Zürich

Giuseppe Atzeni fährt historischen Sieg ein

Der Steher des VC Steinmaur hat seinen neunten Schweizer-Meister-Titel gewonnen. Und damit einen uralten Rekord gebrochen.

Erfolgreiches Gespann: Schrittmacher Mathias Luginbühl und Giuseppe Atzeni vom VC Steinmaur auf der rasanten Fahrt zum Titelgewinn.

Erfolgreiches Gespann: Schrittmacher Mathias Luginbühl und Giuseppe Atzeni vom VC Steinmaur auf der rasanten Fahrt zum Titelgewinn. Bild: Francisco Carrascosa

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«Einen Sieg für die Geschichte» nannte Giuseppe Atzeni seinen mit zwei Runden Vorsprung auf Jan Freuler (Reichenburg) und den Tessiner Roberto Pasi-Puttini herausgefahrenen Erfolg – völlig zu Recht. Denn obwohl der Gewinn der Schweizer Meisterschaft der Steher für Atzeni fast schon Routine ist, war der neunte nationale Triumph des 41-Jährigen gleichwohl etwas Besonderes. «Mit diesem neunten Titel habe ich den Westschweizer Jacques Besson, der zwischen 1942 und 1954 achtmal Schweizer Meister war, überflügelt und habe jetzt bei den Stehern so viele Schweizer-Meister-Titel geholt wie niemand vor mir», klärte Atzeni auf.

Von seinem Schrittmacher Mathias Luginbühl in gekonnter Manier geführt, musste Atzeni keinen Moment lang um seinen neunten Titelgewinn im Rennen über 120 Runden (40 Kilometer) fürchten. Widerstand durch einen Gegner gab es erst sechs Runden vor Schluss, als Jan Freuler, der als Einziger mit Atzeni auf Tuchfühlung geblieben war, sich nicht einfach ohne weiteres zum zweiten Mal überrunden lassen wollte. Mit diesem Widerstand brachte der Neffe des ehemaligen Glarner Sprintasses Urs Freuler im mit 72,57 km/h überaus schnell gefahrenen Meisterschaftsrennen nicht etwa Atzeni, sondern sich selbst aus dem Konzept – und kurzzeitig von der Rolle seines Schrittmachers Michael Alborn. Immerhin brachte sich Freuler mit dem missglückten Schlussangriff nicht mehr um die Silbermedaille. Dafür war der Vorsprung Freulers, dessen Schrittmacher im Vorjahr noch selbst an der Steher-Schweizer-Meisterschaft als Fahrer im Sattel gesessen hatte, auf die übrigen Konkurrenten zu diesem Zeitpunkt bereits zu gross.

Jörgs Magen rebelliert

Grossen Respekt hatte Jan Freuler vor Peter Jörg, dem Altmeister aus den Reihen des VC Steinmaur, bekundet. Jörg hat in den vergangenen 20 Jahren nicht weniger als 15 Meisterschaftsmedaillen, darunter fünf goldene (2001, 2002, 2003, 2006 und 2011), gewonnen. Der Medaillensammler hatte an diesem Dienstagabend in Zürich-Oerlikon allerdings mehr mit sich selber als mit seinen Gegnern zu tun: «Ich habe im Moment Magenprobleme. Die Verschiebung der Meisterschaft um eine Woche kam mir entgegen, nachdem ich lange nicht gewusst hatte, ob ich überhaupt starten kann», verriet er.

An eine Wiederholung seines Bronzemedaillengewinns von 2018 war daher nicht zu denken. «Wegen meiner gesundheitlich schlechten Verfassung konnte ich leider nie in den Kampf um die Medaillen eingreifen», bedauerte der 47-Jährige. So musste er sich mit dem 4. Rang zufriedengeben. Auch wenn seine gesundheitlichen Probleme gelöst sind, scheint es fraglich zu sein, ob er auch 2020 zur Landesmeisterschaft antreten wird.

Der zufriedene Clubpräsident

Nach dem Rennen kommentierte Albert Weber, der Präsident des VC Steinmaur, zufrieden: «Die Goldmedaille und der neue Rekord von Giuseppe Atzeni erfüllen uns mit Stolz.» In der Stunde des Erfolges vergass Weber die anderen Fahrer nicht, die am Dienstag für den VC Steinmaur im Einsatz standen: «Mauro Schmid hat das Punktefahren gewonnen, mein Sohn Oliver und die beiden Junioren Jérôme de Meurichy und Gian Hügli haben in ihren Rennen gut mitgehalten. Dass gleich sechs Fahrer des VC Steinmaur auf der Bahn im Einsatz gestanden sind, zeigt, dass wir bald die Lokalmatadoren auf der Offenen Rennbahn sind.»

So gesehen, überrascht es nicht weiter, dass der Verein am Dienstag, 27. August, wahrscheinlich mit zwei Teams an der Schweizer Meisterschaft im Teamsprint teilnehmen wird.

Erstellt: 14.08.2019, 20:21 Uhr

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