise Sprossen an Sponsoren verkaufen. Auch soll der neue Turm wieder mit Holz gebaut werden, wenn möglich aus dem Stadler Wald.

Für Aviatikfans

Der Vorschlag, das Wahrzeichen Stadels auf diese Art zu erhalten, fand Anklang bei den Stimmberechtigten. Einzig das Dach, welches Barandun vorsieht, wurde in Frage gestellt. Der Turm ist dank seiner Nähe zum Flughafen besonders bei Aviatikfans beliebt. Ein Dach würde die Aussicht jedoch stark einschränken, bemängelte eine Anwesende. Über die Details werde zu einem späteren Punkt entschieden, entgegnete Barandun. «Ein Dach ist aber ein wirksamer Witterungsschutz und würde die Lebensdauer des neuen Turmes verlängern.»

Der Gemeinderat wird nun die Detailplanung in Angriff nehmen. Damit sollte das Projekt zum neuen Aussichtsturm in den kommenden Monaten vorgestellt werden und an der nächstmöglichen Gemeindeversammlung zur Abstimmung kommen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 13.06.2019, 18:06 Uhr

Gemeindeversammlung Stadel

Die Rechnung erfreut aber die Nagra macht wütend

Der Gemeinderat von Stadel legte an der Gemeindeversammlung den 54 Stimmberechtigten (3,4 Prozent) eine erfreuliche Jahresrechnung 2018 vor. Bei einem Aufwand von 8,5 Millionen Franken schloss man mit einem Ertragsüberschuss von rund 800000 Franken ab. Budgetiert hatte man ein Defizit von 300000 Franken.

Diese grosse Abweichung führte zu Fragen: Weil Stadel in den letzten Jahren konstant hohe Einnahmen verzeichnen konnte, wollte ein Anwesender wissen, wieso der Steuerfuss im Vorjahr um einen Prozentpunkt erhöht wurde.

Konservativ budgetiert

Gemeinderat und Finanzvorsteher Jean-Claude Frischknecht (parteilos) erwiderte darauf, dass der Gemeinderat letztes Jahr einen anderen Informationsstand hatte. «Wir konnten nicht vorhersehen, dass wir 2018 Erträge aus den Grundstückgewinnsteuern verrechnen würden und haben dementsprechend anders budgetiert», sagte er. Diese hätten sich mit 813000 Franken stark auf die Rechnung ausgewirkt.

Grundsätzlich wolle man aber auch einem stark schwankenden Steuerfuss entgegenwirken. Die bisherige Finanzführung hatte es der Gemeinde so ermöglicht, im Vorjahr alle Investitionen aus eigener Kraft zu tätigen.

Die Primarschulgemeinde schloss ihre Jahresrechnung mit einem Aufwand von rund 4,4 Millionen Franken und einem Defizit von etwa 480000 Franken ab. Besonders unvorhergesehene Vorfälle im Personal hatten zu Mehrausgaben geführt. Beide Jahresrechnungen wurden mit deutlicher Mehrheit genehmigt.

Bis zu drei Bohrungen

Für Furore sorgte ein Referat von Lukas Oesch, Projektleiter regionale Partizipation bei der Nagra. Oesch informierte die Anwesenden über den Stand des Tiefenlagers «Nördlich Lägern», welches Stadel in den kommenden Jahren tangieren könnte. So besteht die Möglichkeit, dass bis zu drei Tiefenbohrungen in Stadel vorgenommen werden könnten.

Eine Bewilligung hätte die Nagra vom Bund bereits erhalten, ob diese tatsächlich nötig wird, hängt teilweise von den Resultaten der gegenwärtigen Bohrung in Bülach ab. Eine potentielle Bohrung in Stadel könnte allerdings frühestens im Frühling 2020 stattfinden.

Oesch und Gemeinderatspräsident Dieter Schaltegger (SVP) mussten wiederholt Vorwürfe zurückweisen. Mehrere Anwesende beschwerten sich über die mangelhafte Kommunikation mit der Bevölkerung. Schaltegger wies jedoch darauf hin, dass Stadel mit vier von 120 Mitgliedern in der Regionalkonferenz Nördlich Lägern stark vertreten sei. (abz)

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.