Regensdorf

Grosse Pläne für den Regensdorfer «Zäntiplatz»

Die alternde Zentrumsüberbauung darf nicht erneuert werden. Der Gestaltungsplan verbietet dies. Im März 2020 wird Regensdorf über eine Revision abstimmen. Damit wäre auch der Weg für Neubauten frei.

An der Watterstrasse, im Hintergrund ist die Kirche Regesdorf zu sehen, sind 250 Wohnungen in fünf Neubauten geplant.

An der Watterstrasse, im Hintergrund ist die Kirche Regesdorf zu sehen, sind 250 Wohnungen in fünf Neubauten geplant. Bild: PD

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Eigentlich hätte die Gemeindeversammlung im Dezember 2018 entscheiden sollen, ob das Zentrum Regensdorfs weiter entwickelt werden darf. Heute verbietet der bestehende Gestaltungsplan, die Gebäude rund um das Einkaufszentrum zu erneuern oder gar zu ersetzen.

Somit kann auch der Zentrumsplatz nicht neu gestaltet werden. Dabei ist das seit Jahren ein Anliegen der Bewohner Regensdorfs. Diese Blockade soll laut der Gemeinde und der Eigentümerin des Einkaufszentrums, die zur Ernst Göhner Stiftung gehörende Seewarte AG, nun aufgehoben werden. Die Immobilieninvestmentgesellschaft hat Lösungen entwickeln lassen. Grundlage für jegliche bauliche Veränderung ist aber eine Teilrevision der Nutzungsplanung. Diese wird der Gemeindeversammlung im März 2020 zur Abstimmung vorgelegt.

Mehr Zeit für Planung benötigt

Warum eineinhalb Jahre später als ursprünglich geplant? Thomas Regli, Chef der Seewarte AG, sagt: «Wir waren noch nicht soweit. Die Vorbereitungen haben mehr Zeit beansprucht als angenommen.» Gemeindepräsident Max Walter bestätigt, dass auch von Seiten der Gemeinde mehr Zeit nötig war, um alle wichtigen Punkte zu klären. «Wir wollten auch Einfluss auf die Verkehrserschliessung nehmen und auf die richtige Qualität des Aussenraums», sagt Walter. Es sei wichtig, dass die Zufahrt im Gesamtverkehrssystem funktioniere. Im Vorfeld wurde die Kritik laut, die Gemeinde verscherble das Tafelsilber, indem sie einen Teil des heutigen Zentrumsplatzes für Neubauten frei gibt. Walter sagt dazu: «Der Zentrumsplatz misst heute rund 8000 Quadratmeter, neu soll die nutzbare Fläche sogar auf 9000 vergrössert werden.»

Tafeln zeigen das Projekt auf

Seit einigen Tagen zeigen Tafeln auf dem Regensdorfer Zentrumsplatz, wie die Fläche dereinst aussehen könnte. Eine Tafel illustriert die Umrisse eines neuen Hochhauses, umgeben von einer Parkanlage. Eine weitere zeigt eine breite Passage von der Watterstrasse zum Einkaufszentrum mit einem neuen Gebäude und einem ausladenden Wasserbecken. Die Tafeln zeigen noch kein definitives Bild des künftigen Zentrumsplatzes. Aber sie machen klar: Das Zentrum von Regensdorf wird sich verändern.

Für Thomas Regli, Chef der Seewarte AG, sind Veränderungen nötig, um die Funktion als Einkaufs- und Begegnungsort, als Fest- und Spielplatz, weiterhin erfüllen zu können. «Shopping findet nicht mehr nur drinnen statt. Ohne Nutzung des Aussenraums wird das Einkaufszentrum immer weniger attraktiv», sagt Regli.

Platz neu angeordnet

Die Seewarte hat darum Grosses vor: In einem ersten Schritt sollen sämtliche oberirdischen Parkplätze ins Untergeschoss verlegt werden. So will man Raum für neue Gebäude schaffen. Gebäude, die im Erdgeschoss Räumlichkeiten für Restaurants, Läden und Gewerbe bieten. «Nur durch Nutzung der Gebäude wird der Platz belebter», sagt Regli. Auch die Zufahrt zum Hotel Mövenpick soll nicht mehr wie heute über den Zentrumsplatz erfolgen, sondern durch die unterirdische Garage.

Ebenso sollen die Parkhausaufgänge verschwinden, so dass ein offener, T-förmiger Platz entsteht, den sowohl das Einkaufszentrum als auch das Hotel für Sitzplätze und Aktivitäten im Freien nutzen können. Trotz der Neubauten bleibt die Fläche des Zentrumsplatzes in etwa bestehen.

Insgesamt sechs Neubauten plant die Seewarte AG auf dem Zentrumsareal. Vier Gebäude entlang der Watterstrasse, zwei davon auf der Fläche des heutigen Parkplatzes, ein 20-stöckiges Hochhaus am Platzende gegenüber dem Hotel Mövenpick und einen Neubau bei der Einfahrt zur Tiefgarage am Westrand des Areals. Im Hochhaus und den Gebäuden an der Watterstrasse sind insgesamt 250 Wohnungen verschiedener Grössen im mittleren Preissegment geplant. 2000 Quadratmeter sind für Gewerbe und öffentliche Nutzung vorgesehen.

Erstellt: 17.09.2019, 18:57 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!