Bülach

Gemeinderat Wülser bleiben nur die Kosten

Die Sekundarschule darf einen Weg beim Schulhaus Hinterbirch verlegen. Auf den Rekurs von Anwohner und Gemeinderat Daniel Wülser tritt das Baurekursgericht nicht ein.

Der Saumweg beim Sekundarschulhaus kann verlegt werden. Gemeinderat Daniel Wülser, dessen Rekurs kein Gehör fand, teilt sein Missfallen gegen die Baupläne per Plakat mit.

Der Saumweg beim Sekundarschulhaus kann verlegt werden. Gemeinderat Daniel Wülser, dessen Rekurs kein Gehör fand, teilt sein Missfallen gegen die Baupläne per Plakat mit. Bild: Balz Murer

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Ein kleiner Saumweg ist für den Bülacher Daniel Wülser ein grosses Ärgernis. Der GLP-Gemeinderat wohnt direkt angrenzend an die Spielwiese des Schulhaus Hinterbirch. Dort hat die Sekundarschule vor zwei Jahren ein neues Infrastrukturgebäude für die Schulanlage erstellt. Dafür und wegen der weiteren Bauarbeiten beim Schulhaus musste der Saumweg - eine beliebte Abkürzung im Quartier - für knapp drei Jahre gesperrt werden. Bereits dies erregte den Unmut von Wülser und weiteren Anwohnern.

Im August 2018 erhielt die Schulpflege dann die baurechtliche Bewilligung für die Verlegung eines Teils dieses grundstückinternen Wegs. Bis heute führt dieser vom Lägernweg über den Vorplatz des Infrastrukturgebäudes zu den Velounterständen und zur Schulanlage.

Schule will mehr Sicherheit

Wie die Sekundarschulpflege mitteilt, möchte man mit der neuen Wegführung die Sicherheit erhöhen: «Der Fussgänger- und Veloweg wird neu vom Fahrverkehr und Arbeitsplatz des Hausdienstes getrennt.»

Damit ist Wülser ganz und gar nicht einverstanden. Er sieht in der Verlegung des Weges eine sinnlose Verschwendung von Steuergeldern: «Der seit 55 Jahren bestehende Saumweg ist erst vor zwei Jahren für viel Geld saniert und verbreitert worden.» Die beim neuen Weg vorgesehen Pollerleuchten sind für Wülser unnötig. «Kommt hinzu, dass die Leuchten Stromkosten verursachen.» Der neue, breitere Weg lade ausserdem Töffli- und Velofahrer dazu ein, zu schnell zu fahren, findet Wülser. All das hat ihn dazu veranlasst, im September vergangenen Jahres einen Rekurs gegen die Verlegung des Weges einzureichen.

Kein Gehör, nur Kosten

Das zuständige kantonale Baurekursgericht hat aber nun entschieden, gar nicht erst auf die Angelegenheit einzutreten. Wülser sei zwar Anstösser und damit grundsätzlich rekursberechtigt, heisst es im Entscheid. Doch die Begründung des Rekurses, wie Steuergeldverschwendung oder zu schnelles Fahren würden öffentliche Interessen betreffen. Dafür stehe das Verfahren nicht zur Verfügung, so das Gericht. Besonders bitter für den GLP-Gemeinderat: Er muss die Verfahrenskosten tragen, 1650 Franken. «Es ist eine Riesenfrechheit, dass ich als kritischer Gemeinderat die vollen Kosten zahlen muss», sagt Wülser. Ein kleiner Trost für den erfolglosen Rekurrenten: Mehrere Nachbarn haben zugesagt, sich an den Verfahrenskosten zu beteiligen.

Die Sekundarschulpflege hält fest, man werde mit einer Massnahme an der Parzellengrenze zum Lägernweg dafür sorgen, dass Velofahrer die Geschwindigkeit reduzieren müssen. Die Kosten für das Projekt, das im Laufe dieses Frühlings realisiert wird, betragen gemäss Schulpflege zirka 30 000 bis 40 000 Franken.

Am Beleuchtungsmasten des Wegs hängt nun ein von Daniel Wülser verfasstes Plakat. Darauf heisst es: «Geld für Asphalt statt in Bildung...» Und weiter: «Hier verlocht die Sekundarschulpflege mit einem neuen unnötigen Weg in Kürze wertvolles Steuergeld.» Dadurch wolle Wülser die Bürger und Steuerzahler über die Pläne der Sekundarschule informieren. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 11.01.2019, 16:50 Uhr

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