Glattfelden

Glattfelder Gemeinderäte streiten weiter

Der Abgang der Gemeindeschreiberin sei durch einen «einstimmigen Entscheid» erfolgt, hatte der Gemeindepräsident verkündet. Zwei Gemeinderätinnen wollen das nicht so stehen lassen.

Im beschaulichen Dorf des Dichters Gottfried Keller kracht es hinter den Kulissen. Der Gemeinderat ist gespalten und völlig zerstritten.

Im beschaulichen Dorf des Dichters Gottfried Keller kracht es hinter den Kulissen. Der Gemeinderat ist gespalten und völlig zerstritten. Bild: Google

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Der Streit im Glattfelder Gemeinderat nimmt eine neue Wendung. Während ausserhalb des siebenköpfigen Exekutivgremiums noch immer über die Gründe der völlig verfahrenen Situation im Dorf des Dichters Gottfried Kellers gerätselt wird, setzen zwei direkt Involvierte ein Zeichen: Sie melden sich zu Wort, obwohl abgemacht wäre, dass nur der Gemeindepräsident nach aussen hin kommuniziert. Die Stellungnahme von Michèle Dünki und Martina Schurter trägt die Überschrift: «Weshalb wir schweigen und nun dennoch etwas sagen.» Die beiden Gemeinderätinnen dürfen aber aufgrund des Amtsgeheimnisses sowie auch des Kollegialitätsprinzips so gut wie nichts sagen in diesem Fall.

Nun haben sie sich entschieden, ihren Standpunkt allen Widrigkeiten zum Trotz doch mitzuteilen. Im Gegensatz zum Gemeindepräsidenten, hätten sie sich stets ans Kollegialitätsprinzip gehalten und nie verraten wer wie gestimmt habe in Gemeinderatssitzungen, schreiben Dünki und Schurter in ihrer Stellungnahme. An diese Regeln wollen sie sich auch künftig halten. Aber hinter einem einstimmigen Beschluss – wie kürzlich bei der Freistellung der Gemeindeschreiberin vorgekommen und vom Gemeindepräsidenten freimütig auch so kommuniziert – könnten eben «ganz unterschiedliche Motive» stehen. Fakt ist, dass die Gemeindeschreiberin selbst einen Vorschlag zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gemacht hatte, als nach 25 Jahren im Amt die Situation in Glattfelden untragbar wurde für sie.

«Unter gewaltigem Druck»

Unter der Anmerkung, dass es noch viel mehr Szenarien für einen einstimmigen Entscheid geben könnte, listen die beiden Gemeinderätinnen, die offenkundig auf der Seite der Gemeindeschreiberin standen, zwei Möglichkeiten auf: «Man kann dem Vorschlag fröhlich zustimmen, weil man endlich sein Ziel erreichen würde, eine nicht genehme Mitarbeiterin und Kollegin los zu werden. Man kann dem besagten Vorschlag aber auch zustimmen, weil man zwar ausserordentlich ungern die sehr tüchtige und menschlich wertvolle Gemeindeschreiberin verliert, aber bei einer Ablehnung des Antrags befürchten muss, dass sie unter dem gewaltigen Druck einer oder mehrerer Personen gesundheitlichen Schaden nehmen würde, und weil man deshalb ihren Entschluss, eine solch belastende Situation zu beenden, respektiert.» Im Fall von Dünki und Schurter trifft die zweite Option zu. Obwohl sie das absichtlich nicht genau so sagen, ist sofort klar, was sie meinen.

Gemeindepräsident Ernst Gassmann, gegen den bereits Rücktrittsforderungen im Raum stehen, wollte sich nicht dazu äussern. Man werde das aber sicherlich intern besprechen, meinte er.

Erstellt: 19.08.2019, 18:47 Uhr

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