Nürensdorf

Hexe landet mit Geschenken in Nürensdorf

Das Comitato Genitori Scoule Bassersdorf, die Vereinigung der italienischsprachigen Eltern, hat der Weihnachtshexe La Befana am Samstagabend Landeerlaubnis in der Nürendsorfer Mehrzweckhalle erteilt.

Die Hexe «La Befana» verteilt den Kindern in der Mehrzweckhalle von Nürensdorf Geschenke.

Die Hexe «La Befana» verteilt den Kindern in der Mehrzweckhalle von Nürensdorf Geschenke. Bild: Sibylle Meier

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Gebückt, in Lumpen gehüllt und mit einem Reisigbesen in der Hand, steht La Befana plötzlich in der Mehrzweckhalle Nürensdorf. Gespenstische Stille, als sich dieser unheimliche Gast dann seinen Weg durch die Reihen bahnt. Wer den Mumm hat, kann jetzt einen Blick in ihr Gesicht werfen. Mager ist es. Listige Äuglein sitzen in dunklen Höhlen. Ihre Nase ist sicher so lang wie eine Hand, krumm wie eine Banane und dünn wie eine Bohnenschote.

Auch Giulia Monteleone erschaudert, als La Befana an ihr vorbeiläuft. Die Zehnjährige aus Kloten schmiegt sich an ihre Mutter Viviana. «Mama, ich habe genau gesehen, dass sie eine Warze auf der Nase hat», flüstert das Mädchen. Ihre Vermutung, La Befana habe sogar vier Augen, hat sich hingegen nicht bestätigt.

Ein uralter Brauch

La Befana gehört zu Italien wie die Pizza. Jedes Kind kennt die gutmütige Hexe, die in der Nacht zum Dreikönigstag mit ihrem Besen von Haus zu Haus fliegt. Ihr Name stammt von Epi phanias, auf italienisch Epifania. So heisst das Fest der Erscheinung der Heiligen Drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar.

La Befana gehört zu Italien wie die Pizza.

Der Sage zufolge erfuhr La Befana von den Hirten von der Geburt des Christkinds. Man müsse nur dem Stern folgen, um zum Neugeborenen zu gelangen, empfohlen sie ihr. Da sie aber gerade an ihrem Webstuhl sass und den Stoff zuerst fertig machen wollte, verschob sie ihren Abflug. Als sie dann endlich mit ihrem Geschenken auf dem Besen sass, erlosch der Stern. Seitdem irrt die Gute mit ihren Gaben, die sie eigentlich dem Christkind bringen wollte, umher. In ihrer Not huscht sie einfach durch die Kamine der Häuser und verteilt ihre Mitbringsel an alle lieben Kinder. Diese stellen Schuhe bereit, damit La Befana ihre Süssigkeit dort deponieren kann. Die unartigen Kids beschert La Befana mit Kohle. Doch zurück in die Halle.

Gefeierter Stargast

Mittlerweile haben sich dort an die hundert Kinder der Hexe angeschlossen, die Kecken auf Tuchfühlung, die Scheuen mit Sicherheitsabstand. Auf der Bühne angelangt, sieht man dann rund 15 Minuten nichts mehr vom Ehrengast. Die gebückte Dame verschwindet einfach in der Schar. Zu ihrem Glück assistiert Giovanni Di Quattro, Präsident des organisierenden Comitato, La Befana beim Verteilen der Geschenke.

«La Befana muss weiterleben. Ich habe als Kind Freude daran gehabt und will diese Freude weitergeben.»Giovanni Di Quattro

Die Kinder unter fünf Jahren bekommen ein Plüschtier, die Primarschüler etwas Nützliches für die Schule. Und bald taucht auch Giulia wieder bei ihrer Familie auf, mit einem blauen Mäppchen unter dem Arm. Sie öffnet es und betrachtet es, umringt von ihrer Familie, von allen Seiten. «Bellissima. Meine Schwester Amelia wird staunen, wenn ich es ihr zeige», sagt Giulia und erklärt dann, dass Amelia mit Magen-Darm-Grippe im Bett liegt und nur zu gerne auch gekommen wäre.

Erst weit nach Mitternacht verlassen die rund 300 Gäste den Saal und die Organisatoren ziehen zufrieden Bilanz. 80 Portionen Penne Teigwaren wurden an diesem 42. La Befana-Anlass der Vereinsgeschichte verzehrt und auch sonst ging alles reibungslos über die Bühne. Die Gesangsdarbietungen der Gruppo Arcobaleno ernteten «Applauso», die Karatekämpfer von Kaisho Karate Bassersdorf beindruckten vor allem die Jungs und Ant Music Band animierte die Kinder zum Tanzen.

Hexe kommt auch 2020

Bereits jetzt steht fest: Das Comitato, bestehend aus Sara Mainolfi, Linda Mogicato, Milena Giardina, Claudia Cagnoni und Giovanni Di Quattro, unterstützt vom Verein Töffair Nürensdorf wird auch im kommenden Jahr La Befana wieder einfliegen lassen. Präsident Di Quattro klopft sich auf die Brust, als er sagt: «La Befana muss weiterleben. Ich habe als Kind Freude daran gehabt und will diese Freude weitergeben. Zudem motiviert mich die Liebe zur Tradition und zum Vaterland.»

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 13.01.2019, 15:47 Uhr

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