Stadel

Gemeinde sucht neuen Zweck für ehemaliges Bauernhaus

Das Anna-Huser-Hüsli in Stadel soll saniert werden. Nachdem der Frauenverein jahrelang das Museum führte, übernimmt die Gemeinde erneut die Liegenschaft.

Jahrelang stand das Anna-Huser-Hüsli unter der Obhut des Frauenvereins.

Jahrelang stand das Anna-Huser-Hüsli unter der Obhut des Frauenvereins. Bild: Paco Carrascosa

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Unscheinbar und fast schon einsam wirkt das ehemalige Bauernhaus an der Chofelstrasse in Stadel. Als die frühere Besitzerin Anna Huser, der das Gebäude heute seinen Namen verdankt, 1995 verstarb, vermachte sie den Stadlerinnen und Stadlern einen Teil des Hauses. Die etlichen Sammelstücke und die antike Einrichtung sind heute noch im eingerichteten Museum zu besichtigen und zeigen, wie das Leben in Stadel im letzten Jahrhundert aussah. Es ist ein Stück Geschichte, welches inmitten des Dorfes überlebt hat.

Nachdem sich der Frauenverein Stadel jahrelang um den Erhalt des Anna-Huser-Hüsli kümmerte, übernimmt die Gemeinde wieder die Verantwortung über das Gebäude.

Schützenswertes Objekt

Wie die Liegenschaft in Zukunft genutzt werden soll, steht jedoch noch nicht fest. Das Gebäude ist im Inventar der kommunal schützenswerten Objekte aufgeführt, weshalb Bauarbeiten unter strengen Vorlagen stehen. Gestützt auf ein Schutzgutachten wurde nun eine Schutzverfügung erlassen. Damit kann die Gemeinde Sanierungsarbeiten vornehmen und Schäden, die sich in den vergangenen Jahren angehäuft haben, wieder beheben.

«Bisher haben wir aber noch keine konkreten Pläne für das Anna-Huser-Hüsli», sagt Gemeindeschreiber Valentino Vinzens. Man möchte die Meinung der Bevölkerung über das weitere Vorgehen noch einholen. Eine Wohnnutzung oder ein Verkauf des ehemaligen Bauernhauses sei nicht gänzlich auszuschliessen, wegen dem Zustand des Gebäudes aber unwahrscheinlich.

Laut Vinzens soll der Museumsbetrieb aber weiterhin erhalten bleiben. Ob dies durch die Gemeinde selbst geschieht oder durch Drittpersonen, stehe zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht fest. Weil nur ein Teil des Anna-Huser-Hüsli der Gemeinde gehört, müssten grössere Projekte in Absprache mit den übrigen Besitzern vorgenommen werden.

«Das Museum wird leider nur noch selten besucht. Heute kommen vor allem noch Schulklassen.»


Michela Barandun, Präsidentin Frauenverein Stadel

In der Gemeinde hat das geschichtsträchtige Bauernhaus nicht zuletzt wegen seiner früheren Besitzerin eine hohe Bedeutung. Anna Hauser bleibt besonders den älteren Stadlerinnen und Stadlern in Erinnerung. Viele Stücke, die sie als Damenschneiderin herstellte, sind bis heute noch im Museum ausgestellt.

Nach ihrem Tod führte der Frauenverein Stadel das Museum und öffnete es zwei Mal im Monat für die Öffentlichkeit. Dazu organisierten die Mitglieder auch Flohmärkte, deren Erlös an gemeinnützige Zwecke gespendet wurde. Bücher, Haushaltsgeräte, Schmuck und Möbel fanden hier neue Besitzerinnen und Besitzer. Seit letztem Jahr ist jedoch Schluss damit. Der Frauenverein übergab das Anna-Huser-Hüsli aus finanziellen Gründen wieder zurück an die Gemeinde Stadel.

Museum Weiterführen

«Das Museum wird leider nur noch selten besucht», erklärt Michela Barandun, Präsidentin des Frauenvereins Stadel. «Heute kommen vor allem noch Schulklassen.» Auch der Flohmarkt lief nicht mehr so gut wie früher. Weil der Frauenverein für die Strom-, Wasser- und Versicherungskosten selbst aufkommen musste, reichten die Einnahmen kaum aus - für Spenden blieb oft nicht viel übrig. «Ursprünglich war der Flohmarkt dazu gedacht, dass Leute alte aber schöne Waren verkaufen, damit sie nicht weggeworfen werden», erklärt Barandun. «Mit der Zeit nahm aber auch die Qualität der Objekte ab.»

Als der Frauenverein das Anna-Hauser-Hüsli wieder abgab, stand die Erhaltung des Museumbetriebes im Zentrum der Diskussionen. Über die Jahre wurde das Museum vor allem durch die älteren Mitglieder mit viel Zeit und Aufwand aufrechterhalten. «Deshalb war es uns ein grosses Anliegen, dass die Gemeinde das Museum weiterführt», sagt Barandun.

Erstellt: 27.08.2019, 18:00 Uhr

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