Dielsdorf

Gute Kinderbetreuung funktioniert vernetzt

Ein Vernetzungsanlass in Dielsdorf widmete sich der Frage, welchen Beitrag die Gemeinden in der Frühbetreuung von Kindern und Eltern leisten können.

Das spielerische erwerben von Kompetenzen ist eine der Hauptaufgaben der Spielgruppe.

Das spielerische erwerben von Kompetenzen ist eine der Hauptaufgaben der Spielgruppe. Bild: Christian Merz

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die ersten Jahre sind für die Entwicklung eines Kindes von grösster Bedeutung. Weil sich die beruflichen Anforderungen an Familien in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt haben, ist auch die Nachfrage nach familienergänzenden Betreuungsmöglichkeiten gestiegen. In vielen Fällen funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den Eltern, Betreuungspersonen und Behörden aber nicht. Gerade Kinder aus belasteten Familien können oft nicht auf die Unterstützung zurückgreifen, die sie für eine gesunde Entwicklung brauchen.

«Wir müssen die Gemeinden für verschiedene Themen sensibilisieren, die Familien betreffen», sagte Maya Mulle, Geschäftsführerin Netzwerk Bildung und Familie. Weil sie Aufholbedarf im Bereich der Frühbetreuung im Bezirk Dielsdorf sieht, organisierte Mulle in Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugend und Berufsberatung einen Vernetzungsanlass im Schulhaus Früebli in Dielsdorf. Am Donnerstag tauschten sich über 70 Teilnehmer aus Bildung und Politik zu diversen Themen der Frühbetreuung aus.

Netzwerk für das Kind

Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein vernetztes System von Betreuungspersonen substantiell zu einer nachhaltigen Entwicklung von Kindern beiträgt. Wie ein solche Zusammenarbeit aussehen kann, erklärte Prisca Durrer, Schulleiterin aus Oberglatt, am Beispiel der Bildungslandschaft. Es handelt sich dabei um ein Netzwerk von Personen und Institutionen, welche die Kinder begleiten und sich gegenseitig unterstützen.

In Oberglatt führt man nach diesem Prinzip auch die sogenannte «Spielgruppe Plus», die sich besonders an Familien mit Migrationshintergrund richtet. Kinder ab zwei Jahren werden dort zusätzlich in ihren Sprachkompetenzen gestärkt, was ihren Übertritt in den Kindergarten erleichtert. Während dem Unterricht haben die Eltern die Möglichkeit, einen Deutschkurs zu besuchen. «Kindergärtnerinnen merken sofort, wenn Kinder in der Spielgruppe waren», sagte Durrer.

Erhöhte Anforderungen

Trotz den gestiegenen Anforderungen kämpfen Spielgruppen und andere Betreuungseinrichtungen aber damit, Unterstützung von den Gemeinden zu erhalten. Der Schweizerische Spielgruppen-Leiterinnen-Verband hat deshalb Qualitätsmerkmale für die Spielgruppen erarbeitet.

Diese definieren, wie sprachliche und soziale Kompetenzen vermittelt werden sollen. «Die Kriterien bilden die Grundlage für die Verhandlungen mit den Gemeinden», sagte Daniela Herbst, Präsidentin Spielgruppen Fach- und Kontaktstelle Winterthur und Umgebung. «Wir müssen zeigen können, was für eine Leistung wir bringen.»

Erstellt: 06.09.2019, 17:42 Uhr

Werbung

Branchenbox

Die wöchentliche Seite in der Printausgabe des «Zürcher Unterländer». Ihre Kontaktangaben immer online abrufbar.

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!